Pergola selbst bauen

Schattenspender, Regenschutz, Sichtschutz, Rankengitter – eine Pergola (lat. = Anbau) aus Holz übernimmt in Ihrem Garten multifunktionale Aufgaben.

Schattenspender, Regenschutz, Sichtschutz, Rankengitter – eine Pergola (lat. = Anbau) aus Holz übernimmt in Ihrem Garten multifunktionale Aufgaben. Und bietet Ihnen mindestens ebenso viele gestalterische Freiheiten bei Aufbau, Ausgestaltung und Platzierung – bei einem gleichzeitig recht unkomplizierten Arbeitsaufwand.

1. ALLGEMEINES

Zumeist wird unter einer Pergola eine Art Carport für die Terrasse verstanden. Als fest am Haus installierte, robuste „Ganzjahres“-Alternative zu einer Markise bietet diese Konstruktion aus Pfosten, Dachbalken und Bedachung einen sicheren Schutz vor Sonne und Regen.

Ihrem ursprünglichen Sinne nach kann eine Pergola jedoch auch eine „einfache“, einreihige Anordnung von senkrechten Pfosten und waagerechten Pfetten sein, zwischen denen Rankengitter, Spaliere etc. montiert werden – zur Fixierung von Kletterpflanzen sowie als Sicht- und Windschutz.

Auch als begrünte Überdachung von Gartenwegen (Laubengang) oder Einfahrten sind Pergolen natürlich schöne und praktische Lösungen. Und sie verwandeln lauschige Gartenecken in schattige und urgemütliche Sitznischen.
Allen Pergola-Varianten ist gemein:

Sie bestehen aus einer offenen bis halboffenen Konstruktion –sind also seitlich niemals ganz geschlossen.
Einreihige Pergolen mit Ranken- oder Spalierlösungen werden einholmige, zweireihige mit Überdachung doppelholmige Pergola genannt.

einholmige Pergola

doppelholmige Pergola

Zwar können Pergolen grundsätzlich auch aus Metall gebaut werden, im Heimwerker-Eigenbau empfiehlt sich jedoch der Einsatz von kesseldruckimprägniertem, witterungsbeständigem Kiefern- oder Fichtenholz.

Hierbei können Sie sowohl auf komplette Fertigbau-Lösungen Ihres Baumarktes zurückgreifen als sich auch für eine Eigenbau Variante entscheiden.

Erstere gibt Ihnen die Sicherheit, alle Bestandteile passgenau und lückenlos als Komplettpaket zu erwerben. Letztere verleiht Ihrer Pergola dagegen mehr Individualität und Freiheit bei der Anpassung an die konkreten Gegebenheiten bei Ihnen zu Hause.

Falls Sie sich für einen Selbstbau entscheiden: Bei Pergolen von mehr als 3 m Breite und 3 m Tiefe sollten Sie die Statik durch einen Fachmann (Zimmermann etc.) überprüfen lassen.

2. KONSTRUKTIONSTYPEN

Auf der Basis tragender Pfosten lassen sich bei einer doppelholmigen Pergola ganz unterschiedliche Dachkonstruktionen bauen – je nach Aufgabe, persönlichem Geschmack und handwerklichem Geschick.

Lamellen

Die einfachste Lösung: Auf zwei Pfosten wird ein Querbalken (Pfette) montiert, darauf bzw. daran in Längsrichtung eine Reihe von Dachbalken (Lamellen). Diese können dann als Träger für ein Dach aus Stegdoppelplatten dienen.

Kassetten – Die bevorzugte Variante zur Überdachung Ihrer Terrasse

Die geschlossene Lösung: Statt parallel verlaufender Dachbalken werden bei einer Kassetten-Pergola Querbalken und Lamellen (auch Reiter genannt) zu einem Gittermuster verbunden.
Die erste Wahl für ein dichtes grünes und natürliches Dach z. B. aus Kletterpflanzen – als Schattenspender und pflanzlicher Regenschutz für Laubengang und Gartensitzecke.

