Bodenfliesen

Arbeitsanleitung

Gibt es einen Bodenbelag, der für Küchen und Bäder praktischer ist als Fliesen? Wohl kaum! Auch für Wohnräume und den Keller wünschen sich viele diesen unvergleichbar pflegeleichten Boden: Wünsche, die sich erfüllen lassen und eine Investition, die sich über die Jahre bezahlt macht. Fliesen, Kleber und Werkzeug zum Verlegen bekommen Sie bei MAX BAHR.

Nicht alle Fliesen eignen sich für dieselben Zwecke. Erkundigen Sie sich nach den Abriebgruppen, bevor Sie z.B. eine Bodenfliese in Ihrer Diele oder Küche verlegen. Schauen Sie auch gleich nach dem geeigneten Kleber. Hier gibt es eine große Auswahl von Produkten, die genau auf die Eigenschaften der unterschiedlichen Verlege-Untergründe
abgestimmt sind. Welche Menge Sie für Ihren Boden brauchen, können Sie den Hinweisen auf den Verpackungen entnehmen. Dasselbe trifft für den Fugenmörtel bzw. das Fugenbunt zu. Und vergessen Sie beim Einkauf die Fugenkreuze nicht. Sie tragen wie die modernen Kleber mit dazu bei, daß das Fliesen auch für Ungeübte kein unlösbares Problem mehr ist.

Werkzeuge

  • Zahnspachtel oder -kelle
  • Fliesenschneidmaschine
  • Maßband oder Meterstab
  • Wasserwaage
  • Fliesen-Lochzange
  • Gummirakel
  • Gummihammer
  • Kartuschenpistole
  • Schwamm und Eimer
  • Gummi-Knieschützer
  • Gummi-Handschuhe

Fugenkreuze aus Kunststoff sorgen für gleichmäßige Fugen. Sie bekommen sie für verschiedene Fugenbreiten.

Erst planen, dann kleben...

Es ist empfehlenswert, Bodenfliesen in beiden Richtungen zunächst probeweise auszulegen. So sehen Sie rechtzeitig, wieviele Fliesen an den Rändern geschnitten werden müssen und ob sich die Fliesenschnitte nicht zum Teil vermeiden lassen. Sind die Wände bereits verfliest, sollten Sie sich bei gleichen Formaten der Bodenfliesen an dem Fugenlauf der Wandfliesen orientieren.

Bei der Einteilung von Bodenflächen spannen Sie in der Mitte des Raumes, parallel zu den Längswänden eine Gummischnur. An dieser Gummischnur beginnen Sie die Verlegung mit einer Fuge oder der Mitte einer Fliese.

Bei angrenzenden gefliesten Räumen übernehmen Sie an Türdurchgängen den Fugenverlauf. Schnittstücke und Dehnungsfugen setzen Sie genau unter das Türblatt. Bei Bodenflächen ab 25 m2 empfiehlt sich der Einbau einer Dehnungsfuge in der Flächenmitte. Eine Dehnungsfuge ist auch zu angrenzenden gefliesten Räumen einzusetzen.

Abriebgruppen

Unglasierte Bodenfliesen haben auch nach jahrelanger Benutzung keinen sichtbaren Abrieb. Glasierte Fliesen können dagegen durch starke Beanspruchung Abrieberscheinungen aufweisen. Wichtig: Je nach Beanspruchung die richtige Bodenfliese wählen. Entsprechend ihrer Belastbarkeit teilt man Fliesen in unterschiedliche
Abriebgruppen ein:

  • Abriebgruppe I und II: Leichte bis mittlere Beanspruchung - für Wandbeläge im Innenbereich; für Bodenbeläge
    nur in Baderäumen.
  • Abriebgruppe III: Mittelstarke Beanspruchung - für Bodenbeläge, z.B. in Wohn-, Schlaf- und Baderäumen; für leicht beanspruchte Kellerräume.
  • Abriebgruppe IV: Stärkere Beanspruchung - für Bodenbeläge, z.B. in Wohnräumen, Küchen, Dielen, Terrassen, Balkone (für Terrassen/ Balkone auf Frostbeständigkeit achten).
  • Unglasierte Bodenfliesen und Feinsteinzeug: Für sehr starke Beanspruchung auch im gewerblichen Bereich.

Untergrund

...muß sauber, rißfrei und tragfähig sein. Unebenheiten verspachteln oder mit Bodenausgleichsmasse glätten. Soll ein Fliesenboden anstelle eines alten Holzfußbodens treten, Ausgleichmasse speziell für Holzfußböden anwenden. Für die Vorbehandlung des Holzfußbodens empfiehlt sich eine Grundierung und die Verlegung eines Glasgittergewebes. Alternativ können vor der Fliesenverlegung auch geeignete Spanplatten oder Trockenestrich- Elemente auf den Holzboden verlegt werden.

Nachdem Sie den Raum vermessen und die ersten Fliesenreihen auf dem Boden angezeichnet haben, können Sie mit dem Kleben beginnen. Halten Sie sich an die Angaben des Herstellers. Falls Sie keinen gebrauchsfertigen Kleber, sondern einen Mörtel aus der Tüte verwenden, sollten Sie nur soviel davon anrühren, wie Sie in der nächsten Zeit verarbeiten können.

Fliesenkleber mit breiter Zahnkelle oder einem Zahnspachtel auftragen. Immer nur so große Flächen mit Kleber versehen, wie Sie in etwa 15 Minuten belegen können.

Mit leichter Drehbewegung die Fliesen fest ins Kleberbett und ganz in die Ecken der Fliesenkreuze drücken. Mit Gummihammer Fliese leicht festklopfen. Weitere Fliesenkreuze außen anlegen und die nächste Fliese plazieren.

