Hecken pflanzen und pflegen

Hecken übernehmen viele nützliche Aufgaben: natürlicher Sicht-, Wind- und Lärmschutz, Schattenspender, lebender Staubfilter...

1. HECKENARTEN

Hecken übernehmen viele nützliche Aufgaben: natürlicher Sicht-, Wind- und Lärmschutz, Schattenspender, lebender Staubfilter, blühender Gartenzaun-Ersatz, dekorative Gartenzierde sowie Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinlebewesen.
Welche Aufgaben sie in Ihrem Garten erfüllen, hängt davon ab, für welche Heckenart Sie sich entscheiden.

SCHNITTHECKEN ODER FREI WACHSENDE HECKEN?

Von Hainbuche und Kirschlorbeer bis Brombeere und Sanddorn können Sie zahlreiche Pflanzen für Ihre Hecke verwenden. Dabei entscheidet Ihre Pflanzenwahl auch über Dichte, Wachstumshöhe und Funktion Ihrer Hecke. Frei wachsende Hecken benötigen keinen regelmäßigen, Form gebenden Schnitt. Mit einer bunten Mischung aus Blütensträuchern und Laubgehölzen gestalten Sie ein abwechslungsreiches Gesamtbild. Lassen Sie der Hecke aber auch in Höhe und Breite (bis 3 Meter!) den Raum, sich voll entfalten zu können.

Schnitthecken bestehen aus einer Pflanzenart. Höhe, Breite und Dichte geben Sie mit Ihrer Heckenschere vor – abhängig von der gewählten Pflanzenart. Als grüner und lebendiger Zaunersatz sind sie deshalb besonders geeignet, benötigen allerdings auch mehr Pflege.

IMMERGRÜNE ODER LAUB ABWERFENDE HECKEN?

Wenn Ihre Hecke einen ganzjährigen Sicht-, Wind- und Lärmschutz übernehmen soll, empfehlen sich immergrüne Pflanzen. Laubgehölze wie Kirschlorbeer oder Buchsbaum wachsen blickdicht und 2 bis 5 Meter hoch. Auch Nadelhölzer wie Eibe oder Zypresse eignen sich als permanent grüne Begrenzung.
Sind diese Eigenschaften nicht zwingend erforderlich oder nur zwischen Frühjahr und Herbst gewünscht, können Laub abwerfende Pflanzen wie Hainbuche oder Feldahorn großartige Alternativen sein. Schließlich bietet die jährliche Laubfärbung auch optisch viel Abwechslung – mit dem Nachteil, dass Herbstlaub zusätzlich zu Schnitt und Auslichten noch etwas mehr Arbeit macht.
Noch mehr Farbenpracht in Ihrem Garten erhalten Sie mit besonders schön blühenden Heckenpflanzen.

TIPP 1: ÜBERSICHT HECKENPFLANZEN

Hier eine Auswahl von Heckenpflanzen

Schnitthecken: Immergrüne Laubgehölze
Buchsbaum, Kirschlorbeer, Berberitze, Feuerdorn, Stechpalme, Liguster, Geißblatt, Mahonie
Schnitthecken: Laub abwerfende Gehölze
Hainbuche, Rotbuche, Feldahorn, Weißdorn, Fingerkraut, Purpurweide, Spierstrauch, Hartriegel, Haselnuss
Schnitthecken: Nadelgehölze
Eibe, Lebensbaum, Scheinzypresse, Leyland-Zypresse
Frei wachsende Hecken
Prinzipiell können Sie Schnittheckenpflanzen natürlich auch einfach frei wachsend in Ihren Garten einpflanzen.
Zusammen mit Sträuchern ergibt sich immer ein abwechslungsreiches Bild.
Blütenhecken: Farbenpracht mit Funktion
Besonders schöne Blüten ergeben:
Brombeere, Johannisbeere, Haselnuss, Liguster, Rotbuche, Holunder, Schlehe, Weißdorn, Sanddorn, Feuerdorn,
Deutzie, Spierstrauch, Kanadische Felsenbirne, Forsythie

2. HECKEN PFLANZEN

PFLANZZEIT

Der beste Zeitpunkt zur Anpflanzung einer Laub abwerfenden Hecke ist die Zeit von September bis Anfang November. Immergrüne Laub- und Nadelgehölze können sowohl Ende August als auch noch in der zweiten Aprilhälfte gepflanzt werden.
Besonders robuste Heckenpflanzen mit Wurzelballen dürfen Sie auch schon ab Mitte März einpflanzen. Pflanzen in Containern können Sie außer an Frosttagen nahezu ganzjährig setzen.

PFLANZVORBEREITUNG

Spannen Sie als Anhaltspunkt zunächst entlang des geplanten Heckenstandorts eine Schnur. Bei blickdicht wachsenden Hecken sollten Sie nicht für jede Pflanze ein eigenes Loch graben, sondern praktischerweise gleich einen Graben ausheben.

Tiefe und Breite richten sich dabei nach der Größe des Wurzelballens (= knapp doppelte Ballengröße). Die braune Färbung am Wurzelhals zeigt Ihnen, wie tief Ihre Heckenpflanzen vorher in der Baumschule standen und nun auch wieder eingepflanzt werden sollten.

Ziehen Sie dann mit dem Spaten an den Rändern der Löcher bzw. des Grabens einen Gießrand. Nun noch den Boden mit organischem Dünger, Kompost oder Torf anreichern und bei lehmigen Böden eventuell ein Kiesbett zur Verhinderung gefährlicher Staunässe anlegen.

