Fassade streichen

Ein schöner Fassadenanstrich ist nicht nur ein weithin sichtbares Aushängeschild Ihres Hauses.

Ein schöner Fassadenanstrich ist nicht nur ein weithin sichtbares Aushängeschild Ihres Hauses. Er schützt auch Putz und Mauerwerk vor allen Belastungen durch Witterung, Feuchtigkeit und Frost.

Farbige Fassadenanstriche sind zumeist auf mineralisch verputzten Häuserwänden zu finden. Doch im Prinzip können Sie auch Außenwände aus Ziegelstein, Kalksandstein, Faserzementplatten und Beton streichen. Und neben einem vorsorglichen Schutz der Bausubstanz Ihrem Haus auf diese Weise eine besonders freundliche und frische Ausstrahlung verpassen.
Erfahrene Heimwerker wissen: Die handwerkliche Herausforderung eines Fassadenanstrichs gehört eher in die Kategorie leichte bis mittlere Schwierigkeit. Die wichtigste Faustformel bei dieser Arbeit lautet „Sicherheit zuerst“. Wenn Sie nicht gerade einen Bungalow streichen müssen, findet Ihre Arbeit in luftiger und nicht ungefährlicher Höhe statt. Schwindelfreiheit, aber je nach Haustyp auch die Beratung bzw. Hilfe durch einen Fachmann beim Anbringen eines Gerüstes sind hier unbedingt erforderlich.
Das Arbeiten auf einer Leiter ist wesentlich gefährlicher und schränkt die Reichweite Ihrer Streichfläche erheblich ein. Das ständige Umsetzen der Leiter ist ebenfalls überaus lästig.

1. VORBEREITUNGEN

Bevor Sie Ihrer Außenfassade mit Farbe zu Leibe rücken, müssen Sie zwei wesentliche Aufgaben erledigen. Zum einen ist es entscheidend, die richtige Farbsorte zu wählen. Zum anderen müssen Sie den Untergrund gründlich auf Schäden hin überprüfen, diese gegebenenfalls ausbessern und ihn für den Anstrich vorbereiten.

FASSADENFARBEN

Außenfarben müssen eine Menge aushalten und viele Aufgaben übernehmen. Regen, Schnee, Frost und Schmutz dürfen ihr nichts anhaben können. Intensive Sonnen- und UV-Einstrahlung darf nicht zum Austrocknen und Abbröckeln führen.
Zudem schützen sie Putz und Mauerwerk vor Feuchtigkeit, Frostschäden und Algenbildung. Gleichzeitig dürfen sie das Mauerwerk nicht luftdicht abschließen, damit sich Wärme und Feuchtigkeit nicht im Mauerwerk sammeln und dort auf Dauer Schäden verursachen. Achten Sie beim Kauf auf den Fachbegriff „Wasserdampfdurchlässigkeit“.
Silikatfarben als mineralisch gebundene Farben sind sehr wasserdampfdurchlässig, verhindern zuverlässig Algenbewuchs, sind pflegeleicht, nahezu selbstreinigend und eignen sich zum Auftragen auf Mineralputz und Kalkstein. Allerdings sind sie wasserempfindlich und können bei der Verarbeitung ätzen.
Kunstharzdispersionsfarben als organisch gebundene Farben auf Basis von Acrylaten und Wasser werden häufig gleich schon als Fassadenfarbe bezeichnet. Sie bieten den Vorteil, wasserabweisend zu sein (Abperleffekt) und sich gefahrlos verarbeiten zu lassen. Dafür haben sie eine nur mittlere Verschmutzungsneigung und benötigen Algizidzusätze zur Verhinderung von Algenbildung.
Reinacrylate sind als hochwertigste Fassadenfarbe Kunstharzdispersionsfarben auf reiner Acrylatbasis
ohne Wasserzusatz. Das macht sie extrem widerstandsfähig gegen Nässe, Schmutz und Frost. Sie sind abwaschbar, eignen sich auch zum Streichen von Ziegel, Naturstein, alten Anstrichen und reinem Beton.
Silikonharzfarben schließlich bilden eine Art Brücke zwischen den organischen Kunstharz- und den mineralischen Silikatfarben inklusive einer Mischung beider Eigenschaften.
Alle Fassadenfarben lassen sich mit passenden Vollton- und Abtönfarben problemlos mischen.

