Gartenmöbel richtig pflegen

Gartenmöbel werden mit Sorgfalt und nach persönlichem Geschmack ausgesucht.

Gartenmöbel werden mit Sorgfalt und nach persönlichem Geschmack ausgesucht. Schließlich sollen sie durch ihr Design den Garten dekorativ verschönern und zugleich bequem und praktisch sein. Um diese Aufgaben viele Jahre lang erfüllen zu können, benötigen sie je nach Material ein unterschiedliches Maß an Pflege: zur Verlängerung der Lebensdauer sowie zur Erhaltung einer attraktiven Optik.

1. GRUNDWISSEN

Gartenmöbel bestehen aus den Basismaterialien Holz (Weichholz, Hartholz), Metall (Aluminium, Eisen, Stahl) oder Kunststoff sowie aus allen erdenklichen Kombinationen. Korb, Rattan oder Bambus und Bespannungen aus Textilien komplettieren die Materialliste. Gleich welchen Materials, die Möbel müssen robust und widerstandsfähig sein. Von April bis September/Oktober sind sie Wind und Wetter ausgesetzt. Regen, Sonne, UV-Strahlung, Hitze und Kälte sowie der normale Nutzungsverschleiß setzen den Möbeln Jahr für Jahr zu. Dabei reagieren die verschiedenen Materialien ganz unterschiedlich auf diese Belastungen. Entsprechend variieren Pflegeaufwand und Pflegemittel.

2. ZEITLOS NATÜRLICHER CHARME MIT PFLEGEPFLICHT: GARTENMÖBEL AUS HOLZ

Gartenstühle, -tische und -bänke aus Holz sind die klassischen, langlebigen und robusten Möbel mit der natürlichsten Ausstrahlung. Sie lassen sich zudem leicht reparieren, liegen dafür aber in der Anschaffung im ober en Kostenbereich.

Wie jedes Material aus der Natur unterliegt auch Holz den Veränderungsprozessen durch äußere Einflüsse. Sonne und UV-Strahlung, Trockenheit und Nässe, Kälte und Hitze fördern Verwitterung, Ergrauen, Rissbildung und schlimmstenfalls Fäulnis. Schmutz setzt sich ohnehin immer in die kleinen Unebenheiten der Oberfläche. Im Winter kann eindringendes Wasser gefrieren und sogar die Leimverbindungen beschädigen. Das Möbelstück wird instabil. Holzmöbel sind daher diejenigen mit dem größten Arbeits- und Pflegeaufwand. Holzmöbel unterscheidet man in Hart- und Weichholz.

1. Zu den Weichhölzern zählen z.B. Fichte, Lärche und Kiefer.
2. Zu Harthölzern gehören Buche und Eiche, aber auch tropische Hölzer wie Teak, Mahagoni und Eukalyptus.

3. Hartes Tropenholz wie Teak ist zwar teurer, dafür aber besonders witterungsbeständig. Das Holz ist so dicht gewachsen und ölig, dass praktisch kein Wasser eindringen kann.

4. In jedem Fall sollten Ihre Möbel das Gütesiegel „FSC“ aufweisen. Es beweist, dass das Holz aus nachhaltiger, ökologisch kontrollierter Waldwirtschaft stammt. Besonders Tropenholz darf nicht unkontrolliert aus dem Regenwald geschlagen worden sein.

5. Heimische Hölzer sollten zudem bereits druckimprägniert sein.
Prinzipiell machen Weichhölzer mehr Arbeit, Harthölzer vertragen in der Regel sowohl Umweltein flüsse als auch die aggressive UV-Strahlung besser. Dennoch bleibt für beide Varianten ein gewisser und vor allem regelmäßiger Pflegeaufwand unumgänglich.

a. Holzmöbel müssen im Winter grundsätzlich in einen trockenen, kühlen Raum verbracht werden, z.B. im Keller oder im Gartenhaus.

b. Im Frühjahr werden die Möbel gründlich mit Seifenlauge und Bürste gereinigt und danach mit klarem Wasser abgespült.

