Bewässerungssysteme -und anlagen

Nicht nur die gute alte Gießkanne hat weitgehend ausgedient. Auch zum zeitraubenden Bewässern von Hand mit dem Gartenschlauch gibt es viele praktische und günstige Alternativen.

 

Gliederung

  1. Einfache Bewässerungsanlage – Aufstellbare Regnersysteme
  2. Ein Stück mehr Luxus – Fest verlegte Systeme, Einfache Automatik, Vollautomatik – Der digitale Garten

 

1. EINFACHE BEWÄSSERUNGSANLAGE

Nicht nur die gute alte Gießkanne hat weitgehend ausgedient. Auch zum zeitraubenden Bewässern von Hand mit dem Gartenschlauch gibt es viele praktische und günstige Alternativen.

Aufstellbare Regnersysteme

Mit Wasseranschluss, Gartenschlauch und Brausekopf als Basisausstattung können Sie bereits eine ganze Reihe zeitsparender und unkomplizierter Erweiterungen Ihres Bewässerungssystems vornehmen. In erster Linie empfehlen sich Sprinkler und Sprüher, die lediglich an das Verbindungsstück des ausgerollten Gartenschlauchs angekoppelt werden. An der gewünschten Stelle aufstellen, Wasserhahn aufdrehen, das war’s. Gegebenenfalls das Regnersystem nach und nach versetzen, bis alle Stellen Ihres Gartens gründlich gewässert sind. Welcher der verschiedenen Regner sich für Ihren Garten eignet, hängt von dessen Form und Größe sowie der Zusammensetzung der Gartenvegetation ab.

 

Kreisregner verteilen das Wasser aus vielen kleinen Düsen in einem bestimmten, meist einstellbaren Radius: gut geeignet für kleinere Garten- und Rasenflächen.

 

 

Viereckregner fächern das Wasser aus mehreren, nebeneinander liegenden Düsen über eine rechteckige Fläche hinweg: für mittelgroße, viereckige Gärten.

 

 

Impulsregner werfen einen festen, von Stoppern unterbrochenen Wasserstrahl in einem weiten Halbkreis: die erste Wahl für große Flächen mit robuster Vegetation.

 

 

Sprühregner verteilen das Wasser kreisförmig auf eher kleineren Flächen: geeignet z.B. für Beete und Vorgärten.

 

 

Kleinflächenregner verteilen das Wasser sanft und schonend in einem kleinen Radius, der Blätter und Blüten nicht benässt: generell geeignet für begrenzte Flächen.

 

Schlauchregner berieseln die Flächen mit einem feinen Sprühregen: geeignet für schmale Flächen in Beeten und für kleinere Ziergrünflächen.

2. EIN STÜCK MEHR LUXUS

Fest verlegte Systeme

Noch komfortabler als Aufsteller sind Bewässerungsanlagen mit fest im Garten verlegten Leitungsrohren.

 

Für ober- und unterirdisch verlegbare Bewässerungssysteme stehen stabile Kunststoffrohre oder Leitungen mit unkomplizierten Steck- und Schraubverbindungen, Winkeln, T-Verbindern usw. zur Verfügung.

 

Eleganter, weil unsichtbar, sind natürlich die unterirdischen Lösungen. Hierzu verlegen Sie Ihrem Gartenplan entsprechend die Rohre in einen 25 cm tiefen, mit Sand bedeckten Graben. Die Platzierung der verschiedenen Regner können Sie mithilfe von speziellen Anschlussteilen frei entscheiden.
Bei einfachen Systemen schaut der Regner stets ein Stück aus dem Boden. Raffinierte Lösungen bleiben solange vollständig versenkt, bis der Wasserdruck sie hochschnellen lässt.
Tröpfchensysteme sind eine sanfte und Wasser sparende Alternative zur Regnerlösung, um gezielt einzelne Pflanzen zu bewässern. Über Zuleitungen und regelbare Tropfer erreicht das Wasser nur den Boden in unmittelbarer Pflanzennähe. Umliegende Erd- und Pflanzenbereiche werden nicht bewässert. Eine ideale Lösung z.B. für Sträucher in Einzelstellung.
Ein poröser Schlauch eignet sich darüber hinaus perfekt, Gemüsebeete oder Heckenpflanzungen ohne unnötigen Wasserverlust direkt am Erdreich zu bewässern.

