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Praktiker Trade GmbH & Co. KG
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Obstgehölze - pflanzen, pflegen, ernten

Frisches, saftiges Obst aus dem eigenen Garten: kann es etwas Schmackhafteres und Gesünderes geben?

1. VORAUSSETZUNGEN

Frisches, saftiges Obst aus dem eigenen Garten: kann es etwas Schmackhafteres und Gesünderes geben? Wenn Sie einige Grundregeln beachten, können Sie sich in jedem Garten auf Ihre Obsternte freuen.

BAUMFORMEN

Kein Zweifel, auch ein einzelner Obstbaum benötigt Platz. Häufig mehr, als das moderne Reihenhausgrundstück zu bieten hat. 8 – 10 m² kommen da schnell zusammen. Ist die Obstsorte dann auch noch auf Fremdbestäubung angewiesen, müssen Sie den Platzbedarf gleich verdoppeln. Können Sie dann noch in Ihrem Garten die Sonne genießen, grillen und Ball spielen? Bleibt der Nachbar von Fallobst, Laub und Schatten verschont? Neue Züchtungen klassischer Obstsorten bieten hier den Vorteil, durch kleinwüchsige Baumformen wie Niederstammbäume (Stammhöhe 80 – 100 cm), Buschbäume und Spindelbüsche (Stammhöhe 40 – 60 cm) sowie als Spalierobst auch in kleineren Gärten leckeren Vitamingenuss zu ermöglichen.
Ausnahme: Süßkirschen lassen sich leider nur als Hoch- oder Halbstammbäume anpflanzen.

OBSTWISSEN

Bevor Sie Ihren Obstbaum oder Obstbusch pflanzen, sollten Sie sich darüber informieren, welche Lebensbedingungen Ihre Obstsorte benötigt.
Selbstbefruchter benötigen keinen weiteren Baum ihrer Sorte in der Nähe. Dazu zählen beispielsweise Sauerkirsche, Pfirsich und Walnuss.
Apfel, Birne, Haselnuss und die meisten Süßkirschenarten benötigen einen Pollenspender in der Nähe um befruchtet werden zu können. Dabei muss der Nachbarbaum nicht unbedingt von der exakt gleichen Apfel- oder Birnensorte sein.
In Sachen Bodenbeschaffenheit sind die meisten Obstsorten recht robust und anspruchslos. Nur zu viel Nässe im Boden vertragen die meisten gar nicht.
Besonders viel Sonne und Wärme sind wichtig für Pfirsich, Aprikose und Birne.
Äpfel, Haselnüsse und Walnüsse lassen sich hervorragend einlagern. Ernten Sie sie frühzeitig, denn Überreife mindert die Haltbarkeit.
Birne, Kirsche, Pflaume und Beerenobst dagegen müssen entweder gleich nach der Ernte verzehrt oder zu Mus, Marmelade etc. weiterverarbeitet werden. Denken Sie auch daran, dass viele Obstsorten in der Hochsommerzeit – und damit eventuell genau während Ihres Urlaubs – erntereif sind.
Obst am Spindelbusch ist in der Regel früher reif als Obst an hoch wachsenden Bäumen. Spindelbüsche benötigen aber einen besonders guten Boden und dauerhaft einen stützenden Baumpfahl.
In jedem Fall benötigen Sie anfangs Geduld. Ihr Obstbaum wird ein paar Jahre Zeit brauchen. Mindestens zwei, im Höchstfall aber auch fünf und mehr Jahre Wachstum sind nötig, bevor Sie die erste Ernte einholen können.

TIPP 1: OBSTBAUMFORMEN

Je höher der Stamm wächst, desto höher und breiter entwickelt sich auch der gesamte Baum.

