Balkonpflanzen

Ein farbenfrohes Pflanzenmeer auf Ihrem Balkon: Mit ein paar einfachen Regeln erschaffen Sie sich Ihren Miniaturgarten auch auf einer kleinen Fläche.

1. DIE GRUNDLAGEN

Ein farbenfrohes Pflanzenmeer auf Ihrem Balkon: Mit ein paar einfachen Regeln erschaffen Sie sich Ihren Miniaturgarten auch auf einer kleinen Fläche.

Blumenkasten und Pflanzenkübel

Wie der Name bereits sagt, dienen Blumenkästen zumeist als Pflanzgefäße für eine Vielzahl von Blumen. Blumenkästen und Kübel sind in diversen Größen und Formaten erhältlich. Welche für Ihren Balkon und Ihre Terrasse geeignet sind, hängt auch vom verfügbaren Platz ab.

Generell lassen sie sich am Balkongeländer oder an der Hauswand mit Halterungen anklemmen bzw. andübeln, auf Fensterbänke stellen oder einfach auf dem Boden platzieren.

Pflanzgefäße und Halterung

  • Empfehlenswert, weil robust und stabil, sind elastische, dickwandige Hartplastik-Kästen.
  • Eternit hält unbegrenzt, besitzt aber ein hohes Eigengewicht.
  • Ton, Keramik oder Steingut sind besonders dekorativ.
  • Leichte Schaumstoffkästen sind porös und können beim Anheben brechen.

Bedenken Sie, dass ein 30 cm breiter und 1 m langer Blumenkasten mit feuchter Erde und Pflanzen 30-40 kg wiegen kann. Ein großer Kübel bringt es auch auf 50 kg und mehr. Die müssen bewegt und gegebenenfalls von ihren Halterungen an Geländer oder Hauswand getragen werden. Die Zugkraft von 3 meterlangen Kästen am Balkongeländer ist entsprechend beachtlich!

Wichtig ist, dass die Gefäße über Wasserabzugslöcher im Boden verfügen. Tonscherben auf den Wasserabzugslöchern verhindern das Verstopfen durch Wurzelwerk. Überläufe sichern das gute Verhältnis zum Nachbarn in der unteren Etage. Pflanzenerde und Substrate Fertig gekaufte Blumen- oder Pflanzerde sollte mit etwas Sand und wenig Torf gemischt werden. Reiner Torf ist im Gegensatz zu häufigen Empfehlungen ungeeignet. Er lässt das Wasser zu schnell verdunsten, das Substrat wird zu locker, die Wurzeln verlieren ihren Halt, und der Dünger wird ausgespült. Düngen ist überlebenswichtig, weil die Pflanzerde keine natürliche Nährstoffzufuhr erhält. Gönnen Sie Ihren Balkonpflanzen in jedem Fall ein Mal pro Woche 1–2 ml Flüssigdünger pro Liter Wasser. Mit einem Depotdünger ersparen Sie sich dies einige Monate lang.

Tipp 1: Blumen selber ziehen

Statt teure Blumenzwiebeln oder fertige Pflanzen zu kaufen, können Sie Ihre Balkon- und Kübelpflanzen auch mit günstigen Samen aus der Tüte problemlos selbst anzüchten. Die Keimdauer liegt zwischen 1 und 3 Wochen.

Sie benötigen:

  • Qualitäts-Saatgut (Dunkelkeimer und Lichtkeimer – auf Verpackungshinweis achten)
  • Anzuchtschale (muss ca. 10 cm Erde fassen und Wasserabzugslöcher haben)
  • Anzuchterde (Blumenerde hat zu wenig Sandanteil und zu viele Nährstoffe)

So geht’s:

  • Anzuchtschale ¾ mit Erde befüllen und anfeuchten
  • Samen gleichmäßig verteilen (große Samenkörner einzeln einsetzen)
  • dünn mit Erde abdecken (Lichtkeimer nur in obere Erdschicht eindrücken)
  • mit Sprühgerät vorsichtig wässern
  • mit Folie/Glasscheibe abdecken
  • dunkel und warm stellen (Lichtkeimer auf die Fensterbank)
  • Keimlinge nach 2–3 Wochen vereinzeln (mit Pikierstab einzeln neu setzen)

2. PFLANZENWAHL

Diese Frage wirft viele weitere Fragen auf, die Sie sich ganz individuell beantworten müssen.

Himmelsrichtung ihres Balkons

Süden bedeutet viel Sonne – das mögen viele Pflanzen gar nicht

-> geeignet sind hier Geranien, Petunien, Ringelblumen oder Zwergmargeriten.

Westen und Osten bringen stundenweise Halbschatten – das liegt den meisten Pflanzen sehr

-> nahezu freie Auswahl.

Norden ist schattenreich und sonnenarm – nur wenige Pflanzen kommen damit gut klar

-> geeignet sind hier Fleißiges Lieschen, Fuchsie.

Jahreszeiten

Mit der passenden Pflanzenwahl zur jeweiligen Jahreszeit können Sie Ihren Balkon das ganze Jahr über als Mini-Garten nutzen.

Frühling: Nach dem Frost ist die Zeit für Stiefmütterchen, Gänseblümchen, Goldlack, Primel, Hyazinthen, Narzissen und Vergissmeinnicht gekommen. Im Frühling können Sie auch Ihre Tulpen erblühen lassen.

Sommer: Petunien, Fleißige Lieschen, Pelargonien, Studentenblumen, Nelken, Ziertabak, Dahlien, Tagetes, weißes Steinkraut und viele andere Arten entfachen ein echtes Feuerwerk an Farben und Formen.

