Das braucht der Gärtner

Zu jedem Garten gehört ein gewisses Maß an Gartenarbeit samt einer passenden Ausstattung an Gartenwerkzeugen und -geräten.

Zu jedem Garten gehört ein gewisses Maß an Gartenarbeit samt einer passenden Ausstattung an Gartenwerkzeugen und -geräten. Je größer die Übereinstimmung zwischen Bedarf und Bestand, desto besser werden Sie Ihren Garten in Schuss halten können.

Und umso mehr Spaß wird Ihnen die Gartenarbeit letztlich machen. Diese vier Faktoren bestimmen Ihre Gärtnerausstattung:

  1. Die Größe und Struktur Ihres Gartens
  2. Die Zusammensetzung der Vegetation
  3. Ihre persönliche Einsatzbereitschaft
  4. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten von der Pflanzenpflege bis hin zu Holz- und Steinarbeiten

Natürlich gleicht kein Garten exakt dem anderen. Dennoch: In den Grundstrukturen ähneln sich die Gartentypen und somit auch die Empfehlungen für die praktischen Helfer bei der Gartenarbeit.

1. GRUNDAUSSTATTUNG FÜR DEN „STANDARD“-FAMILIENGARTEN

Gemeint ist hier der Garten eines modernen Einfamilienhauses, angelegt auf einem Grundstück von durchschnittlich 500-800 m². Vielfach besteht dieser aus einer Rasenfläche, verschiedenen Blumen- oder Staudenbeeten, einigen Gehölzen, möglicherweise noch einer Hecke als Sicht- und Windschutz sowie einem Holz- oder Metallzaun als Grundstücksabgrenzung. Bereits hierfür werden Sie eine gar nicht so kleine Auswahl an Gartengeräten benötigen. In vielen Fällen stehen Ihnen günstige manuelle Geräte und teurere, aber komfortablere Systeme mit Elektro- bzw. Motorantrieb zur Verfügung. Entscheiden Sie nach „gesundem Menschenverstand“ in Abhängigkeit von Gartengröße,

Ihrer verfügbaren Zeit und natürlich Ihrer Haushaltskasse.

Das gehört prinzipiell in jede Gärtnerwerkstatt:

  • Gartenschlauch mit variabler Düse zum Wässern
  • Gießkanne
  • Schaufel und Spaten aus Edelstahl mit Holzstiel
  • Metallene Gartenrechen, Gartenharke und Handgrubber
  • Gartenschere
  • Gärtnerhandschuhe, Eimer, Leiter

FÜR DEN RASEN

Natürlich ist ein Rasenmäher unabdingbar. Am besten gleich mit einem Fangkorb, der das Schnittgut sauber auffängt.

Bis zu einer Rasenfläche von ca. 500-700 m² ist ein Elektrorasenmäher die erste Wahl. Erst bei größeren Flächen macht ein starker Rasenmäher mit Benzinmotor wirklich Sinn, weil er effizienter mäht. Zudem wird irgendwann auch das mitzuführende Stromkabel eines elektrischen Geräts zum Problem. Achten Sie auf folgende Ausstattung: TÜV- und GS-Zeichen, variabel einstellbare Schnitthöhe, der Rasenfläche angepasst eine sinnvolle Schnittbreite, integrierte Mulchfunktion. Und hiermit komplettieren Sie Ihre Rasenpflegeausrüstung:

Rasenkantenscheren (manuell, Akkubetrieb) oder – bequemer – Rasentrimmer (Strom- oder Akkubetrieb)

Langstieliger Fächerbesen zum Sammeln von Schnittresten

Gartenrechen oder ein Elektro-Laubsauger für das Herbstlaub

Vertikutierer für saftig grüne, moos- und filzfreie Rasenflächen

Flächenregner zur lebenswichtigen Bewässerung (Anschluss an den Gartenschlauch)

FÜR DIE BEETE

Neben einer langstieligen Harke und einem Handgrubber zum Lockern des Bodens ist bei größeren Beeten eine Spatengabel zum gründlichen Umgraben und Lockern empfehlenswert.

