Steinterrasse anlegen

Betonplatten und -pflastersteine, Natursteinplatten oder Stein- und Keramikfliesen – und das jeweils in vielen verschiedenen Größen, Formen, Farben und Oberflächen:

Betonplatten und -pflastersteine, Natursteinplatten oder Stein- und Keramikfliesen – und das jeweils in vielen verschiedenen Größen, Formen, Farben und Oberflächen: unglaublich viele Möglichkeiten, Ihrer Terrasse mit Fantasie und Geschick ein ganz persönliches Flair zu verleihen.

1. TERRASSE AUS BETON- UND GRANITPLATTEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Spaten
  • Schaufel
  • Schubkarre
  • Maurerschnur
  • Metallstangen
  • Maßband
  • Zollstock
  • Bleistift
  • Wasserwaage
  • Winkelschleifer
  • Gummihammer
  • Rüttelplatte
  • Kies
  • Splitt mittelgrob
  • Splitt fein (2/5 mm Körnung)
  • Terrassenplatten
  • Fugenkreuze

Betonplatten sind als gängige Terrassenoberfläche eine relativ unkomplizierte und günstige Lösung.

PLATTEN AUF SPLITTBETT VERLEGEN

Ein Untergrund aus Kies oder Recyclingmaterial plus Splittschicht eignet sich nahezu überall – außer auf wasserundurchlässigem Erdreich wie Lehmböden etc.

SCHRITT 1:

Markieren Sie den Grundriss Ihrer künftigen Terrasse mit Maurerschnur und Metallstangen. Schnur am oberen und unteren Terrassenende (Querrichtung) waagerecht und in Längsrichtung an linker und rechter Seite mit 2 – 3 % Gefälle spannen – zur Kontrollmessung jeweils 10 cm höher als die fertige Terrassenhöhe.

SCHRITT 2:

Nun das Erdreich 35 – 40 cm unterhalb der fertigen Terrassenhöhe ausgraben. 25 cm Kies oder Recyclingmaterial einfüllen und mit einer Rüttelplatte verdichten. Darauf ein Splittbett aus mittelgrobem Split 10 – 15 cm dick auftragen und ebenfalls verdichten. Als dritte Lage nun eine 5 cm dicke Schicht feinen Splitt (Körnung ca. 2/5 mm) auftragen und mit einem Abziehbrett mit ca. 2 – 3 % Gefälle abziehen. Eventuell ebenfalls verdichten und fehlende Höhe mit losem Splitt plan nachziehen.

Die folgenden Schritte gelten generell beim Verlegen von Platten:

SCHRITT 3:

Spannen Sie nun die Maurerschnur im rechten Winkel zum Haus im Abstand der ersten Plattenbreite. Daran die erste Reihe Platten mit je 2 – 3 mm Fuge anlegen. Als Hilfe können Sie Fugenkreuze aus Kunststoff verwenden, die einen gleichmäßigen Fugenabstand gewährleisten.

Platten parallel zur Hauswand waagerecht ausrichten, ggf. mit Gummihammer nachjustieren. Dazu Wasserwaage jeweils am oberen und unteren Ende der Platten auflegen. In gerader Linie zum Gefälle muss die Plattenneigung dem Gefälle folgen – gleichbleibenden Abstand zu den längs gespannten Maurerschnüren nachmessen!

Schnur eine Plattenbreite weiter versetzen und die nächste Reihe anlegen. Überlängen an den Seiten mit Zollstock und Bleistift kennzeichnen und mit Winkelschleifer abschneiden. Schnittflächen nicht nach außen zeigen lassen.

SCHRITT 4:

Die Terrassenränder mit Randsteinen oder einer Estrichstütze gegen Verrutschen sichern. Estrich schließlich mit Erdreich überdecken.

PLATTEN AUF BETONDECKE VERLEGEN

Nach dem Aufbau der Betondecke mit integriertem Gefälle (2 – 3 %) und dem grundsätzlichen Auftragen einer wasserabweisenden Grundierung haben Sie zwei Möglichkeiten:
Plattenlager
Die einfachste und schnellste Art, Platten auf Beton zu verlegen, ist der Einsatz von Plattenlagern.

Plattenlager sind kreuzförmige Füße mit vier Auflageseiten, auf die je eine Plattenecke aufgelegt wird. Sie werden einfach auf der Betondecke platziert. Zur Ausrichtung der Platten entweder dünne Plättchen unterlegen oder höhenverstellbare Plattenlager verwenden. Für die Seitenränder stehen halbe Plattenlager für eine saubere Außenkante zur Verfügung.

