Wände mauern & betonieren

Die traditionellen Mauersteine sind – allen modernen Fertighäusern und -bauweisen zum Trotz – immer noch das am häufigsten eingesetzte Baumaterial für Wohnhäuser.

Die traditionellen Mauersteine sind – allen modernen Fertighäusern und -bauweisen zum Trotz – immer noch das am häufigsten eingesetzte Baumaterial für Wohnhäuser. Besonders bei Anund Umbauten kann man auf die Stein-auf-Stein-Bauweise nicht verzichten. Mauersteine – ob nun Ziegel, Kalksandstein (KS), Poroton oder Porenbeton – sind die beliebtesten Wandbaustoffe.

Mauerwerk wird aus einzelnen Steinen hergestellt. Für eine gute Standsicherheit sorgt, neben der Verklebung mit Mörtel, das Prinzip der Verzahnung: Die in der Regel gleich hohen Steine werden so gesetzt, daß die waagerechten Fugen durchgehen, die senkrechten aber stets mindestens um eine viertel Steinlänge versetzt sind.
Mörtel füllt die Fugen zwischen Mauersteinen aus. Er besteht aus 1 Teil Zement, 1 Teil Kalkhydrat und 6 Teilen feinem Sand. Die Bestandteile werden trocken miteinander vermischt und dann zähflüssig mit Wasser angesetzt. Dafür brauchen Sie einen Mörtelkübel, bei großen Mengen einen Betonmischer. Für kleinere Maurerarbeiten reicht Fertigmörtel in Säcken, der sämtliche Zuschlagstoffe enthält.
Mauerstein-Formate sind genormt. Standardgrößen (HxBxL) sind Normalformat NF (7,1x11,5x24,0 cm); Dünnformat DF (5,2x11,5x24,0 cm); 2DF (11,3x11,5x24,0 cm) und 3DF (11,3x17,5x24,0 cm).
Großformate, z.B. Planblöcke (siehe Rückseite), aber auch Fertigelemente
wie Tür- und Fensterstürze erleichtern den Selbstbau.

Mauersteine

Steinformate: Die Abmessungen der Mauersteine sind genormt, unterschiedliche Formate genau aufeinander abgestimmt:
So entsprechen z.B. zwei Schichten DF plus Fuge (9 mm) einer Steinhöhe 2DF. Damit sich größere Mauersteine mit einer Hand greifen lassen, haben sie ein Griffloch.

Werkzeug

  • Mörtelkübel (Mauertrog)
  • Kunststoff-Eimer
  • Verschiedene Maurerkellen
  • Maurerhammer, Meißel
  • Wasserwaage, Meterstab
  • Richtschnur, Lot
  • Quast oder Pinsel
  • Schaufel, Rührstab
  • Mörtelbrett

Grundlagen des Mauerns

Stoßfugen: Das sind die senkrechten Fugen, die nicht durchlaufen dürfen (oben), sondern schichtweise versetzt angeordnet werden.

Halbstein-Mauer: Besteht aus 11,5 cm breiten Mauersteinen, die nur in einer Richtung gesetzt werden. Für Innen- und Trennwände geeignet

Einstein-Mauer: Die Steine werden im Wechsel Länge / Breite verbaut. Stärke: 24 cm. Als Außenmauer oder tragende Innenwand geeignet.

Mauerwerks-Verbände

Läuferverband: Einfachste Form des Mauerwerks. Die Steine werden, jeweils um eine halbe Länge versetzt, in gleicher Richtung verbaut.

Binderverband: Die Mauersteine werden quer verarbeitet und von Reihe zu Reihe jeweils um eine halbe Steinbreite versetzt angeordnet.

Blockverband: Die Schichten wechseln zwischen doppeltem Läuferund einfachem Binderverband bei gleichem Fugenversatz.

Fundament

Jedes Mauerwerk – ob Gartenmauer oder Hauswand – braucht als Basis ein Fundament oder eine Grundmauer. Nur dann wird ihr Gewicht gleichmäßig auf dem Untergrund verteilt, hat sie auf Dauer eine hohe Standfestigkeit.