Sommer: Petunien, Fleißige Lieschen, Pelargonien, Studentenblumen, Nelken, Ziertabak, Dahlien, Tagetes, weißes Steinkraut und viele andere Arten entfachen ein echtes Feuerwerk an Farben und Formen.

Herbst: Lassen Sie nun die Chrysanthemen das Bild Ihres Balkons bestimmen.

Winter: Schneeheide (Erica) und immergrünes Nadelgehölz in gezüchteter Zwergform wie Fichte oder Wacholder verleihen Ihrem Balkon auch in der kalten Jahreszeit eine frische Farbe. An frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen.

Ganzjährig: Teppichmispeln, Blauer China-Wacholder und Zwerggoldfasen-Zypresse können das ganze Jahr über als schönes Basisbild stehen bleiben. Ergänzen Sie diese je nach Jahreszeit mit den entsprechenden Blumensorten zu einem abwechslungsreichen Blumenkasten

3. ANPFLANZUNG UND PFLEGE

Blumenzwiebeln im Winter in den Topf oder Kasten einsetzen und bis zum Frostende im Keller oder Gewächshaus einlagern. Bei einjährigen Pfanzen aus Ihrem Gartencenter immer auf kräftiges Wurzelwerk und gesunden Gesamteindruck achten. Sie müssen vor dem Einpflanzen eine Zeit lang im Wasser stehen. Topf und Kasten mit Erde halb anfüllen, Dünger untermischen und Pflanzen in einer kleinen Kuhle einsetzen. Mit Erde auffüllen, leicht andrücken und gut angießen. Jungpflanzen im Abstand von mindestens 7–10 cm einpflanzen. Geben Sie den neuen Einpflanzungen einen Tag im Schatten Zeit, sich zu akklimatisieren, bevor Sie sie an den endgültigen Standort stellen.

Entscheidend für den harmonischen Gesamteindruck sind Zusammenstellung und Anordnung. Die Farben sollten schön zusammenpassen. Hängende Pfl anzen nach vorne, stehende Pfl anzen nach hinten, niedrig wachsende Pflanzen (Gänseblümchen etc.) dazwischen. Einreihige Anordnungen empfehlen sich bei größeren Einzelpflanzen wie beispielsweise Buchsbaum-Kugeln. Sorgfältiges Wässern ist bei Topf-, Kasten- und Kübelpflanzen das A und O. Im Sommer täglich, ansonsten alle 2–3 Tage frühmogens oder abends mit lauwarmem Wasser direkt auf die Pflanzerde gründlich gießen (kaltes Wasser versetzt den Pflanzen im aufgeheizten Pflanzgefäß einen echten Kälteschock).

Alternativen sind Tropf- bzw. Perlschläuche. Im Kasten verlegt, geben sie das Wasser tropfenweise direkt an die Wurzeln ab. Auch Wasserkästen mit integriertem Zwischenboden als Wasserspeicher sind erhältlich. Welke Blüten mindern das Ausbilden neuer Triebe und fördern Pilzbefall. Deshalb regelmäßig entweder abpflücken oder abknipsen. Pelargonien sollten Sie gleich mit Stiel abschneiden.

4. KÜBELPFLANZEN

Im Prinzip gelten alle beschriebenen Regeln zu Pflanzung, Wässern und Pflegen auch für größere Kübelpflanzen. Hier haben Sie aber zudem die Möglichkeit, kleine Bäumchen oder Zwergformen wie diverse Fichten- und Kieferarten, Buchsbaum, Rhododendron, Zierapfel oder Wacholder einzupflanzen. Auch höher wachsendes Gehölz bis hin zu Rosen ist für Kübel bestens geeignet. Wie wäre es denn auch einmal mit exotischen Balkon- und Terrassengästen wie Zwergpalme, Yucca, Feige, Agave, Papyrus, Oleander, Bougainvillea oder gar Zitrone und Zierbanane? Mit dem richtigen Standort auch in unseren Breiten kein Problem. In jedem Fall müssen Sie ihnen ein frostfreies Winterquartier bieten, z.B. in Ihrem Gewächshaus. Dies gilt übrigens auch für bestimmte, nicht einjährige Pflanzen in Ihrem Blumenkasten wie Erica, Besenheide, Stein-Ginster, Mispeln und andere. Je nach Pflanzenart werden Sie Ihre Kübelpflanze auch zurückschneiden, auslichten oder verkleinern müssen.

Tipp 2: Der eigene Kräuter- und Gemüsegarten auf dem Balkon

Petersilie, Thymian, Oregano, Rosmarin, Salbei, Dill, Basilikum immer frisch verfügbar? Tomaten, Paprika oder Gurke vom heimischen Balkon?

Pflanzkübel und Blumenkästen eignen sich ideal auch zum Anlegen Ihres eigenen kleinen Nutzgartens. Sonnenlage (ideal sind Ost- und Westseite), humusreiche Erde und regelmäßiges (im Sommer 1–2 x täglich) Wässern genügen. Zu viel Dünger schadet dem Kräuteraroma.

  • Kräuter kommen zumeist mit relativ flachen Behältnissen aus
  • Tomaten, Paprika und Gurken benötigen ca. 30 cm tiefe Kübel
  • Tomaten und Gurken brauchen regelmäßig flüssige Mineralstoffzugabe (1–2 g auf 1 Liter Wasser)
  • Gurken benötigen zudem eine Rankhilfe
  • Tomaten und Paprika lieben viel Sonne
  • Erste Paprikafrüchte unreif ernten und nachreifen lassen, dann können neue nachwachsen
  • Für den Balkon sind spezielle „Balkontomaten“ erhältlich
  • Geeignet sind auch Radieschen, Zucchini und sogar Pflücksalat

Zurück

© 2018 Praktiker.de Alle Rechte vorbehalten.