Dusche und Badewanne selbst einbauen

Ob Sie sich für eine Dusche oder eine Badewanne entscheiden, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab.

Persönliche Vorlieben, verfügbarer Platz und Kosten: Ob Sie sich für eine Dusche oder eine Badewanne entscheiden, hängt von ganz verschiedenen Faktoren ab. Beide Varianten sind in vielen unterschiedlichen Formen und Ausführungen erhältlich. Doch ob Sie es eher funktional oder luxuriös lieben, als vielseitig begabter Heimwerker dürfte Ihnen der Einbau nicht schwerfallen.

1. GRUNDSÄTZLICHES

Bevor Sie Ihre Entscheidung für Dusche oder Badewanne treffen, machen Sie sich folgende Dinge klar: Position und Platz Eine Dusche, Format 80 x 80 cm bis ca. 100 x 100 cm, lässt sich in nahezu jede Raumecke und an jede Badezimmerwand anbringen. Dagegen müssen Sie bei einer Badewanne von einem Platzbedarf von ca. 200 cm Länge und 120 cm Breite an der Oberkante ausgehen. Dafür lässt sich eine Badewanne auch unter einer Dachschräge einbauen, während eine Dusche samt Duschkabine eine Mindesthöhe von ca. 200 cm bis 220 cm benötigt.

Formen

Duschen und Badewannen sind in diversen Grundformen erhältlich. Speziell bei den Duschen können Sie aus vielen Formen diejenige aussuchen, die Ihren Wünschen und den örtlichen Gegebenheiten am ehesten entspricht: rund, halbrund, viereckig, fünfeckig usw. Auch die Wannentiefe ist in vielen verschiedenen Maßen wählbar: von bodenebener Duschwanne bis zur Sitzwanne.

Badewannen müssen ebenfalls nicht zwangsläufig in der klassischen länglich-ovalen Form eingebaut werden. Halbrunde oder fünfeckige Formen sind je nach Raumangebot attraktive und großzügige Alternativen.

Kosten

Neben den reinen Anschaffungskosten für Wanne und Unterbau benötigt eine Badewanne entsprechend ihrer Größe natürlich auch eine größere Materialmenge für die Verkleidung samt Fliesen.

Dagegen kann die Duschkabine je nach Material und Konstruktion zum kostspieligsten Faktor beim Duscheinbau werden. Es ist also ein Rechenexempel, das Sie noch um den Wasserverbrauch ergänzen müssen: Beim Duschen wird etwa 30% weniger Wasser verbraucht als beim Baden. Wenn Sie Ihre Badewanne dagegen mithilfe einer Trennwand auch zum Duschen nutzen, haben Sie natürlich den Wasserverbrauch deutlich flexibler „im Griff“.

Komfort

Mit einem ausgiebigen Bad in pflegenden, ätherischen Ölen verwandeln Sie Ihre Badewanne blitzschnell in eine heimische Wellness-Oase – als Entspannungstherapie für verspannte Muskeln und gestresste Nerven. Duschen dagegen erfrischt. Vor allem nach sommerlich heißen Arbeitstagen und schweißtreibendem Sport weckt eine Dusche neue Lebensgeister. Eine Heiß- Kalt-Dusche vertreibt zudem die Müdigkeit und bringt den Kreislauf in Schwung. Wer auf beides nicht verzichten möchte, sollte über eine Kombination nachdenken, die sämtliche Vorteile vereint: die Badewanne mit Trennwand zum Duschen.

Materialien

Dusch- und Badewannen bestehen entweder aus emailliertem Stahl oder Acryl.

Emaille-Stahl ist kratzfest, hält aber die Wärme nicht sonderlich gut und muss von einem Experten beim Einbau unbedingt geerdet werden. Acrylwannen dagegen sind optimale Wärmespeicher, dafür aber leider nicht absolut kratzfest.

Unterbau

Bade- und Duschwannen können auf zweierlei Weise aufgestellt werden:

In einen fertig geformten Wannenträger aus Hartschaum

  • Der Träger wird auf dem Boden mit PU-Schaum oder Mörtel verklebt.
  • Er muss absolut waagerecht stehen.
  • Er wird nach dem Einbau mit Fliesen verkleidet.
  • Das Gestell ist nicht höhenverstellbar.

Auf Metall- oder Kunststoffgestell

  • Das Gestell verfügt über höhenverstellbare Füße.
  • Diese können auf dem Boden aufgeschraubt oder mit Mörtel fixiert werden.
  • Erforderlich ist die zusätzliche Verkleidung und Stütze der Wanne durch Porenbetonsteine.