3. PERGOLA ALS TERRASSENÜBERDACHUNG

MATERIAL UND WERKZEUG GENERELL

  • Spaten
  • Schaufel
  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Maßband
  • Kreissäge
  • Fuchsschwanz
  • Bohrmaschine
  • Holzbohrer
  • Hammer
  • Schraubenschlüssel
  • Maurerschnur
  • Metallstangen
  • rechtwinkliges Dreieck
  • Schraubzwingen

BEI EINGESCHLAGENEN PFOSTENTRÄGERN

  • Vorschlaghammer
  • Pfosten
  • Pfetten
  • Lamellen
  • Pfostenträger (je nach Aufbauweise)
  • Beton
  • Wasser
  • Edelstahlschrauben
  • Dübel
  • rostfreie Edelstahl-Winkel
  • Anker
  • Holzschrauben (Sechskant)
  • Doppelstegplatten

BEI EINBETONIERTEN PFOSTENTRÄGERN

  • Schubkarre

BEI EINGESCHRAUBTEN PFOSTENTRÄGERN

  • Steinbohrer

Für eine dauerhaft überdachte Terrasse, unter der Sie es sich bei jedem Wetter gemütlich machen können, ist eine Pergola aus Holz genau die richtige Lösung.
Verwenden Sie in jedem Fall kesseldruckimprägnierte Brettschichthölzer aus Fichte oder Kiefer, kein Massivholz. Dieses kann sich mit der Zeit verziehen und ist nicht so dauerhaft gegen Witterungseinflüsse gefeit.

PFOSTEN SETZEN

Die Montage der Pfosten kann auf dreierlei Weise geschehen:

  • Einsetzen der Pfostenträger in Beton (empfohlen)
  • Anschrauben der Pfostenträger auf einem Betonfundament (empfohlen)
  • Einschlagen der Pfostenträger in das Erdreich (bedingt empfohlen)

Die tragenden Pfosten sollten eine Mindestkantenlänge von 12 bis 16 cm haben.
Der maximale Abstand zwischen den Pfosten darf 3 m nicht überschreiten, um ein Durchbiegen der Querbalken auszuschließen. Ideal ist ein Abstand von höchstens 2,50 m. Und in der Höhe empfiehlt sich die Montage am Haus bis maximal 2,80 m und am Pergola-Ende von ca. 2,50 m.

SCHRITT 1: (BESCHREIBUNG: EINBETONIERTE PFOSTENTRÄGER):

Nach dem Vermessen der korrekten Pfostenposition im rechten Winkel und des exakten Abstandes zur Hauswand heben Sie an diesen Stellen mit Spaten und Schaufel ein ca. 60 cm tiefes, quadratisches Loch aus. Der Umfang beträgt die doppelte Spatenbreite.

SCHRITT 2:

Füllen Sie das Loch mit feuchtem, aber keinesfalls dünnflüssigem Estrichbeton auf und stechen Sie ihn mit der Schaufel mehrmals ein, um Lufteinschlüsse zu verhindern.

SCHRITT 3:

Nun wird der verzinkte, rostfreie Pfostenträger eingesetzt. Ob Sie einen Träger mit U-förmigem, H-förmigem oder geschlossenem Kopf wählen, ist im Grunde unerheblich. Wichtig ist, dass der Trägerkopf auf die Kantenlänge des Pfostens angepasst ist.
Setzen Sie den Pfostenträger so tief in den Beton, dass der Pfosten später einige Zentimeter Abstand zum Boden bekommt. Mit der Wasserwaage können Sie die waagerechte und senkrechte Ausrichtung kontrollieren.

SCHRITT 4:

Schlagen Sie nun je eine Metallstange neben den gesetzten Pfostenträger und kurz hinter den zweiten zu setzenden Pfosten und spannen Sie dazwischen die Maurerschnur. Sie wird exakt auf der Höhe der Oberkante des bereits montierten Pfostenträgers in Waage und genau an der Pfosten-Längskante entlang gespannt.

Prüfen Sie die Waagerechte der Schnur mit der Wasserwaage, mit dem rechtwinkligen Dreieck die genaue Ausrichtung und mit dem Maßband den mit dem ersten Pfosten identischen Abstand zur Hauswand.
Dann setzen Sie den zweiten Pfosten auf die gleiche Weise wie den ersten. Orientieren Sie sich bei der Aufstellung in Höhe und Ausrichtung an Ihrer Maurerschnur.

SCHRITT 5:

Lassen Sie den Beton etwa 2-3 Tage komplett aushärten, bevor Sie weitermachen. Gegen zu schnelles Trocknen (macht den Beton porös) durch starke Sonneneinstrahlung hilft das Abdecken mit einer lichtundurchlässigen Folie.

SCHRITT 6:

Setzen Sie nun die Pfosten gerade in die Träger ein und prüfen Sie mit der Wasserwaage nach. Dann werden die Pfosten mit Sechskant-Holzschrauben auf dem Träger fest montiert. Das Vorbohren der Hölzer an den vorgesehenen Stellen erleichtert übrigens das Einschrauben der Holzschrauben.