Der Walnussbaum kann bis 25 Meter groß werden und einen Kronendurchmesser von 10 Meter und mehr entwickeln. Die Süßkirsche wird als Hoch-/Halbstammbaum über 5 Meter hoch, die Krone im Durchmesser 6 – 8 Meter.
Gärtner unterscheiden zwischen folgenden Hauptformen (Doppelungen möglich wegen verschiedener Züchtungen):

  • Hochstammbäume mit 120 – 180 cm Stammhöhe z. B. Apfel, Birne, Süßkirsche, Haselnuss, Walnuss
  • Halbstammbäume mit 100 – 120 cm Stammhöhe z.B. Sauerkirsche, Pflaume, Walnuss
  • Niederstammbäume mit 80 – 100 cm Stammhöhe z.B. Pfirsich, Aprikose, Pflaume
  • Buschbäume und Spindelbüsche mit 40 – 60 cm Stammhöhe z.B. Apfel, Haselnuss, alle Beerenobstsorten (Brombeere, Himbeere, Johannisbeere etc.)
  • Spalierobst z.B. Apfel, Birne, Himbeere, Brombeere, Kiwi

OBSTGEHÖLZ PFLANZEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Spaten
  • Zuschlaghammer
  • Baumpfahl/Stützpfahl
  • Baumanbinder
  • Kompost
  • Gartenschlauch

Für Obstbäume empfehlen sich zwei Pflanzzeiten:
Oktober/November:
Die Lebensfunktionen sind bereits eingeschränkt, die Verpflanzung wird leichter überstanden, Wurzeln können sich vor der Frostphase bereits akklimatisieren.
März/April:
Für viele Obstsorten ebenfalls eine gute Pflanzzeit. Frostempfindliche Arten wie Pfirsich und Aprikose dürfen sogar erst im Frühjahr gesetzt werden. Das Gleiche gilt auch für die meisten Beerensträucher, Erdbeeren und exotisches Obst wie Kiwi. Obstgehölz ohne Wurzelballen vor dem Einpflanzen 20 Minuten in Wasser stellen. Bei im Container aufgezogenen Pflanzen darauf achten, dass sie nicht zu lange dort gezüchtet wurden. Je älter, desto schwieriger wird das Anpflanzen, weil sich die Wurzeln nur langsam im Boden verankern.

SCHRITT 1:

Loch mit Spaten ausheben (bei Wurzelballen etwa 2-mal Ballengröße, bei Containerpflanzen so, dass alle Wurzeln ohne Randberührung Platz haben). Die richtige Tiefe: mindestens 50 cm, beachten Sie aber, dass die Veredelungsstelle (Verdickung am unteren Stammende) über der Erdoberfläche liegt. Je nach Baumwuchs halten sie unbedingt genügend Abstand zum Nachbargrundstück.

SCHRITT 2:

Boden mit Kompost oder Torf anreichern, Baum gerade einstellen, Ballentuch lösen und Loch mit einem Gemisch aus Aushub und Kompost wieder auffüllen. Dabei gelegentlich das Bäumchen leicht rütteln, damit sich das Erdreich ohne Hohlräume fest um die Wurzeln schließt. Nach dem Auffüllen Baum gerade festhalten und Erde fest antreten. Gießrand anlegen und kräftig wässern.

SCHRITT 3:

Stützpfahl einschlagen, senkrecht ausrichten und mit Baumanbinder am Baumstamm fixieren. Bei Baumsträuchern erst den Stützpfahl in den Boden treiben (immer auf der Nordseite, stützt den Strauch besser bei Windböen) und erst dann den Strauch einpflanzen.

SPALIERPFLANZEN EINPFLANZEN

Sonnige, warme und windgeschützte Stellen, z.B. an Hauswänden oder Zäunen sind ideale Plätze für Spalierobst. So lassen sich auch in kleinen Gärten Äpfel, Birnen, diverse Beerensorten, Wein und Kiwis züchten.
Je nach Obstsorte und Wachstumsform können Sie zwischen verschiedenen Spalierformen wählen:

  • senkrechtes Schnurspalier“ (besteht nur aus einzelnen Seitenästen)
  • U-förmiges Spalier- bzw. Rankengitter
  • Vierer-Palmetten (bei sich stark verzweigenden Pflanzen, deren Haupttriebe in mehreren Etagen auswachsen)

Als einfachste Lösung befestigen Sie Dachlatten mit Abstandhaltern hochkant an der Wand, schrauben mehrere Querlatten dazwischen und pflanzen Ihren Obstbaum davor ein.

