Boden fliesen

Fliesen sind nicht nur schöne, sondern auch besonders pflegeleichte und praktische Alternativen zu Parkett, Laminat oder Teppich.

Fliesen sind nicht nur schöne, sondern auch besonders pflegeleichte und praktische Alternativen zu Parkett, Laminat oder Teppich. In manchen Fällen, wie bei Fußbodenheizung oder starker Beanspruchung, sind sie sogar die erste Wahl. Ob unglasierte Keramikfliesen, Natursteine oder Cotto – mit gründlicher Vorbereitung ist das Verlegen eine relativ unkomplizierte Angelegenheit.

 

Gliederung

  1. Vorbereitungen
  2. Fliesen verlegen
  3. Fliesen einfugen
  4. Fliesen aus Sockelleiste

 

1. VORBEREITUNGEN

Ein absolut ebener, trockener, rissfreier und sauberer Untergrund ist die wichtigste Grundvoraussetzung für einen langlebigen Fliesenboden. Sollten Sie deutliche Unebenheiten feststellen, müssen Sie diese zuvor mit Fließspachtel und Gummiabzieher ausgleichen. Beton und Estrich sind stark saugende Materialien. Eine Vorbehandlung mit Tiefengrund ist hier unumgänglich. Da Böden – vor allem in Dielen und häufig genutzten Wohnbereichen – durch Fußabtritte, Schmutz und regelmäßige Reinigung stark beansprucht werden, sollten Sie sich immer für eine robuste, nicht glasierte Steinzeugfliese entscheiden. Glasuren leiden mit der Zeit, die Fliesen werden unansehnlich. Außerdem können sie bei Feuchtigkeit sehr rutschig werden. Natursteinfliesen aus Granit oder Basalt sind ebenfalls widerstandsfähige und langlebige Alternativen. Marmor und Schiefer dagegen sind wesentlich empfindlicher, vertragen keine Säure und Lauge und benötigen eine spezielle Pflege. Fliesen werden ihrer Beanspruchbarkeit entsprechend nach Abrieb- und Kratzfestigkeit in Gruppen eingeteilt. Für den Privatbereich sollten Sie Fliesen der Abriebgruppe 3 oder 4 (von 5 = Ladengeschäfte, Schulen etc.) und mit einer Kratzfestigkeit der Gruppe 5–6 (von 7) verwenden. Unabdingbar ist zudem, dass Sie vor dem Verlegen einen genauen Verlegeplan erstellen. Nicht nur, um die korrekte Fliesenanzahl (Quadratmeter plus 10 % plus Fliesen für die Sockelleiste) zu erwerben, sondern auch, um ganz nach Ihrem Geschmack das Verlegemuster frühzeitig festzulegen. Denn so, wie Sie Ihre Fliesen verlegen, bestimmen Sie auch einen nicht unwesentlichen Teil der Raumgestaltung.

 

Tipp 1: Verlegeplan

Grundsätzlich sollten Sie möglichst nie an einer Wand entlang beginnen.

Ecken, Nischen, aber auch nicht rechtwinklige Wände werden sonst das Verlegebild asymmetrisch erscheinen lassen. Schlimmstenfalls müssen Sie Lücken mit ungleichmäßig zugeschnittenen Fliesen ausgleichen – und das harmonische Bild wird zerstört.

 

Rechtwinklige Verlegung
Messen Sie parallel zu den Außenwänden die Mitte des Raums längs aus und spannen Sie an dieser Linie entlang eine Schnur. Die erste Reihe Fliesen entlang dieser Schnur bis zur Kopfseite verlegen. Dann zu den Außenwänden hin weiterarbeiten. Die Randfliesen werden so in identischer Größe geschnitten.

 

 

 

Diagonale Verlegung
In Planung und Verlegung etwas aufwendiger: Zunächst Längs- und Querachse des Raumes vermessen und mit einer Schnur markieren. Dann dazwischen 45 ̊-Winkel ermitteln und ebenfalls kennzeichnen. Nun eine Fliesenreihe an der 45 ̊-Schnur entlang gerade verlegen. Anschließend entlang der Achsen die Fliesen diagonal (Spitze an Spitze) auslegen. Nun die Zwischenräume von der 45 ̊-Linie aus mithilfe von Fugenkreuzen mit Fliesen ausfüllen.