MONTAGE AM HAUS

Je nach Konstruktion und Material Ihrer Hausfassade können Sie die Auflage Ihres Pergola-Daches an der Hauswand auf zweierlei Weise anbringen.
1. Ebenfalls durch eine Kombination aus Pfosten und Querträgern
2. Durch die direkte Montage eines Tragebalkens an der Hauswand

Mit Pfosten

  • Empfohlen bei schlecht tragenden Fassaden
  • Einfache Montage eines seitlichen Rankengitters

SCHRITT 1:

Messen Sie die exakte Position der Pfosten im gleichen Arbeitsschritt mit dem Setzen der äußeren Pfosten. Bei Terrassen mit einem Unterbau aus Betonplatten oder Betonverbundpflastersteinen können Sie aufschraubbare Pfostenträger in U-, H- oder geschlossener Form verwenden.

SCHRITT 2:

Markieren Sie die Bohrlöcher durch das präzise Aufsetzen der Pfostenträger. Bohren Sie mit einem Steinbohrer die Löcher, führen Sie die Dübel ein und schrauben Sie die Pfostenträger fest.
Das Setzen der Pfosten erfolgt auf die gleiche Weise wie in 3.1. Denken Sie daran, dass hausseitig die Pfosten länger sein müssen als an der Terrassenvorderseite, um ein Gefälle von mindestens 3% (= 3 cm pro m) herzustellen.
Bei Terrassenoberflächen, die sich nicht zum Bohren eignen, müssen Sie die Platten entfernen und die Pfosten wie in 3.1 in ein Betonbett einbauen.

Ohne Pfosten

  • Nur bei gut tragenden, massiven Fassaden
  • Schnelle und unkomplizierte Lösung

SCHRITT 1:

Mit Zollstock und Wasserwaage wird die Höhe des Querbalkens (Oberkante) bestimmt und im Längsverlauf mit Kreide oder Klebeband markiert. Halten Sie die Winkeleisen an und kennzeichnen Sie die Bohrlöcher.

SCHRITT 2:

Zur Montage sollten Sie spezielle, isolierte Anker verwenden, um die Fassadenisolierung nicht zu beeinträchtigen. Wichtig ist, dass das Holz keinen direkten Kontakt mit der Hauswand bekommt.

Querbalken (Pfetten) und Lamellen montieren

Durch die unterschiedliche Höhe der Pfosten bzw. Querbalken am Haus und am Terrassenende sollten Sie für das spätere Dach ein Gefälle von 3% einplanen.
Die nun zu montierenden Querbalken oder Pfetten sollten nur eine unwesentlich kürzere Kantenlänge aufweisen als die Pfosten. Ideal sind auch hier 12 bis 16 cm. Sie werden hochkant angeschraubt, um eine maximale Sicherheit gegen Durchbiegen zu bieten.

SCHRITT 1:

Ob Sie die Pfette oben auf den Pfosten montieren und bündig abschließen lassen bzw. einen Überstand möchten oder sie zwischen den Pfosten anbringen, ist letztlich Geschmackssache. In jedem Fall wird die Pfette mit entsprechenden Winkeln und Holzschrauben am Pfosten fixiert.
Achten Sie auf eine absolut waagerechte Montage. Einfach und sicher ist die vorläufige Fixierung mit Schraubzwingen, um eine präzise Kennzeichnung der Winkelpositionen vorzunehmen.
Muss auch an der Hauswand eine Pfette an den Pfosten montiert werden, verfahren Sie hier ebenso.

Ist eine Pfette zu verlängern, sollte dies stets genau auf einem Pfosten geschehen. Entweder durch einfaches Anstoßen der Balken aneinander oder – eleganter – durch das Einsägen einer L-förmigen Überblattung.

SCHRITT 2:

Jetzt werden die Sparren (Lamellen) angeschraubt. Hierzu sind mehrere Dinge zu beachten:

  1. Sie sollten eine Kantenlänge von mindestens 8 cm, besser 10 cm haben und werden hochkant montiert.
  2. Sie müssen mindestens die Länge von Hauswand bis zur Vorderkante der vorderen Pfette haben.
  3. Sie werden im Abstand von ca. 80 cm angebracht.
  4. Wegen des schrägen Verlaufs zwischen der hinteren und vorderen Pfette sollten Sie speziell hierfür geeignete Winkel verwenden.

Sie können die Lamellen mit den geeigneten Winkeln oben auf die Pfetten montieren. Dabei werden die beiden äußeren Lamellen exakt im Verlauf der hinteren und vorderen Pfosten angebracht.

Schöner und auch stabiler ist jedoch die Versenkung in die Pfette.
Hierzu legen Sie die Lamellen exakt im richtigen Abstand aus und fixieren sie mit Schraubzwingen. Markieren Sie dann die Auflagestellen an den Pfetten mit einem Bleistift, entfernen Sie die Lamellen wieder und sägen Sie entsprechende Aussparungen (Tiefe: 1/3 der Lamellenhöhe) in die Pfette.