TIPP : KLEINE FARBENKUNDE

Silikatfarben können ätzend wirken. Arbeiten Sie hier immer mit Handschuhen, langärmeliger Kleidung und Augenschutz. Silikat- und Dispersionsfarben verleihen Ihrer Fassade eine matte Optik, acrylathaltige Farben (Kunstharzdispersionsfarbe, Reinacrylate) sind dagegen in verschiedenen Glanzstufen erhältlich.
Glänzende Farben sind wesentlich schmutzabweisender als matte Farben, die meist eine gröbere Oberfläche besitzen, worin sich Schmutz absetzen kann.
Neuste Fassadenfarben haben bereits Algizide automatisch beigemischt. Achten Sie auf die Verpackungshinweise.
Ebenso sind Fassadenfarben mit integrierter Selbstreinigung im Baumarkt erhältlich.
Bei Voll- oder Abtönbeimischungen testen Sie die Farbwirkung erst an einer kleinen Stelle (vollständig trocknen lassen), bevor Sie die gesamte Wand streichen.

UNTERGRUND VORBEREITEN

Bevor die Farbe aufgetragen werden kann, muss der Untergrund optimal präpariert werden, um eine dauerhafte Haftung der Farbe sicherzustellen.
Dazu werden die Fassaden auf Moos, Algen und Wasserflecken untersucht und notfalls mit entsprechenden Mitteln behandelt. Wasserstellen trockenlegen und mit Feuchtblocker und Reinacrylat abdichten.

Bröckelnde Putzstellen werden mit einem rauen Besen gereinigt und ebenso wie kleinere Risse mit Putzmörtel und Spachtel ausgebessert. Entfernen Sie auch den Schmutz mit einem Besen, eventuell unter Mithilfe von Wasser. Stark verschmutzte Stellen müssen notfalls mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden.

Klopfen Sie den Putz auf hohle Stellen ab. Kleinere Hohlräume können Sie lösen und mit Putzmörtel reparieren. Bei größeren Flächen und stärkeren Schäden kommen Sie jedoch um das vollständige Entfernen des alten und das Aufbringen eines neuen Fassadenputzes nicht umhin.

In den meisten Fällen und speziell bei stark saugenden bzw. sandigen Untergründen wird bei einem Erstanstrich eine Vorbehandlung mit Tiefengrund notwendig.

Bei einem Überstreichen älterer Fassadenfarbe sind folgende Dinge zu beachten:

1. Haftet die alte Farbe noch optimal, mit einer Drahtbürste gut anrauen und den Staub gründlich abkehren

2. Machen Sie den Haftungstest: Farbe einritzen, Kreppband aufkleben und abreißen. Bleibt die Farbe am Klebeband hängen, trägt sie nicht mehr und muss entfernt werden.

3. Besteht der Anstrich aus Kalkfarbe, sollten Sie diese in jedem Fall komplett abkratzen, weil sich Kalkfarbe mit den modernen Dispersionsfarben nicht verträgt. Zudem ist hier eine Grundierung zwingend erforderlich.

2. FASSADE STREICHEN

WERKZEUG UND MATERIAL ALLGEMEIN

  • Stabile Ausziehleiter
  • Gerüststangen
  • Gerüstbretter
  • Gerüsthalter
  • Dübel
  • Bohrmaschine

VORBEREITUNG

  • Spachtel
  • Besen
  • Drahtbürste
  • Kreppband
  • Wasserschlauch
  • Hochdruckreiniger
  • Putzmörtel
  • Fungizide
  • Algizide
  • Tiefengrund für Fassaden

STREICHEN

  • Rührquirl
  • Malerrolle
  • Flachpinsel
  • Teleskopstiel
  • Klebeband
  • Abdeckfolie
  • Abstreichgitter
  • Fassadenfarbe

Allgemeines:

  1. Streichen Sie Ihre Hauswand möglichst nie bei praller Sonneneinstrahlung. Zum Streichen und Trocknen ideal sind mindestens 10 ̊C bis maximal 23 ̊C. Bei zu großer Hitze brennt die Farbe auf statt sich mit dem Untergrund dauerhaft zu verbinden. Am besten sind trockene, kühlere Sommertage oder die Abendstunden.
  2. Bei einem Erstanstrich müssen Sie die Fassade einmal vorstreichen. Um dabei Farbe zu sparen, können Sie sie mit 20% Wasser verdünnen.