 

 
Beim Verlegen von Bodenfliesen gilt generell: Dehnungsfugen im Beton oder Estrich nicht mit Fliesen vollflächig überkleben, sondern als natürliche Anhaltspunkte nutzen und daran entlang verlegen.

 

2. FLIESEN VERLEGEN

WERKZEUG UND MATERIAL ZUR VERKLEBUNG

  • Flexkleber oder hochvergüteter Fließbettkleber mit Kunststoffzusatz
  • Spachtel
  • Zahnspachtel
  • Eimer
  • Rührquirl
  • Wasser

WERKZEUG UND MATERIAL ZUR VERLEGUNG

  • Wandfliesen
  • Fugenkreuze
  • Fliesenhexe (elastische Schnur)
  • ggf. Gummihammer
  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Richtschnur
  • Senklot
  • Winkel
  • Bleistift
  • Klebeband
  • Fliesenschneidemaschine
  • Fliesenzange
  • Papageienzange
  • Bohrmaschine mit Rundbohrer
  • Fliesenlochsäge
  • Glasschneider
  • Bogensäge mit Spezialsägeblatt

SCHRITT 1:

Das Kleberpulver (am besten Flexkleber) mit Wasser zu einer trägen Masse verquirlen. Mischen Sie immer nur so viel Kleber an, wie Sie in 20–30 Minuten verarbeiten können.

 

Tragen Sie mit dem Spachtel eine mittelgroße Menge Kleber auf und verteilen diesen mit dem Zahnspachtel im Dünnbett Verfahren gleichmäßig 1–5 mm stark auf eine Fläche, die für ca. 10 Fliesen reicht. Bei größeren Fliesen können Sie einen gröberen, bei kleineren einen feineren Zahnspachtel verwenden.

 

Dickere Fliesen, z.B. aus Naturstein oder Cotto, werden nicht in einem Dünnbett-Klebebett verlegt, sondern im sogenannten Dickbett-Verfahren. Dieses besteht aus einem deutlich dickeren Klebebett, um Differenzen in der Materialstärke besser ausgleichen zu können. Hierzu einen entsprechenden Zahnspachtel mit tiefen Einkerbungen verwenden.

SCHRITT 2:

 

Die erste Fliese wird nun entlang der Markierungsschnur angesetzt und in das Klebebett gedrückt. Eventuell mit einem Gummihammer nachfixieren.

 

SCHRITT 3:

Mithilfe von Fugenkreuzen die zweite Fliese präzise anlegen und andrücken. So die erste Reihe nach und nach fliesen, bis die Randfliese geschnitten werden muss. Reinigen Sie nach dem Verlegen gleich die Fugen von Kleberresten, zum Beispiel mit dem Zollstock oder einem kleinen Schraubenzieher. Lassen Sie an Wandecken genügend Platz für die Randfuge (mit Fugenkreuz überprüfen). Um ein möglichst harmonisches Farbbild zu erzielen, sollten Sie Fliesen immer aus mehreren Kartons gleichzeitig verwenden, um kleine Farbunterschiede im Gesamtbild natürlich wirken zu lassen.
Fugenkreuze sind je nach Fliesenstärke und -größe in unterschiedlichen Größen erhältlich. Die Faustformel lautet: Je größer die Fliese, desto breiter sollte die Fuge sein. Bodenfliesen vertragen 8 mm bis 20 mm breite Fugen.

SCHRITT 4:

 

Nun geht es ans Schneiden der Randfliese. Hierzu die benötigte Fliesenbreite mit dem Zollstock messen (Fugenbreite einrechnen!), Fliese mit dem Bleistift markieren, mit der Fliesenschneidemaschine entlang der Markierung einritzen und an der Kante vorsichtig brechen. Dann die Randfliese in das Klebebett eindrücken und mit der nächsten Fliesenreihe beginnen.

 

3. FLIESEN EINFUGEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Schwamm
  • Fugenmörtel
  • Rührquirl
  • Wasser
  • Eimer
  • Gummirakel
  • Tuch
  • Silikon
  • Presskartusche
  • Spülmittel

SCHRITT 1:

Nach dem Anziehen/Trocknen des Klebers können Sie zunächst alle Fugenkreuze entfernen und die Fliesenfläche mit einem feuchten Schwamm gründlich von Kleberresten etc. reinigen. Nun den Fugenmörtel mit Wasser im Eimer verquirlen. Achten Sie darauf, dass die Masse eine Konsistenz besitzt, die sich gut über die Fliesen abziehen lässt: nicht zu dick und nicht zu dünn.