EINFACHE AUTOMATIK

 

Was geht heutzutage noch ohne Computer? Haben Sie sich für eine fest verlegte Bewässerungsanlage entschieden, können Sie diese mithilfe eines Computers vollautomatisch steuern. Die einfache Version funktioniert ähnlich wie eine Zeitschaltuhr an Ihrer Heizung: Tage, Uhrzeiten und Dauer der Bewässerung eingeben – der direkt an die Bewässerungsleitung montierte Computer steuert den Rest. Diese Lösung eignet sich speziell für Einrohr-Bewässerungsanlagen und ist nebenbei der zuverlässigste Gartenhelfer während Ihrer Abwesenheit, zum Beispiel in der Urlaubszeit.

 

VOLLAUTOMATIK

 

Bewässerungsanlagen mit mehreren Leitungs- und Regnersystemen für die verschiedenen Pflanzzonen Ihres Gartens benötigen einen entsprechend leistungsfähigeren Computer. Dieser steuert mehrere Bewässerungsstränge mit unterschiedlichen Bewässerungsprogrammen gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander.

 

So können Sie jeden Gartenbereich separat bewässern und exakt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen abstimmen.

 

Tipp 1: Der richtige Gartenschlauch

Gartenschläuche aus Kunststoff mit eingewebten Nylonfäden sind leicht und günstig.
Nachteil: hohe Knickgefahr, unflexibel bei kühlen Temperaturen.
Besser sind Gummischläuche, möglichst mehrschichtig aufgebaut.
Vorteil: hohe Geschmeidigkeit auch bei niedrigen Temperaturen; halten 20 Bar und mehr Wasserdruck aus. Nachteil: teurer, höheres Gewicht.
Einfache Reparatur: Loch oder Riss im Schlauch?
Den Schlauch einfach 2 cm links und rechts der defekten Stelle mit einer Schere oder einem scharfen Messer durchschneiden. Reparatur-Verbindungsstück auf beide Enden stecken, in der Mitte fest zusammenschrauben. Fertig.
 

Der digitale Garten

Nicht nur etwas für Hightech-Fans: Mithilfe von zusätzlichen Sensoren lässt sich die Bewässerung speziell von großen Gärten mit vielfältiger Vegetation besonders genau und effizient steuern. Sie messen beispielsweise permanent die Bodenfeuchte oder komplexe Daten wie Luftfeuchtigkeit, Lufttemperatur, Sonneneinstrahlung, Regenmenge und Verdunstung der Pflanzen. Die Daten werden an den Computer gemeldet, der daraus automatisch die optimale Bewässerung errechnet und steuert.
Besonders empfehlenswert sind Feuchtigkeitssensoren. Ähnlich dem Außentemperaturfühler der Heizungsanlage melden sie dem Computer, ob Bewässerungsbedarf besteht oder – z.B. bei Regen – derzeit genügend Feuchtigkeit vorhanden ist.

 

Tipp 2: Rechnen Sie doch mit Regen

Wird Ihr Garten über die Trinkwasserleitung gewässert, saugt er auf Dauer nicht nur eine Menge Wasser auf, sondern auch Ihren Geldbeutel ein gutes Stück leer.
Die einmalige Investition in eine Regenwasseranlage samt Elektropumpe kann sich da sehr schnell rentieren. Sie werden verblüfft sein, wie viel Regenwasser im Laufe eines Jahres von Ihrem Dach ungenutzt in die Kanalisation abfl ießt. Fragen Sie in Ihrer Gemeindeverwaltung oder beim regionalen Wetterdienst nach.
Regenwasseranlagen, -tonnen und -tanks gibt es in vielen verschiedenen Größen und Formen für ober- und unterirdischen Aufbau sowie für den Einbau in Ihren Keller.
Die Größe richtet sich neben der Platzfrage vor allem nach der nutzbaren Dachfläche Ihres Hauses.
Nutzbare Dachfläche = Grundfläche des Hauses plus Dachüberstände
Daraus wiederum lässt sich die Größe des Regentanks errechnen:
100 m² nutzbare Dachfläche = 4.500-l-Tank = Gärten bis 300 m²
ab 130 m² nutzbare Dachfläche = 6.000-l-Tank = Gärten größer als 300 m²
 
Übrigens: Mit dem kalkfreien Regenwasser tun Sie nicht nur Ihren Gartenpflanzen etwas Gutes. Sie können Ihre Regenwasseranlage auch so in Ihren privaten Wasserkreislauf integrieren, dass sich Waschmaschine und Toilettenspülung damit versorgen lassen.
 

 

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