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Praktiker Trade GmbH & Co. KG
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Pflanzen selber züchten

Gerade für den heimischen Zier- und Nutzgarten bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten der eigenen Anzucht neuer Pflanzen.

Gerade für den heimischen Zier- und Nutzgarten bieten sich Ihnen viele Möglichkeiten der eigenen Anzucht neuer Pflanzen. Ob durch die Vermehrung bestehender Pflanzen oder durch die Anzucht mit Saatgut, der Weg zur eigenen kleinen Gärtnerei ist für motivierte Hobbygärtner gar nicht so beschwerlich.

ANZUCHT MIT SAATGUT

Auch wenn die Samen der eigenen Blütenpflanzen zur neuen Anzucht geeignet wären, bessere Resultate erzielen Sie mit gekauftem Samen, z.B. aus Ihrem Praktiker Gartencenter. Ob Sie dabei Saatgut für Blumen aller Art, Stauden, aber auch Tomaten, Salat, Gemüse, Kräuter oder sogar Exoten wie Bambus oder Palmen verwenden, ist im Prinzip für die Anzuchtarbeiten ebenso unerheblich wie die Entscheidung für Topf-, Kübel- oder Freilandpflanzen. Es hilft – und lässt Platz auf Fensterbank oder Zimmerboden – wenn Sie ein Gewächshaus im Garten stehen haben. Nicht zwingend notwendig ist es bei allen Pflanzenarten, die später im Freien eingepflanzt werden. Lediglich kälteempfindlichen Arten, die entweder ihr Leben lang im Gewächshaus verbleiben oder als Kübelpflanzen dort überwintern müssen, sollten Sie ein Gewächshaus zur Verfügung stellen.

Übrigens: Ideal für die Anzucht in einer Wohnung ohne Garten sind Minitreibhäuser für die Fensterbank zum Vorziehen im Frühbeet.

1. AUSSAAT

In den meisten Fällen werden die Samen im Februar und März in die Saatschale ausgebracht. Verwenden Sie hierzu nährstoffreiche, feuchte Komposterde. Die Samenkörner sollten nicht zu dicht beieinander liegen. Bei Sorten mit größeren Samenkörnern kommt auf die Aussaat noch 5 mm Erde, kleine Samen wie die der Begonie bleiben ohne Erdbedeckung. Die Saatschale wird mit einer Glasplatte abgedeckt und bei 15 bis 18 °C stehen gelassen.

Dies sollte nur bei beheizten Varianten im Gewächshaus erfolgen, sonst im Haus oder in der Wohnung. Stellen Sie die Saatschale an einen warmen und schattigen Ort und lüften Sie täglich durch Anheben der Glasplatte. Sonst droht Schimmelbildung.

2. PIKIEREN

Je nach Sorte zeigen sich nach zwei bis vier Wochen die Keimlinge. Nun wird die Glasscheibe entfernt und die Saatschale an einen hellen Ort gestellt. Vermeiden Sie aber extreme Sonneneinstrahlung.
Erscheinen die ersten Blättchen, müssen Sie Ihren Pflanzennachwuchs pikieren. Pikieren bedeutet Vereinzeln und meint, die einzelnen zarten Pflanzen fachkundig herausnehmen und in torfhaltiger Pikiererde in einen anderen Anzuchtkasten (Frühbeet) neu einsetzen.

Dazu werden die Sämlinge vorsichtig mit einem Pikierholz aus der Saatschale herausgehoben. Achten Sie darauf, dass genügend Erde mit herausgehoben wird und fassen Sie die Pflanzen auf keinen Fall am Stiel an. Sie sind noch viel zu empfindlich.

Stechen Sie mit dem Holz oder einem Bleistift in regelmäßigen, nicht zu engen Abständen kleine Löcher in die Erde des Frühbeetkastens. Darin werden die Sämlinge eingesetzt, leicht angedrückt und vorsichtig begossen. Nehmen Sie hierzu am besten einen feinen Sprüher.

Das Frühbeet nicht direkt der Sonneneinstrahlung aussetzen, sondern erst drei Tage an einen schattigen Ort stellen und dann ans Fenster. Sonst droht ein „UV-Schock“ und ein regelrechter Sonnenbrand. Denn die Glasscheibe auf der Saatschale hat bis dahin die UV-Strahlung geblockt. Lichtmangel allerdings tut den jungen Pflanzen auch nicht gut. Die Pflanzen wachsen zu sehr in die Höhe, also dem Licht entgegen, und bilden dabei zu schwache Stiele aus. Die Erde des Frühbeets sollte übrigens relativ nährstoffarm sein und immer feucht gehalten werden. Spezielle Anzuchterde ist hierfür ideal. Die verhältnismäßig geringe Nährstoffmenge regt die Wurzelbildung der jungen Pflanzen an.