Auch ein Unkrautstecher erleichtert die Beetpflege.

TIPP 1: WICHTIGE EXTRAS

Sie möchten einen rundum makellosen Garten mit gesunden Pflanzen, sauberen Steinfl ächen und gepflegten Holzelementen?
Dann gehören noch in Ihre Gärtnerwerkstatt:

  • Schubkarre
  • Sprühgerät (Drucksprühgerät oder Kolbenrückensprühgerät) zur Schädlingsbekämpfung
  • Fugenkratzer für unkrautfreie Gartenwege,Terrassen etc.
  • Fugenbürste für saubere Steinflächen
  • Eine Auswahl verschiedener Hacken (Feldhacke, Bügelzughacke) für perfekte Beetarbeiten
  • Bei größeren Gehölzen: eine Axt Aerofiziergabel für optimal belüftete Rasenflächen
  • Akkuschrauber, Flachzange, Hammer, Schraubendreher-Set, Holzschrauben und Nägel für kleinere Außenreparaturen
  • Kombileiter zum Anlehnen, Ausschieben und als Bockleiter für alle Arbeiten in der Höhe (Gehölzschnitt, Heckenschnitt, Zaunarbeiten, etc.)
  • Pinsel-Set und Pflegemittel (Lasuren, Öle) für die Holzpflege von Gartenmöbeln und Zäunen

FÜR DIE PFLANZEN

Gartenscheren gibt es als einschneidige oder zweischneidige Modelle. Die höhere Schnittkraft entwickelt die einschneidige.

Sind also lediglich Blumen, Blüten und Stauden zu beschneiden, können Sie beide Versionen einsetzen. Steht jedoch auch für Sträucher mit stabileren Ästen im Frühjahr und Herbst ein Schnitt an, sollten Sie sich für eine einschneidige Gartenschere entscheiden.
Die Schere muss rutschfeste, gummierte Griffe besitzen, gut in der Hand liegen und über ein Federsystem im Schneidkopf verfügen.

Bei noch dickeren Ästen eines Haselnuss-, Flieder- oder Rhododendronstrauches gehört auch eine langstielige Astschere sowie eine Handsäge zu Ihrer Grundausstattung.

Schlecht erreichbare Äste werden mit der Schneidegiraffe geschnitten.

FÜR DIE HECKE

Niedrig gehaltene, kleine Hecken können Sie mit einer manuellen Heckenschere in Form halten. Bei hoch gewachsenen bzw. langen Kirschlorbeer- oder Buchenhecken etc. werden Sie damit allerdings verzweifeln.

Hier kommen nur mit Strom oder Benzin betriebene Heckenscheren infrage. Die Leistung der Schere ermittelt sich aus der Nennleistung in Watt bzw. der Motorleistung in kW. Je mehr Power, desto effizienter schneidet sie.

Beachten Sie bei Heckenscheren:

  1. Das Schwert sollte beidseitig geschliffene Messer besitzen
  2. Die Schwertlänge sollte der Heckenbreite entsprechen
  3. Beachten Sie die auf der Verpackung angegebene Schnittstärke (Angaben in Millimeter, entspricht maximaler Aststärke)
  4. Sicherheitsschaltung und Schnellstopp sind unbedingt erforderlich

Um dem Hantieren mit dem Stromkabel beim Arbeiten mit Elektro-Heckenscheren zu entgehen, gibt es auch akkubetriebene Alternativen. Allerdings: Die Einsatzdauer ist beschränkt, die Schnittleistung meist eher gering. Die kraftvollsten sind auch hier natürlich Heckenscheren mit Benzinmotor.

2. DAS PROFI-EQUIPMENT FÜR GROSSE, VEGETATIONSREICHE GÄRTEN

Je größer und artenreicher Ihr Garten ist, desto mehr Arbeit macht er auch? Das stimmt nur zum Teil – sofern Sie Ihre Geräteauswahl darauf anpassen. Wer große, ggf. parkähnliche Anlagen mit weitläufigen Rasenflächen, vielfältigster Vegetation und Baumbestand komplett in Eigenleistung hegen und pflegen möchte, erleichtert sich die Arbeiten mit einem entsprechend umfassenden Gerätepark.

