Holzterrasse anlegen

Unabhängig von der verwendeten Holzart sind die Vorarbeiten praktisch identisch.

1. UNTERGRUND UND UNTERBAU

Unabhängig von der verwendeten Holzart sind die Vorarbeiten praktisch identisch. Und eines bleibt Ihnen leider nicht erspart: Greifen Sie herzhaft zu Schaufel und Spaten, denn Ihre Holzterrasse benötigt ein festes Fundament.

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Schaufel
  • Spaten
  • Schubkarre
  • Metallstangen
  • Maurerschnur
  • Wasserwaage
  • Richtlatte (Holz/Metall)
  • Kreide
  • Maßband/Zollstock
  • Rechtwinkliges Dreieck
  • Gummihammer
  • Frostsicherer RCL-Schotter
  • Verlegesand
  • Betonplatten
  • Tragebalken

SCHOTTERFUNDAMENT UND AUFLAGEPLATTEN

Bevor Sie loslegen, messen Sie unbedingt zunächst die Stärke der Platten, Tragebalken und Holzdielen, die Sie verwenden möchten. Sie sind in vielen verschiedenen Stärken erhältlich. Und von diesen Maßen hängt ab, wie sehr Sie von den
folgenden Angaben nach oben oder unten abweichen müssen.
Denn am Schluss muss eines immer stimmen: die fertige Terrassenhöhe. Diese ist beispielsweise durch die Sockelhöhe der auf die Terrasse führenden Tür vorgegeben.

SCHRITT 1:

Markieren Sie den Terrassengrundriss rundum mit Maurerschnur und Metallstäben. Am Haus die Schnur 10 cm über der fertigen Terrassenhöhe waagerecht fixieren und vom Haus wegführend ein Gefälle von 2 – 3 % einrechnen.

Dann das abgesteckte Areal von der Schnur aus nach unten gemessen ca. 45 cm tief ausheben.

TIPP 1: DARUM MIT MAURERSCHNUR ARBEITEN

Die Maurerschnur ist Ihr ständiger Anhaltspunkt für alle Höhenmessungen.
Schnurhöhe minus 10 cm = fertige Dielenhöhe

Senkrecht (längs) vom Haus weg, muss die Schnur auf beiden Längsseiten 2 – 3 % Gefälle aufweisen.
Waagerecht (quer/parallel zum Haus) gemessen, müssen beide Längsseiten in Waage ausgerichtet sein. Dazu mit Richtlatte und Wasserwaage entlang der Hauswand und dem Terrassenende kontrollieren.
Somit können Sie bei jedem Arbeitsschritt und an jedem Punkt die richtige Einbauhöhe von Schotter, Sand, Platten und Tragebalken exakt kontrollieren.

Schnur immer ganz stramm ziehen und festknoten. Sie darf nirgends durchhängen.
Zur Sicherheit richtige Schnurhöhe mit Kreide auf den Metallstangen markieren. Das erspart Ihnen das Nachmessen, wenn sie sich mal löst.

SCHRITT 2:

Füllen Sie den ausgehobenen Bereich mit ca. 20 cm RCL-Schotter auf und verdichten Sie ihn mit einer Rüttelplatte oder manuell mit einem Baustampfer.

Darauf 3 – 5 cm Verlegesand verteilen und mit einem geraden Brett abziehen. Ob Sie gleichmäßig abziehen, können Sie am Abstand Brettoberkante/seitliche Maurerschnur nachkontrollieren.

Alternative zum Schotteruntergrund:
Können Sie auf eine bereits angelegte Betondecke aufbauen oder wollen diese statt eines Schotterfundaments gießen, müssen Sie in ähnlicher Vorgehensweise tiefer graben. Auf 20 cm verdichtetem Kies 15 – 20 cm Betondecke (2 – 3 % Gefälle) gießen und aushärten lassen. Auf diese dann den Verlegesand in 3 – 5 cm Stärke abziehen.

