Arbeitsplatte und Spüle selbst einbauen

Ob Küchenrenovierung oder Umzug, der Einbau einer neuen Arbeitsplatte wird Ihnen fast nie erspart bleiben.

Ob Küchenrenovierung oder Umzug, der Einbau einer neuen Arbeitsplatte wird Ihnen fast nie erspart
bleiben. Häufig ist dabei gleichzeitig auch der Einbau der (alten oder neuen) Spüle erforderlich. Für
einen durchschnittlich erfahrenen Heimwerker sind beide Arbeiten gut zu bewältigen.

1. WERKZEUG UND MATERIAL

MATERIAL ZUM ARBEITSPLATTE EINBAUEN

  • Akku-Schrauber
  • Wasserwaage
  • Schraubendreher
  • Zollstock
  • Bügeleisen
  • Stichsäge
  • Silikonspritze
  • Arbeitsplatte
  • Holzschrauben
  • Klebe-Zierleiste
  • Dekor-Abschlussleiste mit Gummidichtung
  • Silikonkartusche
  • Bohrmaschine und Holzbohrer
  • Kreppband
  • 3-4 Stützböcke

MATERIAL ZUM SPÜLE EINBAUEN

  • Spültischgarnitur
  • Siphonsystem
  • Armatur
  • Rohrzange
  • Schraubendreher
  • Schraubenschlüssel
  • Eisensäge
  • Feile
  • Zollstock
  • Spüle
  • Ablaufgarnitur (Siphon, Überlauf)
  • flexible Verlängerungsschläuche
  • Überwurfmuttern
  • Ablaufrohre
  • Ablaufbögen

2. ARBEITSPLATTE EINBAUEN

Arbeitsplatten gehören so selbstverständlich zu einer Küche, dass ihre Bedeutung oft unterschätzt wird. Sie müssen hohen Beanspruchungen viele Jahre lang standhalten und prägen das Ambiente einer Küche maßgeblich mit. Zumeist werden Arbeitsplatten aus stabilen Spanplatten mit Hochdruck-Laminat (HPL) verwendet. Sie sind ausgesprochen robust, pflegeleicht und günstig. Einzig heiße Töpfe und Pfannen sollten Sie nicht direkt auf die HPL-Platte setzen. Durch die Hitze könnte das Laminat schmelzen und somit an der heißen Fläche festkleben. Besser und sicherer sind zusätzliche Untersetzer. In Ihrem Baumarkt erhalten Sie HPL-Platten in zahlreichen attraktiven Dekoren und unterschiedlichen Längen. Messen Sie zuvor genau nach und nutzen Sie den kostenlosen Holzzuschnitt-Service in Ihrem Praktiker Baumarkt. Präziser und sauberer können Sie Ihre Arbeitsplatte nicht millimetergenau zuschneiden (lassen). Darüber hinaus gibt es natürlich noch zahlreiche weitere Varianten – bis hin zur Luxusversion mit Oberflächen aus echten Natursteinen wie Granit, Schiefer oder Marmor. Diese werden Sie sich zumeist jedoch individuell von einem Fachbetrieb anfertigen und einbauen lassen müssen.

Arbeitsschritte

Die folgenden Arbeitsschritte beschreiben den Einbau einer Arbeitsplatte z.B. als Abdeckung von Küchenunterschränken – also ohne die zusätzlichen Arbeiten, die zum Einbau der Spüle oder der Kochfläche eines Einbauherds erforderlich sind.

SCHRITT 1:

Die in Ihrem Baumarkt passend zugeschnittene Arbeitsplatte wird zunächst lose auf die provisorisch aufgestellten Unterschränke gelegt. Die abgerundete Dekorseite weist nach vorne. Übrigens: Kaufen Sie gleich auch zusammen mit der Arbeitsplatte passende, selbstklebende Dekorleisten für die Verschönerung der Schnittflächen und Abschlussschienen für den sauberen Abschluss zwischen Platte und Wand.

SCHRITT 2:

Prüfen Sie mit der Wasserwaage die waagerechte Lage.Notfalls müssen Sie die Unterschränke nachjustieren. Nun werden zunächst die Unterschränke fest miteinander verschraubt. Nochmals mit der Wasserwaage die Platte überprüfen und dann von unten an den vorgesehenen Stellen der Unterschränke mit den Holzschrauben per Hand fixieren.