SCHRITT 2:

 

Ziehen Sie die Fugenmasse mit einem Gummiwischer diagonal über die Fliesen in die Fugen. Die Fugenmasse muss absolut hohlraumfrei eingebracht werden. Lassen Sie die Masse anziehen, dann die Fliesen mit einem feuchten Schwamm reinigen und mit einem trockenen Tuch sauber polieren. Eine gründliche Reinigung der Fliesen können Sie erst nach dem vollständigen Austrocknen des Fugenmörtels vornehmen.

 

SCHRITT 3:

 

Wo Wasser benutzt wird, z.B. im Bad- und Duschraum oder in der Küche, werden nun die Fugenübergänge zu Wandfliese, Duschwanne, Sanitäreinrichtungen etc. mit einer wasserdichten Silikonschicht (farbig oder transparent) verfüllt. Hierzu die Ränder beidseitig sauber mit einem Kreppband abkleben, Silikon mit der Kartusche einpressen, Finger mit Spülmittel befeuchten und Silikonwulst glatt ziehen. Das Kreppband wieder entfernen.

 

 

Übrigens: Alte, unschöne Fugen lassen sich nach einer Reinigung mit frischer Fugenfarbe und Pinsel oder Schwamm schnell und einfach wieder optisch auffrischen.

 

 

Tipp 2: Knifflige Fälle

Problemfall nicht rechtwinklige Räume
Was tun, wenn sich herausstellt, dass die Wände des zu fliesenden Raums nicht exakt im rechten Winkel errichtet wurden (z.B. bei Altbauten etc.)? Hier bleibt Ihnen nur, entlang der Raummittelachse zwei Reihen Fliesen auszulegen und dann eine Reihe Fliesen im rechten Winkel dazu bis zu den Seitenwänden. Von hier aus dann auf die Kopfseiten hinarbeiten und die Randfliesen an Seiten und Kopfwand passend zuschneiden.

 

Übergänge zu anderen Bodenbelägen
Die sauberste Lösung ist, an der Übergangsstelle von Fliese zu Teppich oder Laminat eine zweiteilige Übergangsschiene anzudübeln, um einen sauberen Übergang zu schaffen und zugleich eine Dehnungsfuge einzuarbeiten.
Durchfliesen angrenzender Räume
Übernehmen Sie die Fugenausrichtung von Raum 1 durch den Türbogen hindurch in Raum 2, um eine gerade Flucht zu schaffen. An den Türpfosten die Fliesen passend zuschneiden und unter dem Türblatt eine Dehnungsfuge belassen.

 

 

 

4. FLIESEN ALS SOCKELLEISTE

Auch hier gilt: Der Wandbereich muss zuvor gründlich gereinigt und von allen Unebenheiten befreit werden.

 

Dann wird die Sockelfliese auf der Rückseite vollständig mit Kleber bestrichen und entsprechend dem Verlauf der Bodenfugen (Fugenkreuz zu Hilfe nehmen) auf der Randfuge an die Wand angedrückt.

 

Nach dem Trocknen des Klebers können Sie die Fugen mit zähflüssigem Fugenmörtel verfüllen, danach die Sockelfliesen reinigen.
Fertig!

 

Tipp 3: Fliesen auf Holzboden

Ein häufiger Fall bei der Renovierung von Altbauten: Statt den Holzfußboden mühsam zu entfernen und eventuell neuen Estrich anzulegen, können Keramikfliesen auch direkt auf einem möglichst ebenen und schwingungsfreien Holzboden verlegt werden. Dazu alle Dielen auf festen Sitz kontrollieren, notfalls neu fixieren (Schrauben, Nägel) und abschleifen. Danach Staub und Schmutz gründlich absaugen und Unebenheiten mit einer Spachtelmasse ausgleichen. Auf die Holzdielen wird nun eine wasserabweisende Holzgrundierung aufgebracht. Anschließend (ausschließlich) Flexkleber mit dem Zahnspachtel auftragen und die Fliesen wie gehabt verlegen.
 

 

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