3. AUSPFLANZEN

Nach ein paar Wochen können Sie Ihren neuen Pflanzen eine kleine Abhärtung gönnen, indem Sie sie schrittweise über Mittag an die frische Luft stellen. Nachts müssen sie natürlich wieder ins warme Gewächshaus bzw. ins Zimmer. Je nach Pflanzenart erfolgt dann ab Mitte Mai das Einsetzen ins gut gedüngte und von Unkraut befreite Gartenbeet bzw. in die Balkonkästen und Pflanzkübel. Für Nutzpflanzen wie Tomaten und Kopfsalat beginnt die Aussaat der Samen Mitte März. Für eine weitere Salaternte im November bzw. für den Wintersalat ist August die richtige Zeit für die Aussaat.

ANZUCHT DURCH VERMEHRUNG

Statt mit Saatgut können Sie die meisten Staudenarten und vor allem Gehölze durch Vermehrung selber anzüchten. Auch Knollen- und Zwiebelpflanzen lassen sich problemlos vermehren. Es gibt je nach Pflanzenart unterschiedlichste Methoden, von Teilung über das Entnehmen von Ablegern und Stecklingen von der Mutterpflanze bis zum Absenken und Abmoosen.

STECKLINGE

Ein Steckling ist im Grunde nichts anderes als ein junger und gesunder Pflanzenzweig, der in die Erde gesteckt wird, um eigene Wurzeln zu schlagen und sich zu einer neuen, selbständigen Pflanze entwickelt.
Je nachdem, von wo das Material der (gesunden, schädlingsfreien) Mutterpflanze entnommen wird, spricht man von verschiedenen Stecklingsarten.

Augensteckling ist ein Spross mit Auge und Blattaustrieb – zur Vermehrung von Feige und Gartenhortensie.

Blattsteckling meint ein Blatt mit Stiel, Kopfsteckling oder auch Treibsteckling die Triebspitze mit Stängel und Blattpaaren usw.

TIPP : NÄHRSTOFFE UND IHRE WIRKUNG

Schon bei der Anzucht legen Sie das Fundament für eine gesunde und widerstandsfähige Pflanze.
Achten Sie deshalb bereits bei der Wahl der Erde für die Saatschale auf eine nährstoffreiche Komposter.

  • Stickstoff ist wichtig für die Photosynthese und wird zum Aufbau von Eiweiß benötigt, um kräftige Triebe und Blätter zu entwickeln.
  • Phosphorsäure fördert die Bildung von Blüten, Samen und Früchten und stärkt die Wurzelbildung.
  • Kalisalz stärkt die Zellwände und schützt die Pflanze besser vor Schädlingen und Kälte. Außerdem fördert Kalisalz bei Obst die Zuckerbildung und sorgt für den richtigen Geschmack.
  • Kalk neutralisiert überschüssige Säure im Boden und stellt die optimale Nährstoffaufnahme sicher.
  • Magnesium und Eisen sorgen für kräftiges Blattgrün

Beispiel:
Stauden und Topfpflanzen wie Chrysantheme, Fingerhut, Geranie, Fuchsie oder Begonie werden durch Kopfstecklinge vermehrt.

Schneiden Sie im Juli/August ca. 7 cm lange Stecklinge mit mindestens drei Blattpaaren von gesunden, blatttragenden Stielen ab. Die Stecklinge knapp unterhalb eines Blattpaares abschneiden und maximal sechs auf einmal 3 cm tief in einen Topf mit nährstoffarmer und feuchter Pikiererde bzw. Aussaaterde einpflanzen.

Sorgen Sie für eine warme Umgebung von ca. 22 °C und hohe Luftfeuchtigkeit (Gewächshaus oder ggf. Plastiktüte über den Topf ziehen). Die Stecklinge benötigen 4-6 Wochen, um Wurzeln auszubilden. Nun wird jeder Steckling samt Wurzel vorsichtig aus dem Topf gehoben und einzeln neu gesetzt, leicht angedrückt und gegossen.
Nach einer weiteren Woche schneiden Sie die Triebspitze ab, um das Wurzelwachstum zu stärken, und lassen den Steckling bis zum Frühjahr in einem kalten, geschlossenen Raum überwintern. Im Frühjahr erfolgt dann das Einpflanzen im endgültigen Beet.

