Betonsteine im Garten: Pflanzenringe, Palisaden, Mauersysteme

Betonstein im Garten muss überhaupt nicht grau und bieder wirken.

Betonstein im Garten muss überhaupt nicht grau und bieder wirken. Im Gegenteil: Mit etwas Fantasie, Geschick und Spaß am Gestalten lassen sich mit Pfanzringen, Palisaden und Mauersystemen beeindruckende und dekorative Begrenzungen, Einfassungen und Mauern errichten.

 

Gliederung

  1. Pflanzringe setzen – Hangbefestigung
  2. Betonpalisaden als Einfassung setzen
  3. Gartenmauern aus Mauersteinsystemen

 

1. PFLANZRINGE SETZEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Spaten
  • Schaufel
  • Maurerkelle
  • Schubkarre
  • Stampfer
  • Gummihammer
  • Pflöcke oder Eisenstangen
  • Bretter zur Hangsicherung
  • Pflanzringe
  • Kies
  • Fertigbeton
  • Wasser
  • Maurerschnur
  • Gartenerde
Pflanzringe bestehen aus Beton mit strukturierter, rauer bis bruchsteinähnlicher Oberfläche. Es gibt sie in diversen Formen (z. B. rund, konisch oder unregelmäßig oval), Größen (von 30 – 60 cm Höhe, 20 – 40 cm Durchmesser) und Farben (alle Grautöne, Terracotta etc.): Kaum ein anderer Gartenstein-Typ ist so vielseitig verwendbar, einfach zu verarbeiten und zugleich so dekorativ wie ein Pflanzring. Die Gartenstein-Multitalente lassen sich als blühende Mauer, attraktive Hangbefestigung, formschöne Beet- und Raseneinfassung oder einfach als Behälter für originelle Pflanzenarrangements verbauen. Am häufigsten kommen Pflanzringe zum Einsatz, wenn Höhenunterschiede im Garten attraktiv ausgeglichen oder Hänge befestigt werden sollen.

Hangbefestigung

Generell ist zu empfehlen, bei höheren Aufbauten die unterste Steinreihe auf ein stabiles und frostsicheres 40-cm-Fundament zu setzen. Spätestens bei einer Mauerhöhe von mehr als ca. 80 – 100 cm müssen Sie sogar ein Fundament (Gründung) von ca. 80 cm Tiefe anlegen.

SCHRITT 1:

 

Spannen Sie mithilfe von zwei Pflöcken oder Eisenstangen die Maurerschnur entlang der späteren ersten Pflanzringreihe. Sichern Sie die Böschung mit Brettern gegen Nachrutschen. Nun wird je nach späterer Mauerhöhe ein 40 bzw. 80 cm tiefer Graben in der Breite Ihrer Pflanzringeausgehoben.

 

SCHRITT 2:

 

Füllen Sie den Graben mit einer 30 cm dicken Kiesschicht und verdichten Sie sie mit dem Stampfer. Anschließend füllen Sie weiter Kies auf und verdichten ihn, bis ein nur noch ca. 20 cm tiefer Graben übrig bleibt.

 

SCHRITT 3:

Nun kommt der erdfeuchte Fertigbeton hinein. Hierbei sollte die Betonstärke bei Mauern bis zu 100 cm Höhe ca. 10 cm, bei Mauern über 100 cm Höhe ca. 20 cm betragen. Füllen Sie immer nur so viel Beton ein, wie Sie unmittelbar danach Pflanzringe setzen können (also zunächst nur auf einer Breite von etwa 100 cm).

SCHRITT: 4

 

Der erste Pflanzring wird gesetzt. Bei konischen Pflanzringen zeigt die Einbuchtung des ersten Steins als Maueranfang nach außen. Drücken Sie den Stein leicht in den Beton ein und richten Sie ihn mit Wasserwaage und Gummihammer waagerecht aus.

 

SCHRITT 5:

Der zweite Stein wird mit ca. 5 mm Fuge an den ersten gesetzt und ebenfalls ausgerichtet. So verfahren Sie bei ständigem Betonnachfüllen, bis die unterste Reihe steht.

SCHRITT 6:

Füllen Sie die Steine zu einem Drittel mit Kies. Auf der Hangseite wird nun frostsicheres Füllmaterial (Kies, Split o. Ä) bis an die Oberkante der Pflanzringe aufgefüllt und vorsichtig mit dem Stampfer verdichtet. Anschließend können Sie die Steine mit Gartenerde füllen.

SCHRITT 7:

Die zweite Pflanzring-Reihe wird versetzt auf die unterste sowie auf dem verdichteten Hinterfüllmaterial platziert, gefüllt und mit Erde auf der Hangseite hinterfüllt.