Die Vorteile: Die Platten liegen automatisch mit der richtigen Fugenbreite. Das Wasser kann durch die Fugen auf den Beton sickern und dort abfließen. Jede Platte lässt sich jederzeit problemlos einzeln entnehmen.

Platten in Mörtel verlegen
Mit dieser Methode kleben Sie die Platten auf dem Beton fest. Dazu nach dem Anrühren des fertig gemischten Klebemörtels an der Stelle der ersten Platte 5 Mörtelhäufchen (je ½ Maurerkelle) auf dem Beton aufbringen: alle 4 Plattenecken plus Plattenmitte.

Platte auflegen, in Querrichtung mit Gummihammer und Wasserwaage ausrichten. In senkrechter Richtung vom Haus Plattenkante an der Längsschnur dem Gefälle angleichen. Dann Reihe für Reihe unter Einsatz der Maurerschnüre (wie zuvor beschrieben) fortfahren.

Achten Sie darauf, dass Sie je Platte rundherum immer 2 – 3 mm Fuge lassen. Gegebenenfalls Fugenkreuze als Anhaltspunkte zu Hilfe nehmen. Platten erst belasten, wenn der Mörtel komplett abgebunden hat.

2. TERRASSE AUS PFLASTERSTEINEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Maurerschnur
  • Metallstangen
  • Wasserwaage
  • Maßband
  • Zollstock
  • Abziehschienen
  • Abziehbrett
  • Holzbohlen
  • Rüttelplatte
  • Schubkarre
  • Schaufel
  • Straßenbesen
  • Kies
  • Verlegesand
  • Schlämmsand
  • Trasszement
  • Wasser
  • Pflastersteine

Pflastersteine sind eine schöne Alternative, um Ihre Terrasse mit Rundbögen, Halbkreisen oder anderen Figuren fantasievoll zu gestalten.

SCHRITT 1:

Dazu auf einer Unterlage aus 30 cm mit Rüttelplatte verdichtetem Kies ca. 10 cm Verlegesand mit Abziehbrett plan abziehen und
ebenfalls mit Rüttelplatte verdichten.
Mithilfe von Maurerschnur, Maßband und Wasserwaage gerade, lange Abziehschienen vom Haus weg mit 2 – 3 % Gefälle im Abstand von 2 – 3 m fest in den Sand einlegen (Schienenoberkante plus Steinhöhe minus 2 cm Verdichtung = fertige Terrassenhöhe).

SCHRITT 2:

Verlegesand mit Trasszement (auf ca. 1 m³ Sand 3 Schaufeln Zement) trocken mischen und zwischen den verlegten Schienen verteilen. Abziehbrett auf beide Abziehschienen auflegen und Gemisch plan abziehen. Schienen entfernen, Rillen mit Sandgemisch auffüllen und vorsichtig auf Gemischhöhe abziehen.

Darauf Ihre Pflastersteine im gewünschten Muster eng aneinander auflegen.

  • Achten Sie auf eine waagerechte Verlegung parallel zum Haus.
  • Arbeiten Sie immer auf den Steinen, Sand-Zement-Gemisch nicht betreten oder beschädigen.
  • Schaffen Sie das Pflastern nicht komplett an einem Tag, Sand-Zement-Unterlage immer nur für den verlegbaren Bereich vorbereiten (härtet über Nacht aus und somit zum Pflastern ungeeignet)

SCHRITT 3:

Zum Schluss Terrassenränder mit Bohlen und Stangen rundum fest gegen Verrutschen sichern. Schlämmsand mit Schaufel trocken auf dem Pflaster verteilen, mit Besen in die Fugen einkehren, Reste abkehren und Pflasterfläche mit einer Rüttelplatte gleichmäßig abziehen. Zum Schluss neue Lage Schlämmsand mit Gartenschlauch und Straßenbesen dicht in die Fugen einschlämmen, trocknen lassen, abkehren, fertig.

TIPP 1: NATURSTEINPLATTEN: POLYGONPLATTEN UND PORPHYRPLATTEN

Zwei schöne, natürliche Alternativen für Ihre Terrasse
Polygonalplatten (Polygon = Vieleck = unregelmäßige Naturstein-Optik)
sind spaltraue Natursteinplatten für den Außenbereich, zumeist aus Quarzit
in 1– 3 cm Dicke.