Fundamente können aus Beton geschüttet oder auf einem Beton-Fertigteil als Unterlage gemauert werden. Sie müssen so tief gegründet sein, daß Bodenverwerfungen durch Frost keine Auswirkung haben können. Als frostsicher gelten in unseren Breitengraden Tiefen von 80 cm und mehr.

Das Fundament für eine Mauer muß frostsicher gegründet sein und einen gewissen Schutz vor aufspritzender Feuchtigkeit
bieten.

Wände mauern

Jede Mauer, die gesetzt werden soll, unterliegt bauamtlichen Vorschriften. Das gilt selbst für kleine Bauvorhaben, z.B. eine Gartenmauer. Informieren Sie sich bei der zuständigen Baubehörde, bevor Sie mit Ihrer Planung beginnen.

Außenwände bestehen aus mehreren Schichten (links). Das innenliegende Kern-Mauerwerk trägt die Konstruktion. Es kann aus Kalksandstein, Leichtbau-Ziegeln oder aus Porenbeton (früher Gasbeton) bestehen. Die Wand wird innen verputzt, außen mit einer Dämmschicht versehen und wetterfest mit Sichtmauerwerk verblendet.

Mörtel angeben: Beim Mauern wird der Mörtel für die waagerechte Fuge auf die untere Steinschicht gegeben, der Mörtel für die Stoßfuge auf den Kopf des neuen Steins. Der Stein wird gesetzt und durch Hammerschläge in Position gebracht.

Überschuß abstreifen: Durch Klopfen mit Hammerkopf oder Stiel wird der Stein nach Richtschnur und Wasserwaage genau in Flucht ausgerichtet. Der überschüssige Mörtel quillt aus den Fugen und wird mit der Kelle abgenommen.

Fugenausbildung: Der frische Mörtel wird in der Fuge geglättet. Mit einem Stück Gummischlauch formen Sie eine Hohlkehle oder schrägen sie mit der Fugenkelle ab. Die schräge Fuge führt bei Streiflicht zu stärkerer Schattenbildung.

Fenster- und Türleibungen: Öffnungen im Mauerwerk wurden früher mit Trägern überspannt. Heute verwendet man meist Fertigstürze, die maßlich auf das Mauerwerk abgestimmt sind. Sie sind armiert und werden mit Beton ausgegossen.

Betonieren

Aus Beton werden Fundamente, Sockel, Kellersohlen und Geschoßdecken hergestellt. Beton kann man als künstlichen Stein betrachten, der aus Zement, Kies und Wasser hergestellt wird.

Stahlbeton wird für tragende Betonteile wie Decken und Stürze eingesetzt. Dabei wird der Beton mit Baustahl in Form von Gittern oder Rundstäben armiert. Der eingebettete Stahl nimmt die entstehenden Zugkräfte auf.
Magerbeton, der weniger Zementanteile enthält, wird benutzt, um z.B. im Garten Treppenstufen, Terrassenböden oder Zaunpfähle einzubetten.
Sperrbeton wird mit besonderen Zusätzen wasserdicht gemacht.
Leichtbeton enthält leichtgewichtige Zuschläge wie Bims oder Blähton. Er hat daher geringere Festigkeits- und Druckwerte.

Um Beton zu schütten, brauchen Sie eine Schalung, die die Masse bis zum Aushärten zusammenhält.

Mit Steinen aus Porenbeton mauern

Porenbeton besteht aus Sand, Zement und Kalk. Durch ein besonderes Herstellungsverfahren ist in den großformatigen Steinen viel Luft enthalten. Die Folge: Das Baumaterial hat einen hohen Dämmwert und geringes Gewicht.

Klebetechnik: Porenbeton-Steine fügen Sie mit Klebemörtel, der mit einer speziellen Zahnkelle dünn aufgetragen wird, zusammen. Außenwände aus Porenbeton werden wetterfest verputzt oder verblendet, Innenwände einfach verputzt.

Zuschnitt: Porenbeton ist ideal für Selbstbauer. Die Mauersteine gibt es in verschiedenen Größen, die sich mit einer Spezialsäge leicht auf jedes gewünschte Format zuschneiden lassen. Auch gut für Unterputzleitungen und -dosen geeignet.

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