SCHRITT 8:

Entsprechend der Hangneigung folgen nun die weiteren Steinreihen, wobei der Hohlraum zwischen Pflanzringen und Hang nach und nach mit Erde aufgefüllt wird.

SCHRITT 9:

Abschließend können Sie die Pflanzringe ganz nach Belieben bepflanzen.

 

Tipp 1: Aufbaualternativen

Für kurze, aber sehr steile Hänge können Sie auch immer zwei Pflanzringe exakt aufeinandersetzen und erst die nächsten beiden hangseitig versetzt dazu. Damit lässt sich steiles Gelände sicherer ausgleichen.
Um eine Mauer aus Pflanzringen zu bauen, müssen Sie ebenfalls ein der Mauerhöhe angemessenes, frostsicheres Fundament anlegen. Hier darf der Versatz der Steinreihen jedoch nur sehr gering sein, um eine statische Stabilität der Mauer zu gewährleisten. Entsprechend müssen Sie die Bepflanzung der Steine – mit Ausnahme der oberen Reihe – planen.
Als ebene, ein- bis zweireihige Beeteinfassung ohne zusätzliche Aufgabe genügt es, die Pflanzringe auf eine 20 cm dicke und verdichtete Kiesschicht ohne Beton zu platzieren.

 

2. BETONPALISADEN ALS EINFASSUNG SETZEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Spaten
  • Schaufel
  • Maurerkelle
  • Schubkarre
  • Stampfer
  • Gummihammer
  • Pflöcke oder Eisenstangen
  • Palisaden
  • Kies oder Schotter
  • Fertigbeton
  • Wasser
  • Maurerschnur
  • Gartenerde
In kleiner Form bis beispielsweise 60 cm Höhe sind Betonpalisaden beliebte und reizvolle Lösungen zur Einfassung von Beeten, Rasen- und Pflanzflächen oder Gartenwegen. Da sie nahezu unverwüstlich sind, können Sie sie ganz nach Bedarf in (fast) jeder beliebigen Höhe aus dem Boden ragen lassen, ohne dass Sie sich um Verwitterung Gedanken machen müssen.
Dank der Formenvielfalt – von kreisrund über rechteckig oder quadratisch bis hin zu achteckig – sowie dem in diversen Grau-, Braun- oder Rottönen erhältlichen Farbspektrum bieten Palisaden unzählige Möglichkeiten, gestalterische Akzente zu setzen.
Ob Sie Ihre Palisaden in ein Betonbett oder lediglich in ein Kies- bzw. Schotterbett setzen, hängt wesentlich von der Belastung der Palisaden und ihrer Einbauhöhe ab. Vollständig mit Pflanzbeeten hinterfüllte Palisaden müssen einen relativ hohen Druck aushalten – hier empfiehlt sich ein Betonbett. Werden sie dagegen eher als dekorative Begrenzung verwendet, genügt in der Regel ein verdichteter Kiesuntergrund.

SCHRITT 1:

 

Aufbaubeschreibung mit Betonfundament:
Heben Sie zunächst einen Graben für das Fundament aus. Die Maße bei „gängigem“ Palisadeneinbau:
1/3 der Palisadenhöhe plus 10 cm (Palisade = 60 cm bedeutet Grabentiefe 30 cm) und in der Breite etwa doppelte Palisadenstärke.

 

SCHRITT 2:

Der Graben wird mit 15 cm Kies oder Schotter gefüllt und mit dem Stampfer verdichtet.

SCHRITT 3:

Spannen Sie nun unter Einsatz der Eisenstangen die Maurerschnur exakt in Fluchtrichtung und auf finaler Höhe der Palisaden.

SCHRITT 4:

Nun wird der erdfeuchte Fertigbeton in den Graben gefüllt und die erste Palisade passend zu Schnurhöhe und -verlauf gesetzt. Sie muss exakt mit der Wasserwaage ausgerichtet werden. Anschließend können Sie den Beton mit der Oberseite eines dickeren Hammers vorsichtig anstampfen. Halten Sie dabei die Palisade mit einer Hand fest. Oberhalb des Betons sollten noch ca. 10 cm Platz bis zum Erdreich bleiben.

SCHRITT 5:

Setzen Sie anschließend die zweite Palisade in den Beton. Auch sie muss mit der Wasserwaage ausgerichtet werden, denn Palisaden verlaufen leicht konisch. Ein „Kopf an Kopf“-Setzen würde zu einer schiefen Palisadenreihe führen.