Vorarbeiten

Falls Sie Ihre alte Badewanne oder Dusche gegen eine neue austauschen wollen, sollten Sie das alte System grundsätzlich vollständig entfernen. Dann müssen Sie für einen absolut ebenen und trockenen Boden sorgen. Risse und Unebenheiten werden notfalls mit Mörtel ausgebessert. Untersuchen Sie nun die Wandfliesen auf Wasserdichtigkeit, vor allem im Bereich der Fugen. Eventuell müssen Sie bröckelnde Fugen auskratzen und mit neuem Fugenmörtel abdichten. Prüfen Sie auch den Zustand der nun offen liegenden Ablaufgarnitur (Rohre und Dichtungen). Sind die Rohre brüchig oder die Dichtungen ausgetrocknet, verwenden Sie für die neue Wanne in jedem Fall auch neue Ablaufmaterialien.

2. DUSCH- UND BADEWANNE EINBAUEN

WERKZEUG FÜR DEN WANNENEINBAU:

  • Wasserwaage
  • Bohrmaschine und Steinbohrer
  • Bleistift
  • Schraubendreher
  • Zollstock
  • Rohrzange
  • Feinsäge
  • Schrauben

FÜR DIE VERKLEIDUNG:

  • Eimer
  • Kelle
  • Fuchsschwanz
  • Porenbetonsäge
  • Reibebrett
  • Malerquast

MATERIAL FÜR DEN WANNENEINBAU

  • Wannen-System
  • Wannenfüße
  • HT-Ablauf- und Überlaufgarnitur
  • Haltewinkel
  • Dübel
  • Schrauben (alternativ: Schnellzement)

FÜR DIE VERKLEIDUNG:

  • Porenbetonsteine
  • Porenbetonkleber
  • Schnellzement
  • Tiefengrund
  • Dichtmasse
  • Dichtband
  • Fliesenmörtel
  • Fliesen
  • Silikon
  • Spülmittel

WANNE AUF METALL- ODER KUNSTSTOFFGESTELL

Prinzipiell ist das Aufstellen einer Badewanne und einer Duschwanne identisch – wenn auch in unterschiedlichen Größen und Gewichten. Daher können Sie die wesentlichen Montageschritte auf beide Systeme anwenden. Bei einer Badewanne sollten Sie allerdings für die ersten Arbeitsschritte einen kräftigen Helfer einplanen.

SCHRITT 1:

Als Allererstes immer: Drehen Sie den Haupthahn zu! Bringen Sie dann zunächst Ablauf und Überlauf an der Wanne an, indem Sie die Wanne kopfüber auf den Boden legen (Karton oder Decke unterlegen) und die Garnitur samt Abflusssieb montieren.

SCHRITT 2:

Nun wird das Trägergestell auf der Wannenunterseite angebracht. Zumeist besteht dies aus einem System mit Saugnäpfen (oder Klebepunkten) für die Wannenunterseite sowie verstellbaren und schalldämmenden Füßen. Platzieren Sie die Wanne dann am vorgesehenen Ort und stellen Sie die erforderliche Höhe mithilfe der drehbaren Füße ein.

Achten Sie dabei mithilfe der Wasserwaage darauf, dass die Wanne in allen Richtungen exakt waagerecht steht. An der Wandseite können Sie den Wannenrand zusätzlich mit einem Profilband schalldämmen.

SCHRITT 3:

Bei emaillierten Stahlwannen ist nun die Erdung durch einen Elektrofachmann gefordert.

SCHRITT 4:

Je nach Hersteller werden die Füße jetzt mit Bohrmaschine, Dübel und Schrauben oder mit je einem Batzen Schnellzement auf dem Boden fixiert. Bei Badewannen ist es empfehlenswert, sich zur zusätzlichen Stabilisierung nicht allein auf das Trägergestell zu verlassen, sondern die Wanne zusätzlich mit speziellen Haltewinkeln für Wannen auch an einer oder mehreren Mauerwänden zu befestigen.

SCHRITT 5:

Nun wird das Ablauf- und Überlaufsystem mit Siphon in einem Gefälle von 2-3% (= 2-3 cm pro Meter) mithilfe eines Verbindungsrohres am Fallrohr angeschlossen. Dazu notfalls das Rohr entsprechend mit der Feinsäge kürzen und eventuell passende Bögen verwenden. Die gesamte Verbindung darf nicht unter Spannung stehen und Rohre und Siphon sollten nicht auf dem Boden aufliegen.

SCHRITT 6:

Drehen Sie den Haupthahn kurzzeitig wieder auf und testen Sie durch einen Probelauf, ob der Ablauf tatsächlich dicht ist. Hahn wieder zudrehen – nun geht es ans Verkleiden.