Bei Himbeeren: 2,5 Meter hohe Pfähle in zwei Metern Abstand fest ins Erdreich einschlagen, Draht in 3 Ebenen (ca. 50 cm, 120 cm, 170 cm) dazwischen spannen und Ruten locker daran anbinden. Ideal sind zwei parallele Reihen Pfähle und Draht – Sie können die Ruten locker dazwischen durchführen und nur sporadisch festbinden.
Spalierpflanzen benötigen eine regelmäßige Bewässerung, weil ihre Wurzeln nicht so tief treiben wie die von Obstbäumen.

2. OBSTGEHÖLZ-PFLEGE

AUSDÜNNEN

Setzt ein Obstbaum zu viele Früchte an, müssen Sie ihn ausdünnen: Auch wenn es schwerfällt, entfernen Sie einige Früchte vor der Reifezeit. So werden die restlichen größer. Belassen Sie etwa drei Früchte pro Fruchtbüschel. Besonders wichtig ist dies bei Äpfeln, Birnen und Pfirsichen.

FROSTSCHUTZ

Wintersonne und Frostnächte: diese Kombination kann Risse in der Baumrinde verursachen. Ein weißer Kalkmilchanstrich schützt sie davor, indem er das Sonnenlicht reflektiert. Mit einem Malerquast im Dezember, spätestens Januar bis zur untersten Astgabel auftragen. Zuvor den Stamm mit einer Drahtbürste von losen Rindenteilen und Schädlingen säubern.

Den empfindlichen Wurzelbereich junger Gehölze können Sie zusätzlich vor dem Winter mit Kokosmatten vor Frost und Austrocknung schützen.

Frühlingsfrost
Ihr Obstbaum blüht in aller Pracht, und dann das: Es friert noch in einzelnen April- und sogar Mainächten. Die Blüten erfrieren, die Ernte im Sommer fällt schlimmstenfalls aus. Was tun? Der Trick: Nebeln Sie Ihren Obstbaum am Abend vor dem zu erwartenden Kälteeinbruch mit einem feinen Wasserstrahl ein. Die hauchdünne Eisschicht schützt, so widersinnig das klingen mag, die empfindlichen Blüten vor dem Frost.

DÜNGEN

Altmodisch, aber effektiv: der beste Dünger für Ihren Obstbaum ist immer noch der gute alte, kompostierte Mist. 8 – 10 l/m², davon 1/3 im Frühjahr und 2/3 im Herbst lassen Ihren Baum perfekt gedeihen. Beerensträucher erhalten jährlich eine maximal 2 cm dicke Kompost-Mulchschicht – Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren nach der Ernte, Brombeeren im Frühjahr. Zusätzlich mineralischen Volldünger zuzufügen ist immer empfehlenswert.

SCHUTZ VOR FROSTSPANNER

Frostspanner sind die bekanntesten Schädlinge von Obstgehölzen. Im Frühjahr fressen die Raupen des Schmetterlings mit Heißhunger Blätter und Blüten ab. Als Gegenmaßnahme hilft, wenn Sie ab Oktober Leimringe am Stamm anbringen. Im Raupenleim bleiben die Weibchen kleben. Die Ringe werden im Frühjahr wieder entfernt.

TIPP 2: WEITERE SCHÄDLINGE

Ob Sie chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen, bleibt letztlich Ihnen überlassen. Biologische Pflanzenbehandlung ist in jedem Fall vorzuziehen. Sie schützt auch Nützlinge, statt sie „versehentlich“ ebenfalls zu vernichten.
Gegen bestimmte Schädlinge helfen auch natürliche Helfer: Natürlich belassene Gartenbereiche (Gestrüpp, Hecken, Steine etc.) bieten Lebensraum für Igel, Spitzmaus und Nutzinsekten wie Marienkäfer und Vögel, die eine Vielzahl von Schädlingen schlicht vertilgen.
Brombeermilben, Himbeerkäfer, Kirschfruchtfliege, Pflaumenwickler – für viele Obstsorten haben sich spezialisierte Schädlinge entwickelt. Wie Sie Ihren speziellen Problemfall lösen, sollten Sie mit einem Fachmann aus Ihrem Praktiker Gartencenter besprechen.

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