SCHRITT 6:

Verfahren Sie auf die beschriebene Weise, bis die Palisadenreihe fertig steht. Jetzt sollten Sie mit der Maurerkelle den restlichen Beton beidseitig entlang der Palisaden zu einer 45°-Stütze hochziehen und glatt streichen.
Der Beton muss vor den weiteren Arbeiten nun in den kommenden drei Tagen aushärten.

SCHRITT 7:

Nach dem Aushärten wird der restliche Graben auf der Vorder- und Rückseite der Palisaden mit einer wasserdurchlässigen Schicht (Kies, Schotter) zu 3/4 angefüllt. Darüber kommt dann eine Schicht Gartenerde.
Fertig.
Mehr Informationen zum Anlegen von Gartenwegen und Beeteinfassungen finden Sie auch in unserem Ratgeber „Natursteine im Garten: Gartenweg und Beetbegrenzung anlegen“.

3. GARTENMAUERN AUS MAUERSYSTEMEN

Auch ohne fundierte Kenntnisse in klassischen Maurerarbeiten können Sie Ihr Grundstück schnell und einfach mit einer stabilen und optisch attraktiven Mauer eingrenzen.
Die unkomplizierteste Lösung sind mit Nut und Feder ausgestattete Mauersysteme.
Das Schöne: Für diese „Maurerarbeiten“ sind weder Spieß und Maurerkelle noch statische Berechnungen nötig.
Dabei stehen Ihnen unterschiedliche Konzepte zur Verfügung. Es gibt Systeme mit Nut und Feder wahlweise auf den Ober- bzw. Unterseiten oder an den Kopfseiten der Steine.
Zu diesen Komplettsystemen gehören zudem generell auch Halbsteine sowie nut- und federfreie Steine, die als glatte End-, Eck- und obere Abdecksteine eingesetzt werden. Die Verzahnung der Steine untereinander durch Nut und Feder, die Steintiefe von 24 bis 32,5 cm (je nach System) sowie ihr Eigengewicht machen Ihre Mauer sicher und stabil.
Bei der Maueroptik bieten sich Ihnen dank einer vielfältigen Auswahl verschiedener Dekore zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten. Ob in rauer Naturstein-Optik oder mit glatter Oberfläche, ob mit oder ohne zusätzliche Pfeilerelemente in Kontrastfarben oder in verschiedenen Grau- oder Brauntönen bzw. in Anthrazit – es ist mit Sicherheit immer eine Variante dabei, die Ihren Vorstellungen entspricht.
Die „Maurer“-Arbeiten an sich sind denkbar unkompliziert:

 

Auf einem frostsicheren Fundament, das Sie genau wie beim Setzen von Pflanzringen ab 100 cm Mauerhöhe als 80 cm dicke Schicht aus Füllstoff, Kies und Beton anlegen, werden Mauersysteme „narrensicher“ aufeinandergestapelt.

 

Der einzige Unterschied: Die oberste Betondecke muss glatt und in Waage hergerichtet werden. Sie können die erste Steinreihe sowohl in den noch erdfeuchten Beton waagerecht setzen (das gibt der Mauer mehr Stabilität) oder auch später auf die komplett ausgehärtete Betondecke aufbauen.
Gemauert wird wie bei jeder Mauer im Versatz. Hierzu beginnen Sie nach dem Setzen der untersten Reihe die zweite Steinreihe mit einem Halbstein, die dritte dann wieder mit einem ganzen Stein und so weiter. Zum Schluss bilden dekorative Abdeckplatten den oberen Mauerabschluss.
Übrigens: Wie Sie alternativ aus Natursteinen eine Gartenmauer errichten, können Sie in unserem Ratgeber „Natursteine im Garten: Mauer und Treppe bauen“ nachlesen.

 

Tipp 2: Gartentreppe aus Betonblockstufen

Blockstufen-Treppen sind eine weitere Option für Betonsteine im Garten
Die wichtigsten Grundregeln hierfür sind:

 

  • Das optimale Verhältnis von Steigung und Auftritt beträgt 62 cm.
  • Die unterste Stufe wird in ein Fundament aus 20 cm Kies und 20 cm Beton gesetzt.
  • Alle weiteren Stufen werden auf Kies mit 10 cm Mörtelbett gesetzt.
  • Jede Stufe sollte ca. 3 mm Gefälle nach vorne besitzen, damit kein Wasser stehen bleibt.
  • Die Vorderkante jeder Blockstufe überdeckt die vorherige Stufe um 3 cm.

 

 
Mehr Informationen zum Bau einer Gartentreppe finden Sie auch in unserem Ratgeber „Natursteine im Garten: Mauer und Treppe bauen“.

 

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