SCHRITT 3:

Nun die Betonplatten als Auflagepunkte auf den Sand auflegen. Zuerst eine äußere Reihe im 90°-Winkel in senkrechter Linie vom Haus weg bis zum späteren Terrassenende.

Anschließend die zweite, dritte, vierte Reihe usw. legen. Platten und Steine mit Richtlatte, Wasserwaage und Gummihammer in Rechts-Links- Richtung waagerecht ausrichten.
Die Abstände innerhalb einer Reihe richten sich nach der Stärke Ihrer Tragebalken. Diese dürfen nicht durchschwingen. Die Abstände zwischen den Reihen werden durch die Stärke der Holzdielen bestimmt. Bei 21-mm-Dielen sollten die Tragebalken später (gemessen von der Balkenmitte) 40 cm, bei 28-mm-Dielen und stärker 60 cm auseinanderliegen.
Ein Wurzelvlies, auf dem Schotter verlegt, verhindert Unkrautwuchs.
Statt Betonplatten können Sie auch Betonpflastersteine verwenden. Beste Stabilität erreichen Sie beim Verlegen von Betonplatten im Format von ca. 30 cm x 30 cm. Wenn Sie dem Sand an den entsprechenden Stellen etwas Estrichzement untermischen, stehen die Steine „bombenfest“.

TIPP 2: STATT FUNDAMENT: PLAN B

Sie sehen bei Ihnen zu Hause keine Chance, ein Schotter-Sand-Fundament anzulegen?
Macht nichts, es gibt andere Möglichkeiten. Auf Ihre Holzterrasse müssen Sie deswegen nicht verzichten.
Stattdessen können Sie die Tragebalken auf einer Konstruktion in Reihe einbetonierter Pfostenträger (Träger mit nach oben offener U-Form) montieren.
Hierzu die Balken samt Träger lose auf der Terrassenfläche auslegen, Trägerstellen markieren, weglegen.
Nun Löcher für die Pfostenträger graben, mit Beton auffüllen.

TRAGEBALKEN ALS UNTERBAU

Die Tragebalken werden grundsätzlich senkrecht (längs) zum Haus in Richtung des Gefälles auf die Platten aufgelegt. Nach Möglichkeit sollten sie aus dem gleichen oder einem ähnlichen Holz wie die Holzdielen bestehen – das vermeidet Spleißen beim Eindrehen der Schrauben. Eine Schutzlasur kann keinesfalls schaden.

SCHRITT 1:

Tragebalken mit Stücken von Dachpappe bedecken (schützt das Holz vor Feuchtigkeit). Den ersten, äußeren Tragebalken auf die Platten auflegen und mithilfe des rechtwinkligen Dreiecks exakt im 90°-Winkel zur Hauswand ausrichten.

SCHRITT 2:

Die weiteren Tragebalken parallel dazu auf den nächsten Plattenreihen auslegen. Mit Richtlatte und Wasserwaage in Querrichtung (parallel zum Haus) die ebene Lage überprüfen.

Sie können auch vorab auf gleicher Höhe wie die Tragebalken am Haus entlang einen Balken an der Hausmauer fest montieren und die Tragebalken daran anstoßen lassen. Damit ließen sich die ansonsten lose auf den Platten aufliegenden Tragebalken an einem Ende mit Winkeln fixieren.

2. DIELEN VERLEGEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Akku-Schrauber
  • Rechtwinkliges Dreieck
  • Handkreissäge
  • Stichsäge
  • Bleistift
  • Wasserwaage
  • Senkkopfschrauben (Edelstahl, rostfrei)
  • Holzdielen
  • 3-mm-Abstandhalter (Holz- oder Kunststoffplättchen)
  • Kaninchendraht
  • Dachpappe

Nun kommt der „schöne“ Teil der Arbeit: Diele für Diele sehen Sie Ihre Holzterrasse wachsen. Die Holzdielen werden parallel zum Haus im rechten Winkel zu den Tragebalken verlegt.