SCHRITT 1:

Decken Sie alle gefährdeten Stellen wie Haustüren, Fenster, Gehwege, Terrassenfliesen etc. großzügig mit einer stabilen Abdeckfolie ab und fixieren diese mit Klebeband und/oder Gewichten. Diese Arbeit empfiehlt sich übrigens meist schon vor der Präparierung, Grundierung und Reinigung des Untergrundes.

SCHRITT 2:

Bei einem Erstanstrich die Farbe mit 15-20% Wasser verdünnen und zunächst die Ecken, Kanten, Fensterlaibungen sowie die Bereiche um Tür- und Fensterrahmen mit einem Pinsel vorstreichen.

Danach werden die Flächen mit der Malerrolle gestrichen. Hierzu die Rolle in die Farbe tauchen und am Abstreichgitter entlangrollen, um die Farbe gleichmäßig auf der Rolle zu verteilen.

SCHRITT 3:

Nach dem Trocknen des Vorstrichs folgt nun mit unverdünnter Farbe der Haupt- oder Endanstrich. Hierzu beginnen Sie mit dem Pinsel wie beim Vorstrich zunächst wieder an den kritischen Stellen. Beim Arbeiten mit der Rolle achten Sie dar- auf, zusammenhängende Flächen immer an einem Stück zu streichen, um Nähte und Farbansätze zu vermeiden.

Gestrichen wird zunächst in Längsrichtung (waagerecht), dann quer und zum Schluss erneut längs. Dieser Vorgang sollte nass in nass erfolgen, um eine maximale Deckkraft zu erzielen.

Im Wesentlichen war’s das schon. Nun noch das Gerüst etagenweise abbauen, gegebenenfalls die Bohrlöcher zur Fixierung mit Putzmörtel füllen und anschließend überstreichen. Fertig ist das neue Gesicht Ihres Hauses.

3. FASSADE REINIGEN UND RENOVIEREN

Ganz gleich, wie umsichtig Sie sind, alle paar Jahre ist ein neuer Fassadenanstrich fällig. Denn allein schon die Schutzfunktion der Farbe für Putz und Mauerwerk sollte regelmäßig erneuert werden.
Hinzu kommen die Verschmutzung durch Wetter- und Umwelteinflüsse, Schäden am Putz usw.

In der Zwischenzeit lassen sich gestrichene Fassaden einmal jährlich problemlos reinigen:

  • Gering verschmutzte Stellen mit Wasserschlauch und Besen reinigen

  • Stark verschmutzte Stellen mit dem Hochdruckreiniger säubern

Und so renovieren Sie kleinere Schäden an verputzten Wänden:

Wasserflecken:

  • Ursache erforschen, Farbe und Putz vorsichtig abklopfen, Stelle ggf. mit dem Heißluftföhn trocknen
  • Feuchtblocker auftragen
  • Putzmörtel mit dem Spachtel auftragen, trocknen lassen und überstreichen

Algen und Moos:

  • Stelle mit dem Hochdruckreiniger gründlich säubern
  • Algizide und Fungizide auftragen
  • Starke Algen- und Moosbildung vom Fachmann untersuchen lassen
  • Übrigens: Feuchtes Klima, wenig Frost und Umweltverschmutzung fördern das Algenwachstum; im Endeffekt ist dauerhafter Schutz verputzter Fassaden gegen Algen in unseren Breiten leider nicht möglich

Risse:

  • Mit Stielspachtel aufkratzen und ausbürsten
  • Fassadengrund auftragen und trocknen lassen
  • Mit wetterfestem Rissfüller verschließen
  • Erneut überstreichen

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