SCHRITT 7:

Porenbetonsteine sind ideale Verkleidungen. Sie lassen sich mit einer speziellen Porensteinsäge oder einem stabilen Fuchsschwanz einfach passend sägen und werden lediglich mit einem Porenbetonkleber verklebt.

Achten Sie beim Mauern auf eine gleichmäßig dicke Klebeschicht. Die Steine werden wie bei allen Maurerarbeiten immer im Versatz von 1/3, bis 1/2 Steinlänge verarbeitet. Sie können die Steine entweder exakt bündig mit dem Wannenrand abschließen lassen oder sie etwa eine halbe Steinbreite seitlich hinausragen lassen. Dann müssen sie allerdings später auch diese Oberfläche mit Fliesen belegen, aber Sie haben sich eine kleine Extra-Abstellfläche geschaffen.

SCHRITT 8:

Nun sollten Sie die Porenbetonsteine mit Tiefengrund 1–2 Mal streichen, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden.

Anschließend werden die Steine mit badezimmertauglichen Fliesen verkleidet. Die Fliese gegenüber dem Ablaufsystem sollte in einen Revisionsrahmen gesetzt werden, um später wieder problemlos an Siphon und Ablauf heranzukommen (bei Undichtigkeiten, verstopftem Siphon etc.). Abschließend dichten Sie sämtliche Fugen rund um den Wannenrand mit fungizidem Sanitär-Silikon ab. Die Masse mit einem feuchten Finger (Wasser mit Spülmittel) glatt streichen und trocknen lassen.

TIPP 1: EMPFOHLENE RICHTMASSE

Bei einer Badewanne sollten Sie, falls möglich, folgende Höhen und Abstände einhalten:

Höhe der Armaturen über dem Wannenrand: ab 150 mm bis max. 350 mm.
Abstand der Armaturen von der Kopfseite: ca. 150 mm.
Gesamthöhe der Wanne (Oberkante) 560 – 600 mm.
Mindesthöhe der Duschkopfstange über dem Wannenrand: ca. 100 mm.

SCHRITT 1:

Nach dem Säubern des ebenen Bodens stellen Sie den Hartschaum-Wannenträger an der gewünschten Position auf und markieren Sie die Stelle, wo später das Über- und Ablaufsystem durch die Trägerwand hindurch zum Fallrohr verlegt werden soll.

Dann legen Sie den Wannenträger auf den Kopf und sägen an der Stelle mit dem Fuchsschwanz eine entsprechende Öffnung heraus.

SCHRITT 2:

Nun kann der Wannenträger mit Mörtelstreifen oder PU-Schaum auf dem Fußboden befestigt werden. Achten Sie dabei auf eine absolut waagerechte Ausrichtung.

SCHRITT 3:

Montieren Sie nun wie bereits beschrieben, das Ablaufsystem an der auf dem Kopf liegenden Wanne (Überlaufsieb, Ablaufsieb, HT-Rohre, Siphon). Anschließend wird die Wanne (Badewanne: zu zweit!) in den Wannenträger gestellt und mit der Wasserwaage ausgerichtet.

Danach verfahren Sie wie folgt: Abfluss mit dem Fallrohr verbinden, Dichtigkeit mit einem Probelauf kontrollieren, Wannenträger mit Tiefengrund streichen, verfliesen und alle Fugen rund um den Wannenrand mit Sanitär-Silikon abdichten.

3. DUSCHKABINE UND DUSCHABTRENNUNG MONTIEREN

Natürlich tut es auch ein einfacher, an Stangen befestigter Duschvorhang. Mit den farbenfrohen Mustern bringen Sie zugleich viel Frische ins Bad. Allerdings neigen Duschvorhänge schnell zu Flecken- und Schimmelbildung und sind nicht immer absolut dicht. Letztlich praktischer, komfortabler und schöner ist daher eine geschlossene Duschkabine für Ihre Dusche bzw. eine Duschtrennwand für Ihre Badewanne.

TIPP 2: SCHUTZ VOR FEUCHTIGKEIT!

Armaturen:
Wird eine Badewanne auch zum Duschen verwendet, denken Sie nicht nur an die Notwendigkeit einer umschaltbaren und wassersparenden Einhandmischarmatur, sondern gleich auch an die Montage einer Duschstange mit höhenverstellbarem Duschschlauch in ausreichender Länge.
Brausekopf:
Duschen wie unter einem warmen und sanften Regenschauer oder als angenehm prickelnde Massage? Mit einem Brausekopf mit verstellbarem Strahl haben Sie immer die freie Auswahl.
Sparduschen:
Auch beim ohnehin schon wassersparenden Duschen lässt sich der Verbrauch noch weiter reduzieren. Ein Dusch-Stopp unterbricht den Wasserfluss, ohne dass die Wassertemperatur bis zum erneuten Aufdrehen sinkt. Sparduschen können zusätzlich bis zu 50% Wasser sparen.