SCHRITT 1:

Die erste Diele an der Hausseite parallel zum Haus und rechtwinklig zu den Tragebalken anlegen. Mit je 2 Schrauben pro Balkenauflage fixieren. Die nächste Diele anlegen, an beiden Enden 3-mm-Abstandhalter dazwischenklemmen (Dehnungsfuge, die das Holz benötigt, um „gehen“ zu können), Diele festschrauben. Dann Diele für Diele entsprechend fortfahren.

Ist die Terrasse breiter als die einzelne Dielenlänge, achten Sie darauf, dass Dielenanschlüsse immer mittig auf einem Tragebalken anstoßen. Notfalls entsprechend mit der Handkreissäge zusägen.

SCHRITT 2:

Nach der Fixierung der letzten Diele seitlich überstehende Dielenenden entlang einer rechtwinklig zur Hauswand aufgelegten Richtlatte mit der Handkreissäge bündig kürzen. Jetzt nur noch mit passend zugesägten Dielenstücken den noch offenen Terrassenboden an allen offenen Seiten verkleiden. Zunächst Kaninchendraht anbringen, um das Einziehen von Mäusen zu verhindern. Dann die Dielenstücke anschrauben.

Im Grunde war’s das schon. Ihr Sonnendeck ist bezugsfertig.

3. BESTEHENDE TERRASSE MIT HOLZ VERSCHÖNERN

HOLZFLIESEN

Wenn Sie bereits eine gepflasterte, plattierte oder geflieste Terrasse haben und möchten diese nun mit einer Holzdecke verschönern, emp- fehlen sich quadratische Holzfliesen – als schnell verlegte und unkomplizierte Alternative zu Terrassendielen. Sie werden lose auf eine bestehende Terrassenfläche aufgelegt und dicht aneinander geschoben. Ob nur in einer Richtung oder im Wechsel quer/längs verlegt, bleibt Ihrem Geschmack überlassen

Erscheint Ihnen die lose Verlegung zu wenig stabil?
Fertigen Sie aus Holzbohlen einen an den Seiten umlaufenden Rahmen und fixieren diesen auf der Innenseite auf dem Untergrund. Wenn Sie die Eckfliesen nun daran festschrauben, ist Ihre Terrasse optimal gesichert.

Aber Achtung: Holzdielen heben den Terrassenboden auf eine neue Höhe an. Beachten Sie die finale Terrassenhöhe im Hinblick auf Zugangstür, Lichtschächte usw.

TIPP 3: KLEINE HOLZKUNDE

Welches Holz empfiehlt sich und wie muss es gepflegt werden?

Nadelhölzer
Kiefer: preiswert, aber nur kesseldruckimprägniert nutzbar (Verzug, viel Harz, weich)
Fichte: reißt leicht beim Schrauben, kein chemischer Holzschutz nötig
Kanad. Zeder: gut geeignet, verzugsarm, muss nicht behandelt werden
Lärche: sehr strapazierfähig, sehr gut für Außeneinsatz geeignet
Tanne: nur kesseldruckimprägniert nutzbar, extrem wasserresistent, chemischer Holzschutz nötig

Sonstige Hölzer
Eiche: nur europäische Eiche geeignet, dauerhaft strapazierfähig
Bangkirai, Teak: Tropenhölzer, extrem widerstandsfähig, hart, schwer und langlebig, ohne chemische Behandlung ggf. Patinabildung
Brettschichtholz besteht aus verleimten Holzschichten, sehr stabil und fest, ideal bei großen Stützabständen, muss mit chemischem Holzschutz behandelt werden.
Ob Sie Ihr Holz anstreichen oder lasieren, bleibt Ihrem Geschmack überlassen.
Chemischer Holzschutz ist jedenfalls zumeist nicht nötig. Gegen Patina und Ergrauen helfen Anstriche sicherlich. Doch vielleicht ist genau dieser Eindruck „gebraucht“ ja auch gewollt.

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