SCHRITT 3:

Um zu verhindern, dass Wasser hinter die Arbeitsplatte läuft und diese aufquellen lässt, wird nun der Spalt zwischen Platte und (gefliester) Wand mit Silikon abgedichtet. Hierzu mit der Silikonspritze einen Streifen Silikon entlang der Wand anbringen und mit einem in Spülmittel angefeuchteten Finger glatt ziehen.

SCHRITT 4:

Jetzt werden über die Silikonschicht die Abschlussschienen entlang der Wand montiert. Die einfachste und komfortabelste Art sind Stecksysteme. Die Unterträger werden auf der Arbeitsplatte angeschraubt, das Abschlussprofil bis zum Einrasten daraufgedrückt und schließlich die Abschlusskappen an den Enden angebracht.]

SCHRITT 5:

Sichtbare Schnittkanten an den Stirnseiten der Arbeitsplatte, z.B. an den überstehenden Enden, lassen sich ganz einfach mit passenden Dekorleisten verschönern. Diese werden mit einer Schere zurechtgeschnitten, der Klebestreifen auf der Rückseite wird freigelegt und die Leiste sorgfältig aufgeklebt. Anschließend lässt sich der Dekorstreifen mit einem heißen Bügeleisen dauerhaft fixieren.

3. SPÜLE IN DIE ARBEITSPLATTE EINBAUEN

Arbeitsplatte vorbereiten

Im Wesentlichen sind die ersten Arbeiten mit den oben beschriebenen identisch

  • Unterschränke aufbauen
  • Arbeitsplatte ausmessen, aussuchen, im Baummarkt zuschneiden lassen und
  • lose auf die Küchen-Unterschränke auflegen.

Achten Sie darauf, dass im Bereich der Spüle auch der richtige Unterschrank aufgestellt ist: ohne Schubladen, mit offener Rückseite zum Anschluss an Zulaufventile und Abfluss. Dann werden zunächst der Hauptwasserhahn im Keller sowie die Eckventile des Wasserzulaufs in der Küche zugedreht.

SCHRITT 1:

Die (neue oder auch alte) Spüle wird nun an der gewünschten Stelle kopfüber auf die Arbeitsplatte gelegt. Ideal wäre, wenn sich Abfluss und Armaturen des Spülbeckens später genau oberhalb der Eckventile und des Fallrohrs befinden. Wenn das nicht klappt, auch kein Problem. Dann müssen Sie später Zu- und Ablaufverlängerungen einbauen. Bei neuen Spülen gehört übrigens eventuell bereits eine Schablone zum Lieferumfang dazu. Das erleichtert Ihnen diesen Arbeitsschritt natürlich.

SCHRITT 2:

Legen Sie die Spüle beiseite. Nun wird die Bleistift-Markierung mit dem Kreppband nachgeklebt. Hierbei sollten Sie das Kreppband ca. 3 mm enger als die Markierung kleben – das erhöht später die Auflagefläche der Spüle samt Dichtung.

SCHRITT 3:

Nehmen Sie die Arbeitsplatte von den Unterschränken und legen Sie sie auf eine stabile Unterlage aus 3–4 Holzböcken. Bohren Sie nun exakt in einer Ecke Ihrer Markierung mit der Bohrmaschine ein Loch in die Arbeitsplatte. Von dort aus setzen Sie die Stichsäge an und sägen an der Innenseite der Markierung das Loch für die Spüle aus.

Achtung: Je größer das Loch für die Spüle im Verhältnis zur Größe der Arbeitsplatte ist, desto vorsichtiger müssen Sie zu Werke gehen. Bleibt nach dem Aussägen an der Vorderund Rückseite der Arbeitsplatte nur noch ein relativ schmaler Steg übrig, kann die Platte an dieser Stelle sehr leicht brechen. Geben Sie daher beim Sägen nicht zu viel Druck auf die Stichsäge. Sonst müssen Sie schlimmstenfalls eine neue Platte kaufen!

Tipp 1: Schutz vor Feuchtigkeit!

