Photovoltaik – so werden Sie Stromlieferant
Mit einer Photovoltaik-Anlage wandeln Sie Sonnenlicht mittels Solarzellen in Strom, der in das öffentliche Netz eingespeist und Ihnen mit einer festen Pauschale vergütet wird. In den vergangenen 10-15 Jahren hat sich die Verwendung im privaten Bereich mehr als verzehnfacht, nicht zuletzt aufgrund eines günstigen Verhältnisses von Investition und Rentabilität. Deutschland ist hierin Europameister – noch vor dem Sonnenland Spanien und weit vor allen anderen Mittelmeerländern.

Technik
Neben den Modulen aus Solarzellen, Trägersystem und Kabeln benötigen Sie einen Wechselrichter, um den von den Solarzellen produzierten Gleichstrom in Wechselstrom für das öffentliche Stromnetz zu wandeln. Ein geeichter Stromzähler misst die eingespeiste Menge.

Strom aus Photovoltaikanlagen wird meist in kWp (Kilowatt-Peak) angegeben. Der Wirkungsgrad üblicher Dünnschichtmodule auf Siliziumbasis liegt bei 10%. Andere Zellentypen wie monokristalline Module schaffen etwa 18% Wirkungsgrad, sind aber auch entsprechend teurer.

Voraussetzungen
Grundvoraussetzungen für eine effiziente Photovoltaik-Anlage auf Ihrem Haus sind in erster Linie:
1. Sie sind Hauseigentümer
2. Sie besitzen eine ausreichend große und auch statisch tragfähige Dachfläche (alternativ, aber mit geringerem Wirkungsgrad und sehr Platz raubend sind Bodensysteme für den Garten)
3. Das Dach zeigt idealerweise Richtung Süden oder Südwesten
4. Das Dach wird nicht durch Nachbargebäude oder Bäume beschattet
5. Der optimale Neigungswinkel des Daches errechnet sich aus Breitengrad Ihres Hauses minus 10˚ (Sommernutzung, Photovoltaik) bzw. Breitengrad plus 10˚(Winternutzung, eher Solartherme).
6. Auch für Flachdächer gibt es spezielle Aufbau- bzw. Befestigungssysteme

Übrigens: ein paar Mausklicks auf Google Earth, und schon kennen Sie den exakten Breitengrad Ihres Heims.

Kosten und Nutzen
In den letzten Jahren ist dank der enormen Nachfrage der Preis für eine Photovoltaik-Komplettanlage dramatisch gesunken. Derzeit liegen die Kosten pro kWp laut Branchenmedien bei ca. 3.200 bis maximal 3.500 Euro. Das entspricht einer Fläche von etwa 9-10 m².

Eine 1 kWp Anlage erzeugt je nach Standort, Zellentyp, Dachneigung, Ausrichtung und Wetterlage im Jahr zwischen 700 kWh und 900 kWh (Süddeutschland max. 1.000 kWh) Strom.

Ein Rechenbeispiel: Derzeit (Stand: April 2010) erhalten Sie ab dem ersten Jahr Ihrer Stromproduktion 39,14 ct/kWh bei einer privaten Dachanlage – und das dann garantiert 20 Jahre lang. Bei 1.000 kW/h Einspeiseleistung pro Jahr macht das gut 390 Euro Einnahmen. Hinzu kommen Abschreibungsmöglichkeiten. Die Ausgaben betreffen sehr geringe Betriebskosten (weniger 1%) und Förderkredit (Tilgung und Zinsen). Ihre Investition rechnet sich also in weniger als zehn Jahren. Von da an machen Sie Gewinn - und senken Ihre Stromrechnung gleich vom ersten Tag an um eine Teilsumme aus der Einspeisevergütung (Vergütung minus Kredit minus Betriebskosten).

Die Lebensdauer einer modernen Solaranlage beträgt deutlich mehr als 20 Jahre. Rechnen Sie also nach!

Übrigens: Sie können Ihren Solarstrom auch zum Eigenverbrauch verwenden und erhalten dafür ebenfalls eine Vergütung pro Kilowattstunde.

Vorgehen

Grundwissen Solarenergie

Der erste Schritt sollte immer sein: Lassen Sie einen Fachmann bei einer Ortsbesichtigung Sinn und Möglichkeiten bei Ihnen zu Hause prüfen: Dachneigung, Dachrichtung, Dachstatik etc.. Schließlich soll die Anlage möglichst viel Strom produzieren, weder beim ersten Sturm vom Dach fegen noch irgendwann die Dachkonstruktion beschädigen.

Anschließend müssen Sie sich bei Ihrem regionalen Stromlieferanten als neuer „Geschäftspartner“ vorstellen. Heißt: die Einspeisung Ihres Solarstroms anmelden. Hierbei spielt natürlich die Anlagengröße und -leistung die wichtigste Rolle. Lassen Sie den Einspeisevertrag zur Sicherheit von einem kundigen Anwalt oder durch die Spezialisten der verschiedenen Solarstrom-Internetplattformen vor Unterzeichnung prüfen.

Erst wenn diese Voraussetzungen vertraglich fixiert sind, geht es ans Montieren – ausschließlich natürlich durch einen Fachbetrieb, um die offizielle Abnahme sicherzustellen.

Alles weitere rund um Ihre neue Solaranlage erfahren Sie hier im Praktiker Ratgeber.

Ein paar Tipps zum Schluss
1. Die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen sinkt Jahr für Jahr. Waren es vor einigen Jahren für Dachanlagen noch 57ct pro kW/h, sind es heute (Stand: April 2010) 39,14 ct. Große Anlagen und Bodenanlagen erhalten lediglich 32 ct. Die Vergütung ist nach dem Energieeinsparungsgesetz vom ersten Jahr der Inbetriebnahme an 20 Jahre lang garantiert.

2. Dafür sind aber auch die Anschaffungskosten dramatisch gesunken. Photovoltaikanlagen rechnen sich also auch ganz sicher heute noch. Daher: Je früher Sie sich entscheiden, desto besser.

3. Solarenergie-Investitionen werden u.a. von der KfW Bank mit günstigen Krediten gefördert. Aber Achtung: Durch die hohe Nachfrage sind auch hier die Zinsen in den letzten Jahren gestiegen – derzeit liegen sie bei 5,4% effektiv (Stand: Ende 2009).

4. Sie interessieren sich ganz konkret für eine Photovoltaik-Anlage? Nichts einfacher als das: Als Praktiker Kompetenzpartner steht Ihnen die Firma Sunset als Anbieter jederzeit zur Verfügung. In Ihrem Praktiker Baumarkt erhalten Sie ein entsprechendes Formular zum Ausfüllen, das Sunset als Grundlage für ein unverbindliches Angebot dient. Oder fordern Sie das Formular über die Hotline 0800 / 7867380 bequem von zu Hause aus an. Die Bestellung der Anlage können Sie ebenfalls in Ihrem Praktiker Baumarkt aufgeben.

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