c. Für hartnäckigen Schmutz empfehlen sich bei unlackierten Möbeln spezielle Mittel zum Entgrauen.

d. In besonders gravierenden Fällen wird das Möbelstück bis auf das gesunde Holz abgeschliffen (Schleifpapier oder Schleifmaschine) und gründlich von allen Staub- und Schleifresten gereinigt.

e. Anschließend erfolgt nach dem Trocknen das Auftragen eines für die Holzart geeigneten Pflege-Öls (Hartholz-Öl oder spezielles Öl z.B. für Teak, Eukalyptus etc.) bzw. einer transparenten, UV-beständigen Lasur.

f. Streichen Sie immer in Richtung der Holzmaserung.

g. Verwenden Sie zum Auftragen ein weiches Tuch oder einen Pinsel und schützen Sie den Boden vor Öltropfen mit einer Unterlage aus Pappe oder Zeitungspapier.

h. Die Trocknungszeit beträgt ca. 8 Stunden.

i. Reinigung und das Auftragen von Pflege-Öl sollten zwei Mal pro Jahr durchgeführt werden. Eine neue Lasur ist alle 3-4 Jahre erforderlich (beachten Sie die Verpackungsangaben).

j. Teak und andere Harthölzer erhalten im Laufe der Zeit eine silbergraue Patina. Es bleibt Geschmackssache, sie mit Pflege-Öl zu vermeiden bzw. leicht abzuschleifen oder einfach zu belassen.

TIPP 1: HOLZ FARBENFROH STREICHEN

Naturfarbe oder frischer, bunter Anstrich: Nicht immer nur eine Geschmackssache. In der Regel werden nur Weichhölzer aus Kiefer, Fichte etc. gestrichen bzw. lackiert.

Eine Gartenbank in frischem Blau oder Rot vor dem Haus oder mitten im Garten ist dafür aber immer ein charmanter Blickfang.

  • Dazu wird das naturfarbene Möbelstück mit Schleifpapier angeraut, der Staub gründlich entfernt.
  • Bringen Sie dann mit einem Pinsel eine Acryl-Grundierung auf.
  • Nach dem Trocknen wird das Holz mit einer wetterfesten Holzfarbe oder einem entsprechenden Lack gestrichen.
  • Für eine optimale Deckung werden Sie beim ersten Mal zwei Anstriche benötigen.

Bereits gestrichene Möbel:

  • Die alte Farbe mit Schleifpapier, ggf. Drahtbürste und Spachtel entfernen.
  • Alternativ Abbeizmittel verwenden.
  • Acryl-Grundierung aufbringen.
  • Neue Acryl-Lackfarbe mit dem Lackier-Pinsel aufstreichen.

Wer keinen Glanzeffekt möchte, kann matte Lackfarben verwenden oder eine farbige Acryl-Lasur bzw. Dickschichtlasur.

3. PFLEGELEICHT, ELEGANT ODER RUSTIKAL: GARTENMÖBEL AUS METALL

Aluminium:

Reine Alu-Möbel strahlen durch ihre stumpfe, silbrige Oberfläche eine betont puristische Eleganz aus. Sie sind schicke Leichtgewichte, die praktisch keiner besonderen Pflege bedürfen und dennoch allwettertauglich und besonders langlebig sind.

Es genügt schon, sie regelmäßig mit einem weichen (!) Tuch oder Schwamm und handelsüblichem Reinigungsmittel zu säubern. Verwenden Sie keine rauen Tücher – das weiche Aluminium zerkratzt leicht. Im Winter werden Alu-Möbel in Keller, Gartenhaus oder Garage eingelagert. Vielfach jedoch werden Aluminiummöbel mit Textilien (z.B. Segeltuch) und/oder Holz kombiniert. In diesen Fällen müssen Sie die Pflege den Materialkombinationen anpassen.