Feuchtigkeit kann HPL-Arbeitsplatten aufquellen lassen. Um ganz sicherzugehen, dass im Umfeld der Spüle die Platte absolut trocken bleibt, können Sie zusätzlich zu Silikon und Gummidichtung die Platte von der Unterseite mit Alufolie abkleben oder mit einer wasserabweisenden Schicht anstreichen. Gleiches gilt für den Bereich über dem Geschirrspüler. Als Abdichtung zur Wandseite sollten Sie den kleinen Spalt zwischen Platte und Wand mit Silikon ausfüllen und erst danach die Abschlussleiste anbringen

SCHRITT 4:

Die Innenseiten der Schnittkanten werden mit Silikon eingestrichen und mit einem Dichtungsband vor eindringender Feuchtigkeit geschützt.

SCHRITT 5:

Legen Sie nun die präparierte Arbeitsplatte wieder auf die Unterschränke und setzen Sie die Spüle lose ein, um ihren optimalen Sitz zu überprüfen.

ARMATUREN EINSETZEN UND ANSCHLIESSEN

Vorab: Die richtige Armatur

Bei den Armaturen kommt es auf die Warmwassereinspeisung an. Können Sie die Spüle an das zentrale Warmwassersystem des Hauses anschließen, benötigen Sie Hochdruckarmaturen. Sie erkennen Sie an den zwei Anschlussröhrchen. Dieses System wird auch bei Durchlauferhitzern benötigt. Haben Sie keine zentrale Warmwasserversorgung in der Küche und müssen die Spüle durch einen zusätzlichen Niederdruck-Warmwasserspeicher versorgen, kommen Niederdruck-Armaturen mit drei Anschlussröhrchen (zwei blau und ein rot markiertes) zum Einsatz. Ob Sie sich für eine Mischbatterie mit einem oder zwei Hebeln entscheiden, ist für die Einbauarbeiten übrigens unerheblich.

Und so installieren Sie die Armaturen bei einem zentralen Warmwassersystem (Schritt 1 – 3 werden erledigt, bevor Sie die Spüle in ihre Position in der Arbeitsplatte einsetzen):

SCHRITT 1:

Normalerweise ist bei neuen Spülen das Hahnloch zur Durchführung der Armaturen bereits ausgestanzt und Sie können sich die Arbeit mit einer Lochstanze ersparen. Falls nicht: Der Durchmesser sollte etwa 35 mm betragen. Übrigens: Ist das Hahnloch noch nicht vorgestanzt, können Sie je nach Platz das Hahnloch entweder durch das Edelstahl-Blech der Spüle oder aber auch dahinter durch die Arbeitsplatte stanzen. Bei Letzterem müssen Sie jedoch für eine optimale Abdichtung der Platte rund um das Hahnloch sorgen.

SCHRITT 2:

Führen Sie die Armatur samt Zulaufröhrchen und Dichtung von oben in das Hahnloch ein. Anschließend wird die Armatur von der Unterseite inklusive Dichtung und Unterlegscheibe durch die Kontermutter mit der Rohrzange fest angedreht.

SCHRITT 3:

Danach wird zunächst der Ablauf mit Siphon und Überlauf angeschlossen. Jedes System weist geringe Unterschiede auf. Zudem kommt es darauf an, ob Sie sich für eine Spüle mit oder ohne Restebecken entschieden haben. Hierzu müssen Sie auch ein passendes Abfl usssystem mit entsprechenden Querverbindungen besorgen. Beachten Sie hier die Montageanleitungen auf der Verpackung. Denken Sie daran, die einzelnen Elemente in exakt der vorgeschriebenen Reihenfolge zu montieren und die beigefügten Dichtungen sorgfältig (knickfrei) einzusetzen. Die Zusammensetzung der Abfluss-, Überlauf-, Bogen- und Siphonrohre erfolgt einfach per Hand durch Zusammenschrauben und/oder Ineinanderstecken. Wichtig ist: Alle Ab- und Überläufe kommen oberhalb des Siphons zusammen. Die gesamte Ablaufgarnitur wird auf der Spülbecken-Oberseite durch ein verschraubbares Sieb fest mit der Spüle verbunden.