ABSENKER UND ABLEGER

Im Gegensatz zum Steckling werden Absenker und Ableger aus frischen Vorjahrstrieben einer Pflanze gebildet. Beim Absenken wird der Trieb soweit vorsichtig heruntergebogen, dass er in eine Erdrinne gelegt und mit Erde überhäuft werden kann. Das Triebende schaut aus der Erde heraus. Der Trieb bewurzelt sich und treibt aus. Er kann dann später von der Mutterpflanze getrennt werden und bildet eine eigene, neue Pflanze.

Ableger sind einjährige Triebe, die in voller Länge in eine 10 cm tiefe Erdrinne gelegt und dort fixiert werden. An der Oberseite bilden sich mit der Zeit neue Triebe. Schauen diese über den Rand der Rinne hin- aus, wird die Rinne mit Erde gefüllt. An der Basis der neuen Triebe bilden sich auf diese Weise bis zum Herbst Wurzeln aus. Die Neutriebe können mit ihren Wurzeln abgetrennt und einzeln neu eingepflanzt werden.
Typischerweise wird diese Art der Vermehrung für Gehölze und kräftige Sträucher wie Haselnuss, Rot- und Hainbuche verwendet.

ABRISS, ABMOOSEN, AUSLÄUFER

Sträucher können auch durch Abriss vermehrt werden. Hierzu die neuen Triebe im Frühjahr immer wieder konsequent mit Erde bedecken, bis sich daran neue Wurzeln bilden. Im Herbst die Erde entfernen, die bewurzelten Triebe abreißen und einpflanzen.

Abmoosen wird beispielsweise bei Fikus, Philodendron und anderen Gehölzen angewendet. Dazu müssen die Seitentriebe quer eingeschnitten, also verletzt werden. Die Wunde bleibt durch einen Keil offen, wird mit Torfmoos verbunden und ständig feucht gehalten.

Diese zwar aufwendige, aber sehr effektive Methode ist ideal für Hobbygärtner, weil sie sicherer zu Wurzelbildung und Wachstum führt als die Vermehrung durch Stecklinge. Hat der Trieb Wurzeln ausgebildet, wird er abgetrennt und eingepflanzt.

Ausläufer sind unterirdische Seitentriebe, die Wurzeln bilden. Typisch ist dies für Erdbeeren, viele Gräser und Farne. Diese Triebe lassen sich aus dem Boden heben, abtrennen und neu in ein Beet einsetzen.

TEILUNG BEI STAUDEN

Sind speziell Stauden zu groß geworden, ist Teilung die einfachste und schnellste Methode der Vermehrung. Einfach zwischen Oktober und März (im Winter) den gesamten Wurzelballen mit einer Grabgabel aus der Erde hebeln, die Ballen mit der Gabel teilen und die Teilballen
erneut teilen. Dann müssen Sie bei den Teilballen die anhängende Erde entfernen, holzige Triebe und abgestorbene Wurzeln abschneiden und die Teilstücke am neuen Standort wieder einpflanzen. Düngen, gießen, fertig.

TEILUNG BEI ZWIEBEL- UND KNOLLENGEWÄCHSEN

Nehmen Sie spätestens alle vier Jahre Zwiebeln und Knollen aus der Erde. Die Blumen stehen sonst zu dicht. Die Zwiebeln vorsichtig mit Spaten oder Grabgabel ausheben und von der Erde befreien. Narzissen, Tulpen und Krokusse werden bis zum Herbst gelagert und in größeren Abständen oder an neuen Standorten wieder eingepflanzt.

VERMEHRUNG AUS BRUTZWIEBELN UND BRUTKNOLLEN

Elternzwiebeln und -knollen bilden an unterschiedlichen Stellen (Basis, Kopf, Seiten) Brutzwiebeln und Brutknollen aus. Sie lassen sich mit dem Finger abbrechen und in ein neues, vorläufiges Beet einsetzen. Nach zwei bis drei Jahren erreichen die neuen Pflanzen ihre erste Blühphase und können dann an ihren endgültigen Standort. Denken Sie daran, nicht winterharte Gewächse im Herbst aus der Erde zu nehmen.

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