Stahl:

Möbel aus feuerverzinktem Stahl bestechen durch ihr exklusives Design. Sie sind jedoch verhältnismäßig teuer. Dafür reduziert sich der Pflegeaufwand nahezu gegen null. Sie können dank der hochwertigen Oberflächenbehandlung nicht rosten, nehmen auch gröbere Behandlungen recht klaglos hin. Feuerverzinkter Stahl ist sehr widerstandsfähig gegen Kratzer und Stöße.

Eisen:

Guss- oder schmiedeeiserne Gartenmöbel bringen den Charme des 19. Jahrhunderts in Ihren Garten. Zumeist in runden Formen gestaltet und reich mit Ornamentik verziert, zaubern sie ein romantisches Flair herbei.

Moderne Fertigungsmethoden mit verzinkten und eingebrannten, pulverbeschichteten Oberflächen verhindern weitgehend jede Rostbildung. Regelmäßiges Säubern mit Tuch und Reinigungsmittel genügt. Es sein denn, die Möbel weisen Kratzer auf, die durch die behandelte Oberfläche hindurch bis auf das reine Eisen reichen. Dann müssen Sie die Stelle mit Schmirgelpapier gründlich abschleifen, ggf. eine Rostschutz-Grundierung aufbringen und anschließend die Stelle mit einem farblich passenden Lackstift ausbessern.

Für einen neuen Anstrich den alten Lack mit einer Schleifmaschine gründlich entfernen, Lackreste ggf. mit dem Spachtel abkratzen. Dann das Eisen mit einer Rostschutz-Grundierung einstreichen, trocknen lassen und die neue Lackfarbe mit einem Pinsel auftragen. Neueste Metall-Schutzlacke bieten übrigens bereits Rostschutz und Lackierung in einem. Das erspart einen ganzen Arbeitsgang.

4. RESISTENT, BEQUEM UND VIELSEITIG: GARTENMÖBEL AUS KUNSTSTOFF

Generell sind Kunststoff-Möbel recht pflegeleicht. Weitere Vorteile: Sie sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und passen somit praktisch in jedes Gartenambiente. Die Möbel sind meist recht leicht und lassen sich problemlos für den Winter in den Keller tragen.

Ältere und auffallend billige Gartenmöbel aus Kunststoff haben jedoch einen Nachteil: Das Material verträgt sehr große Hitze auf Dauer schlecht. Es wird spröde und kann zudem durch die UV-Bestrahlung ausbleichen. Ob aus PVC oder Polypropylen: Wählen Sie daher immer hochwertige Kunststoff-Möbel mit UV-Schutz.
Gereinigt werden Kunststoffmöbel mit schonenden (keinen scharfen) Haushaltsreinigern, Tuch oder Schwamm. Notfalls kann auch ein Hochdruckreiniger gegen hartnäckigen Schmutz eingesetzt werden.
Übrigens: Aus Polypropylen (PP) hergestellte Möbel lassen sich leider nicht in einer neuen Farbe überstreichen. Kunststoffmöbel sollten im Winter generell eingelagert werden. Starker Frost kann u.a. zu Rissen führen.

TIPP 2: RATTAN, BAMBUS, STOFFE

Natur-Rattan oder Bambusmöbel sind besonders attraktiv, aber auch im hohen Maße witterungsempfindlich.

Sie benötigen schützende Lasuren. Den Winter über müssen sie in einem trockenen, kühlen Raum gelagert werden. Immer beliebter werden Polyrattan-Möbel aus Kunststoff in authentischer Rattan-Optik. Sie sind extrem witterungsbeständig, pflegeleicht und werden wie Kunststoff-Möbel behandelt.

Mit Textilien bespannte Gartenmöbel:
Feucht gewordene Tuche und Stoffe beginnen zu riechen. Bei starker Sonneneinstrahlung besteht Ausbleich-Gefahr. Daher mit Tuch bespannte Möbel im Sommer gelegentlich schattig stellen. Im Frühjahr und Herbst über Nacht an einem trockenen Ort lagern, im Winter generell trocken einlagern.

Zurück

© 2018 Praktiker.de Alle Rechte vorbehalten.