FÜR DEN RASEN

Rasen mähen wird gerade bei großen Flächen auf einem Rasentraktor zum puren Vergnügen. Wichtig sind ein schwimmend aufgehängtes, höhenverstellbares Mähwerk, eine grasnarbenschonende Bereifung und ein möglichst enger Wendekreis.

Mit Anhänger, Schneeketten und Schneeräumschaufel als Zubehör verwandeln Sie ihn in einen praktischen Ganzjahreshelfer.

FÜR UMFANGREICHE GEHÖLZARBEITEN

Für baumreiche Gärten gilt: Neben einer soliden Auswahl an Äxten und Handsägen gehört eine Kettensäge in jedem Fall in Ihre Gärtnerwerkstatt. Kettensägen sind als Elektro- oder Benzinversion mit entsprechend abgestufter Leistung verfügbar. Der Umgang erfordert Kraft, vor allem aber höchste Konzentration und maximale Sicherheitsvorkehrungen.

Achten Sie unbedingt auf Rückschlagschutz, mechanische Sofort-Bremse, Einschaltsperre und werkzeuglose Kettenspannung. Eine Ersatzkette sollte ebenfalls immer vorrätig sein
Was nun noch für den Hobby-Waldarbeiter fehlt, sind diese Profimaschinen:

Ein Holzspalter schafft jeden Baumstamm. Mit einer Spaltkraft von bis zu 10 Tonnen und mehr teilen Holzspalter auch den mächtigsten Stamm entzwei.

Diese Teile sowie dickere Äste werden dann in der Brennholz-Wippsäge zu handlichen Scheiten für den Kamin oder Kachelkamin verarbeitet.

Die Reste zerkleinert ein Häcksler zu Rindenmulch – dem optimalen Schutzmaterial gegen Austrocknung Ihrer Pflanzen im Sommer.

TIPP 2: ARBEITEN MIT DER KETTENSÄGE: DIE PROFIS ALS VORBILD

Beim Arbeiten mit einer Kettensäge gibt es eine unumstößliche Regel: Sicherheit zuerst
Machen Sie es wie die Profis bei Feuerwehr und Forstwirtschaft. Schützen Sie vor Arbeitsbeginn Kopf, Gesicht und Körper mit professioneller Sicherheitskleidung vor gefährlichen Holzsplittern und vor allem vor der laufenden Kette.

Tragen Sie deshalb immer:

  • Schutzhelm mit Schutzvisier für das Gesicht
  • Schnittschutzhandschuhe
  • Schnittschutzlatzhose
  • Schnittschutzstiefe

TIPP 3: HOLZ- UND STEINARBEITEN WIE DIE PROFIS

Gartenarbeit ist mehr als „nur“ Pflanzenpflege. Auch diverse Holz- und Steinarbeiten gehören für den ambitionierten Gärtner dazu.

Mindestausstattung für Holzarbeiten (Zäune, Pavillons, Überdachungen etc.)

  • Wasserwaage, Zollstock, Hammer, Maurerschnur, Schrauben- und Nagelsortiment
  • Vorschlaghammer
  • Schaufel und Spaten
  • Benzin-Erdbohrer
  • Handkreissäge
  • Stichsäge
  • Bohrmaschine mit Holzbohrer-Set
  • Elektrisches Sprühgerät zur Holzpflege
  • Schraubendreher-Set

Mindestausstattung für Steinarbeiten (Gartenwege, Terrassen und Gartentreppen etc.)

  • Wasserwaage (oder Schlauchwaage)
  • Zollstock, Maßband
  • Metallstangen und Maurerschnur
  • Bohrmaschine mit Stein- und Metallbohrerset
  • Gummihammer, Fäustel
  • Handstampfer
  • Winkelschleifer mit Trennscheiben für Steine und Fliesen
  • Schaufel, Spaten, Kreuzhacke

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