DUSCHKABINE

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Bohrmaschine
  • Steinbohrer
  • Schraubendreher
  • Sanitärsilikon
  • Schrauben

Die Auswahl an Duschkabinen ist enorm. Allein bei den Türen könnenSie sich zwischen einseitiger Schiebetür, doppelseitiger Schiebetür für den Eckeinstieg (jeweils mit 2 oder 3 Schiebeelementen), nach innen oder außen öffnenden Schwingtüren oder Pendeltüren sowie Falttüren entscheiden. Sie haben zudem die Wahl zwischen elegantem, aber auch teurem Echtglas oder preiswerterem Kunstglas – transparent oder milchig, schlicht oder mit edlem Dekor verziert – und zahlreichen weiteren Varianten. Form und Größe richten sich dabei natürlich nach der Form Ihrer Duschwanne. Sämtliche Bauelemente sind bereits werkseitig mit abdichtenden Gummierungen versehen. Achten Sie bei der Arbeit stets darauf, dass kein Werkzeug in die Duschwanne fällt und sie beschädigt. Am besten legen Sie sie zuvor mit einer schützenden Gummimatte oder Decke aus.

SCHRITT 1:

Halten Sie zunächst die Wandprofile senkrecht an die Wand an, indem Sie sie auf den Wannenrand stellen und mit der Wasserwaage lotrecht ausrichten. Markieren Sie die Bohrlöcher mit dem Bleistift.

SCHRITT 2:

Beim Anbohren der Profile achten Sie darauf, möglichst immer in die Fliese und nicht in die Fuge zu bohren und die Bohrmaschine nicht auf Schlag zu stellen. Sonst reißt die Fliese. Gegen unfreiwilliges Abrutschen hilft, die markierte Stelle mit Klebeband „einzukreisen“.

SCHRITT 3:

Nach dem Anschrauben der Wandprofi le werden je nach Hersteller und Seitenwandkonstruktion entweder die Führungsschienen montiert (bei Schiebetüren), die starren Seitenwände an den Wandprofilen gemäß Aufbauanleitung befestigt oder die oberen und unteren Rahmenprofile samt Mittelstütze angebracht. Bei Schiebetürwänden müssen Sie zunächst die untere Führungsschiene auf dem Wannenrand zusammenstecken und die Enden an den Wandprofilen befestigen. Dann verfahren Sie ebenso mit der oberen Führungsschiene, wobei eine zweite Person das vordere Ende festhalten sollte.

Nun können Sie das erste Element der Schiebetür in die Führungsschienen einschieben und am Wandprofil befestigen. Dann je nach Konstruktion das zweite und gegebenenfalls das dritte Element einschieben und erst zum Schluss die obere und untere Eckverbindung aufstecken.

Achtung: Andere Systeme verlangen, dass zunächst der gesamte Rahmen aufgebaut wird und die Türelemente nicht eingeschoben, sondern eingehängt werden. Achten Sie daher immer auf die jeweilige Montageanleitung in der Verpackung!

SCHRITT 4:

Nun werden die Fugen entlang aller Schienen (Wand und Wannenrand) von innen mit Sanitär-Silikon abgedichtet.

TRENNWAND AUF BADEWANNEN

Ähnlich der Arbeit bei einer Duschkabine müssen Sie zunächst das Wandprofil auf den Badewannenrand stellen und lotrecht an die Wand halten. Markieren Sie die Bohrlöcher, dann wird gebohrt, die Dübel eingefügt und das Wandprofil angeschraubt.

Achten Sie darauf, dass sich die Trennwand – als Klappwand oder Schwingwand – exakt auf dem Wannenrand befindet. Sonst läuft entweder Wasser darunter hindurch ins Badezimmer oder sie lässt sich bei ungenauem und zu niedrigem Einbau nicht mehr auf den Badewannenrand aufklappen.

Die Fuge entlang des Wandprofils wird wieder mit Sanitär-Silikon abgedichtet.

WANNE IN WANNENTRÄGER EINSETZEN

Die wesentlichen Unterschiede bei der Verwendung eines fertig geformten Wannenträgers aus Hartschaum ergeben sich vor allem bei den ersten Arbeitsschritten.

SCHRITT 1:

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