Fliesen um Rohre legen: Löcher für Rohre auf Fliese anzeichen und Fliese durch die geplanten Löcher schneiden, dann Lochhälften knabbern. Beim Ankleben die beiden Hälften dicht zusammenschieben.

Bodenfliesen an der angezeichneten Linie mit Fliesenschneidmaschine schneiden. Mit Schneidrädchen anritzen und Fliese durch Niederdrücken des Hebels brechen.

Bodenfliesen sind wegen ihrer Dicke und Härte nur sehr schwer zu bohren. Mit einer Spezialzange, einem sog. Papageienschnabel, lassen sich aber - von einem Rand ausgehend - Löcher herausknabbern. Befinden sich die benötigten Löcher im Mittelteil der Fliese, sollten Sie diese teilen.

Um das Zuschnittmaß einer Randfliese zu ermitteln, legen Sie eine Fliese auf die vorletzte Reihe. Darauf kommt eine zweite, und zwar so, daß ihre Vorderkante bis auf eine Fugenbreite an die Wand reicht. An der Hinterkante können Sie jetzt die Schnittlinie auf der unteren Fliese anzeichnen.

Sockelfliesen schützen den unteren Wandbereich vor Verschmutzungen und Beschädigungen. Wenn Sie Sockelfliesen an die Wand kleben, mind. eine Fugenbreite Abstand zu den Bodenfliesen einhalten. Nach Aushärtung des Fliesenklebers (je
nach Untergrund ca. 24 - 48 Std.) mit dem Verfugen beginnen.

Die Fugen müssen sauber (frei von Kleberesten), trocken und gleichmäßig tief sein. Vorstehende Klebereste kratzen Sie heraus. Mit Gummirakel die Fugenmasse diagonal in die Fliesenfugen einarbeiten. Darauf achten, daß die Masse tief genug eindringt und alle Hohlräume bündig aufgefüllt sind.

Überschüssige Fugenmasse mit feuchtem Schwamm und Gummirakel entfernen. Dabei auch in diagonaler Richtung arbeiten. Nach dem Trocknen bleibt ein Schleier auf den Fliesen zurück, diesen mit einem trockenen Tuch abreiben.
Hartnäckige Stellen mit Zementschleier- Entferner beseitigen.

Tip

Fliesen können in der Farbe leicht unterschiedlich ausfallen. Um ein gleichmäßiges Farbspiel zu erreichen, sollten Sie Fliesen aus mindestens drei Paketen abwechselnd zur Verlegung entnehmen.

Die Fuge unter der Sockelfliese zur Bodenfliese sollte nicht mit Fugenmörtel verfugt werden. Diese Fugen sowie Anschlußfugen zu Objekten (z.B. Säulen, WC-Becken) bzw. Dehnungsfugen werden mit einer dauerelastischen Dichtmasse
(Silikon) ausgefüllt. Zum Glattstreichen nehmen Sie am besten einen Finger, den Sie zuvor in eine Lösung aus Geschirrspülmittel und Wasser tauchen.

Stößt der neue Fliesenboden an einen anderen Bodenbelag, arbeitet man eine Übergangsschiene ein (für unterschiedliche Fliesendicken zu bekommen). Sie wird in das Kleberbett gedrückt, bevor man die Fliesen auflegt. Damit die Kante eines z.B. angrenzenden Teppichbodens nicht ausfranst, wird dieser mit doppelseitigem Klebeband auf dem Untergrund verklebt.

Fliesenverlegung im Außenbereich

  • Für den Außenbereich sind grundsätzlich frostbeständige Fliesen sowie flexibler Fliesenkleber/ Fugenmörtel zu verwenden.
    Balkone und Terrassenbeläge sind Witterungseinflüssen und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Dies kann zu positiven bzw. negativen Ausdehnungen des Untergrundes (z.B. Estrich) führen.
  • Ein geeigneter Unterbau für die Fliesenverlegung speziell im Außenbereich ist deshalb sehr wichtig (im Zweifelsfall sollte fachlicher Rat eingeholt werden).
  • Der Untergrund sollte ein Gefälle von mindestens 2 % (ab Gebäude) aufweisen. 
  • Eine glatte Oberfläche des Untergrundes erlaubt eine einfache Verlegung im Dünnbettverfahren und verhindert Wasserstauungen, die Frostschäden verursachen können. 
  • Vor dem Auftragen des Klebers eine Grundierung mit einer Bürste satt auftragen und austrocknen
    lassen. 
  • Kleber gleichmäßig dick auftragen (6 - 8 mm) und mit einem groben Zahnspachtel durchkämmen.
  • Zusätzliches Auftragen von Kleber auf den Fliesenrücken verhindert Hohlräume, in denen sich Wasser sammeln könnte.
  • Bei hohen Außentemperaturen den Untergrund vorher anfeuchten. 
  • Bei der Fliesenverlegung ist je nach Untergrund nach einer Fläche von 2,5 - 5 lfd. Metern eine Dehnungsfuge von 10 mm Breite einzuplanen. Dehnungsfugen von 10 mm sind auch zu angrenzenden Bauteilen (z.B. Säulen, Wände) zu berücksichtigen.
  • Dehnungsfugen mit Silicon ausfüllen, nachdem die normale Verfugung abgeschlossen ist. Statt der Silikonfugen können auch spezielle Dehnungsfugenprofile eingesetzt werden.
  • Für den Außenbereich wird das gleiche Werkzeug sowie die gleiche Verlegetechnik (einteilen der Fliesen, schneiden, verfugen) wie im Innenbereich angewandt. Vermeiden Sie eine Verlegung bei direkter Sonneneinstrahlung.

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