Diese Lösung müssen Sie sogar verwenden, wenn Sie an der Hauswand statt Pfosten lediglich einen tragenden Balken montiert haben. Dabei darf die Lamelle später die Wand nicht berühren, sondern muss im Abstand von ca. 2 cm fixiert werden.
Am besten, Sie nehmen diesen Arbeitsgang in Angriff, wenn die Pfetten noch nicht an den Pfosten angeschraubt sind, sondern provisorisch mit Schraubzwingen gehalten werden. Markierte Pfetten wieder abnehmen und das Sägen dann auf einem Werkzeug- oder Arbeitstisch vornehmen.
Erst anschließend werden Querbalken und Lamellen endgültig fest angeschraubt.

SCHRITT 3:

Um eine maximale Stabilität zu erhalten, können Sie nun noch massive Stützstreben zwischen den beiden äußeren Pfosten und der Pfette anbringen. Die Fixierung erfolgt entweder durch entsprechend lange Holzschrauben oder zusätzliche Winkel.

TIPP 1: SCHÖN UND GEMÜTLICH

Mit einem zwischen den seitlichen Pfosten angebrachten Rankengitter und dem Platzieren von Kletterpflanzen erhält Ihre Terrassen-Pergola nicht nur eine grüne und blühende Wand, sondern schützt Sie auch vor unliebsamen Blicken und Windeinfall.
Schattig und gemütlich sitzen am schönsten Platz Ihres Gartens: Mit einer einholmigen Pergola voller Rankenpflanzen schaffen Sie sich ein kleines Paradies.

  • Wollen Sie keinen Beton in Ihrem Garten, setzen Sie die Pfosten in Einschlaghülsen.
  • Mit einer kleinen Pflasterfläche bietet das lauschige Plätzchen Platz für Tisch und Grill.

Überdachter Gartenweg: Mit einer doppelholmigen Pergola und einer Reihe von Kletterpflanzen entlang Ihres Gartenweges verleihen Sie Ihrem Garten durch einen romantischen Laubengang das Flair vergangener Jahrhunderte.

PERGOLA-DACH MONTIEREN

Die erste Wahl für ein Pergola-Dach sind transparente Stegdoppelplatten. Sie bestehen aus transparenten Hohlkammerplatten aus Kunststoff, z. B. Acryl oder Polycarbonat im Format 100 x 200 cm.
Das Material ist langlebig, widerstandsfähig, lichtdurchlässig und dank unkomplizierter Klickverbindungen denkbar einfach zu montieren.

Abhängig vom Hersteller müssen zunächst T-förmige Halteprofile auf die Lamellen aufgeschraubt werden. Darauf werden die Platten eingeklickt. Anschließend fixiert ein oberes Abdeckprofil das Dachsystem.
Fertig ist Ihre Pergola und Sie können Ihre Terrasse bei Wind und Wetter genießen.

TIPP 2: PERGOLA-PFLEGE

Da Ihre Pergola nun mal keine Schönwetter-Terrassenüberdachung ist, sondern ganzjährig Wind und Wetter ausgesetzt bleibt, ist ein bestimmter Pflegeaufwand empfehlenswert.
Alle Holzelemente sollten mindestens alle 2-3 Jahre mit einer schützenden Lasur versehen werden:

  • Sie schützt Pfosten und alle über das Dach ragenden Bestandteile vor Verwitterung.
  • Sie verhindert das Austrocknen der überdachten Teile durch Stauhitze etc.

Auch das Pergola-Dach hat eine regelmäßige Pflege nötig:

  • Entfernen Sie Herbstlaub rechtzeitig von einer Leiter aus mit einem weichen Besen.
  • Schmutz und erste Moosstellen vorzeitig mit Wasser (Gartenschlauch) und weichem Besen oder Schwamm abschrubben.
  • Hartnäckigen Stellen mit säurefreiem Kunststoffreiniger zu Leibe rücken.
  • Besonders praktisch sind Kunststoff-Pflegemittel mit Versiegelungs-Effekt, die den Pflegeaufwand deutlich reduzieren.

Nur im Notfall: So können Sie das Pergola-Dach aus Stegdoppelplatten betreten:

  • Niemals die Platten selbst betreten.
  • Unterlegen Sie immer saubere Holzbohlen oder stabile Bretter, um das Gewicht auf eine größere Fläche zu verteilen.
  • Rutschfestes Schuhwerk mit weichen Sohlen anziehen und an eine Sicherung denken.

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