PFLANZDICHTE

Abhängig von der Gehölzart und dem Zweck Ihrer Hecke sollten Sie folgende Pflanzenabstände einhalten:
frei wachsende Pflanzen ca. 2 Jungpflanzen pro Meter
Nadelgehölze ca. 2 – 3 Pflanzen pro Meter
Schnittheckenpflanzen 2–5 Pflanzen pro Meter (abhängig von der Pflanzenart)

PFLANZUNG

 

Das Ballentuch nach dem Einsetzen der Pflanze öffnen und seitlich unter den Wurzelballen schieben, damit die Wurzeln später frei weiterwachsen können. Pfanzen ohne Wurzelballen vor dem Einpflanzen eine Zeit lang (15 – 20 Minuten) in Wasser stellen.

Nach dem Einsetzen Loch bzw. Graben zur Hälfte mit dem Aushub auffüllen, gründlich wässern und erst danach komplett auffüllen.

Rundherum fest antreten und erneut gründlich wässern. Zum Schluss die Pflanzstelle mit Rindenmulch, Torf oder Kompost abdecken. Das hält den Boden länger feucht und reduziert den Unkrautwuchs.

PFLEGE

Hecken sind Pflanzenansammlungen auf engstem Raum. Mit allen Konsequenzen hinsichtlich Nährstoff- und Wasserbedarf. Dazu kommt der Kampf um das Sonnenlicht. Ihre neue Hecke benötigt also nicht nur in den Wochen nach der Anpfl
anzung Pflege.
Versorgen Sie Ihre Hecke im Frühjahr ein Mal mit mineralischem Volldünger. In trockenen Sommermonaten auch wöchentlich gründlich gießen. Speziell immergrüne Hecken benötigen vor dem winterlichen Bodenfrost noch eine lange und ausgiebige Extra-Bewässerung.
Nadelgehölz können Sie zusätzlich noch mit speziellem, nährstoffhaltigem Tannendünger versorgen und gegen Braunfäule schützen.

3. HECKEN SCHNEIDEN

Generell gilt eine gesetzliche Vorgabe: Komplett abschneiden, roden und somit zerstören dürfen Sie Hecken zwischen dem 1. März und dem 30. September gar nicht. Hecken sind Nist- und Brutidyllen für viele Vögel, die in dieser Zeit geschützt werden müssen. Und dass Sie Ihre Hecke möglichst auch nicht schneiden sollten, wenn gerade Brutzeit herrscht und Ihre Hecke wegen der zahlreichen hungrigen Jungvögel geradezu vibriert, sollte selbstverständlich sein.

  • Frei wachsende Hecken erst dann zurückschneiden, wenn sie benachbarte Pflanzen zu sehr in den Schatten stellen oder über Ihre Grundstücksgrenze hinausrage

Ansonsten werden Sie hier mit gründlichem Auslichten und dem Entfernen kranker oder abgestorbener Äste auskommen. Das nehmen Sie sich am besten für das Frühjahr (März/April) oder den Herbst (Oktober/November) vor.

  • Schnitthecken aus Laub abwerfendem Gehölz bringen Sie am besten im Juni in Form. Ein Nachschneiden Ende August kann zusätzlich notwendig werden.
  • Immergrünen Hecken sollten Sie im Frühjahr vor dem Austrieb oder Ende August/Anfang September einen neuen Schnitt verpassen.
  • Blütenhecken werden wie Einzelsträucher behandelt: eher verjüngen und auslichten als zurückschneiden. Frühlingsblüher sofort nach der Blüte schneiden, Sommerblüher im Herbst (Oktober/November) oder im Vorfrühling (März).

Die Schnittform: Um auch den unteren Heckenbereichen genügend Sonnenlicht zuzuführen, schneiden Sie Ihre als grüne Wand genutzte Schnitthecke in Trapezform: pro Meter nach oben hin auf jeder Seite ca. 5 cm schmaler werden.

Buchsbaum und vergleichbare Pflanzenarten sind geradezu dafür geschaffen, Ihre künstlerische Veranlagung zu wecken. Kugeln, Kegel, Figuren – werden Sie kreativ, machen Sie Ihre Hecke zum Kunstwerk.

TIPP 2: DAS RICHTIGE WERKZEUG

Hecken schneiden ist echtes Handwerk. Manuell oder elektrisch, die Auswahl ist riesig. Welche Ausstattung für Sie die richtige ist, hängt auch von Größe und Pflanzenart Ihrer Hecke ab.
Hier einige Tipps zur Grundausstattung:

Bypass-Schere: Kurze Handschere mit zwei scharfen Schneiden zum glatten, sauberen Schnitt durch dickere Zweige und Äste (kraftaufwendig, aber glatt und präzise).
Amboss-Schere: Pendant zur Bypass-Schere mit nur einer scharfen Schneide. Weniger Kraftaufwand erforderlich und günstiger, dafür ist der Schnitt nicht ganz so sauber.
Manuelle Heckenschere: Gibt es in vielen verschiedenen Größen. Erfordern auf Dauer viel Kraft und Kondition, daher vor allem bei kleineren und relativ niedrigen Hecken verwenden. Achten Sie auf hochwertige Verarbeitungen von Gelenken, Griffen und Schneiden.
Elektrische Heckenschere: Die Schwertlänge muss mindestens der Heckenbreite entsprechen, die Messer sollten beidseitig geschliffen sein. Je dicker die Äste, desto höher sollte die Motorleistung und desto enger der Abstand der einzelnen Messer sein (= saubere Schnittstellen, keine Blockade der Schere). GS-Zeichen, Handschutzvorrichtung, Sicherheitsschalter, drehbarer Handgriff, Schnellstopp und Überlastungsschutz sind unbedingt notwendige Ausstattungen.

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