Tipp 2: Spültypen!

Materialien Die meistverwendeten Einbauspülen bestehen aus Edelstahl. Der Klassiker ist günstig, leicht und unverwüstlich.

spueltypenFarbige Spülen aus emailliertem Stahlblech oder Sanitärkeramik sind modische und hochwertige Alternativen. Aber Achtung: Keramik ist recht teuer und emailliertes Stahlblech kann abplatzen, wenn schwere Gegenstände in die Spüle fallen.

Darüber hinaus sind noch Einbauspülen aus Verbundkunststoff erhältlich. Die Vielfalt an Farben bringt frischen Wind in Ihre Küche. Allerdings müssen Sie hier mit sehr heißen Flüssigkeiten wie Fett etc. sehr vorsichtig sein.

Formen

Der einfachste Aufbau besteht aus Spülbecken und Abtropffläche. Praktischer sind Spülen mit einem Restebecken zwischen Spülbecken und Abtropffläche. Bei sehr viel Platz können Sie sich auch für die Luxusversion mit zwei Becken für warmes Spülwasser und klares Wasser, Restebecken und Abtropffläche entscheiden. Die Formenvielfalt reicht von rechteckigen über ovale bis hin zu kreisrunden Spülbecken – ganz nach Geschmack und Platzangebot. Entsprechend variiert das Größenfenster von 40 bis 50 cm Breite und bis zu 120 cm Länge.

SCHRITT 4:

Setzen Sie nun die Spüle samt befestigter Armatur und Ablaufgarnitur in die Arbeitsplatte ein. Die meisten Spülen verfügen über kleine Klammern mit Krallen, die nun in die Unterseite der Arbeitsplatte eingedrückt werden. Das gibt ihnen einen provisorischen Halt.

Tipp: Einbauspülen verfügen bereits am gesamten Rand entlang über integrierte Gummidichtungen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Rahmenunterseite vor dem Einsetzen zusätzlich noch mit Silikon abdichten.

Falls das Ablaufrohr nicht passt: Das Rohr nach dem Ausmessen (Achtung: Es muss mind. 2 cm in das Fallrohr hineinragen) mit der Eisensäge kürzen, den Sägegrat abfeilen und wie zuvor beschrieben fest anschrauben. Verlängern können Sie den Ablauf mit Verlängerungsrohren und -bögen

SCHRITT 5:

Drehen Sie nun wieder den Hauptwasserhahn im Keller und die Eckventile in der Küche auf und testen Sie, ob Kalt- und Warmwasser fließt und alle Zu- und Abläufe tatsächlich dicht sind. Anschließend wird die Spüle mit den mitgelieferten Schrauben von unten durch die Halteklammern an die Arbeitsplatte fest angeschraubt.

Das war’s schon!

Tipp 3: Niederdruck-Warmwasserspeicher

Wo keine zentrale Warmwasserversorgung zur Verfügung steht, ist ein elektrischer Niederdruck-Warmwasserspeicher zum Aufstellen im Spülen-Unterschrank eine ideale Lösung. Das Gerät wird zumeist unterhalb der Spüle in den Unterschrank gestellt. Es fasst je nach Ausführung zwischen 5 und 15 Liter Wasser, die Warmwassertemperatur ist stufenlos einstellbar.

Alles, was Sie sonst für ein Unterschrank-Gerät brauchen, sind: Stromanschluss und passende Spültischarmatur mit drei farblich markierten Zulaufröhrchen (blau, blau, rot)

Angeschlossen wird die Armatur folgendermaßen:

  • Ein blaues Röhrchen mit gekennzeichnetem Pfeil nach oben wird direkt mit dem Ventil des Kaltwasserzulaufs verbunden. Es versorgt die Armatur mit kaltem Wasser.
  • Das zweite blaue (Kaltwasserzulauf) und das rote Röhrchen (Warmwasserrücklauf) werden mit den entsprechend markierten Ventilen des Warmwasserspeichers verbunden.

Ist alles korrekt angeschlossen, öffnen Sie die Kaltwasserzufuhr, und der Boiler füllt sich mit Wasser. Erst danach schließen Sie ihn an das Stromnetz an!

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