  • Sie werden ebenfalls auf (feuchtem) Verlegesand-Trasszement-Gemisch verlegt und mit Gummihammer angeklopft.
  • Die unregelmäßigen Fugen müssen mit feuchter Quarzsand-Zement-Mischung (Verhältnis 1:3) oder Fertigfugenmasse mit einem Spachtel gefüllt werden.
  • Nach dem Aushärten Zementflecken auf den Platten mit sauberem Wasser abwischen

Porphyrplatten sind Vulkangesteinplatten in regelmäßiger Form und unregelmäßiger Stärk.

  • Sie sind wetterfest, frostsicher, langlebig und besitzen eine warme Oberflächenfarbe.
  • Verlegung auf 3 – 4 cm Mörtel (feuchtes Sand-Zement-Gemisch im Verhältnis 1:3)
  • Mit erdfeuchter Fugenmasse per Spachtel einfugen, nach Trocknung Platten mit klarem Wasser reinigen.

Beide Lösungen sollten auf einem Betonuntergrund aufgebaut werden.
Statt klarem Wasser können Sie auch spezielle Zementreiniger verwenden. (Der Zementreiniger darf NICHT in die Fugen gelangen und nicht Ihre Haut berühren: Säure!)

3. TERRASSE AUS STEINFLIESEN

Steinfliesen sind optisch attraktive, aber auch empfindliche Terrassenbeläge. Sie können im Winter reißen und brechen leicht ab, falls schwere Gegenstände wie Wasserflaschen etc. auf Fliesenecken fallen.
Fliesen sind in der Regel lasiert. Achten Sie auf rutschfeste Oberflächen oder entscheiden Sie sich für matte, besonders strapazierfähige Feinsteinzeug-Fliesen.
Das Wichtigste ist, ausschließlich frostsichere Fliesen für den Außeneinsatz zu verwenden. Hier ist beste Qualität gerade gut genug.
Als Grundlage ist ein Betonfundament erforderlich. Bei sehr unebenem Beton idealerweise eine saubere, ebene Schicht Estrich mit 2 – 3 % Gefälle auftragen. Bei über 40 m² Terrassenfläche benötigt der Estrich eine Dehnungsfuge.
Terrassenfliesen werden in ein Bett aus kunststoffvergütetem, frostsicherem und wasserfestem Fliesenkleber (mit Wasser nach Anleitung vermischen) verlegt. Achten Sie auf den Hinweis „Dünnbettmörtel“.
Die Ausrichtung der Fliesenreihen wie beim Plattenverlegen mit Maurerschnur vorbereiten. Fliesen vorsichtig, aber fest in das Bett eindrücken, um Hohlräume zu vermeiden. In den Hohlräumen sammelt sich Wasser, das im Winter gefriert und die Fliese sprengen kann.
Sicherheitshalber können Sie zusätzlich auch die Fliesenunterseite mit Kleber bestreichen. Fugen mit Fugenkreuzen sicher einhalten. Bei schnellhärtendem Fliesenkleber immer nur für wenige Fliesen Kleber mit Spachtel im Voraus auftragen. Der Kleber trocknet nach ca. 20 Minuten aus.
Außenfliesen nicht mit den klassischen Fliesenschneidern zuschneiden. Sie sind viel zu dick dafür. Immer Winkelschleifer mit Steinblatt verwenden!
In der Regel sind Fliesen bei schnellhärtendem Kleber nach ca. 3 Stunden begehbar. Die Fugen aber besser erst am Folgetag mit Fugenmörtel diagonal zum Fugenverlauf einschlämmen und nach ca. 10 Minuten Reste aufwischen. Nach der Trocknung Fliesen mit einem trockenen Tuch sauber wischen.
Zum Schluss Eck- und Anschlussfugen mit dauerelastischem Silikon versiegeln.
Fertig ist Ihre geflieste Terrasse.

TIPP 2: EXTRA FROSTSICHERE FLIESENVERLEGUNG

Fliesen sind mehr noch als andere Terrassenoberflächen frostempfindlich.
Sie müssen daher ohnehin darauf achten, frostsichere Stein- oder Keramikfliesen sowie Kleber für den Außeneinsatz zu verwenden. Ganz sicher gehen Sie jedoch mit dem zusätzlichen Auftragen einer Zwei-Komponenten Dichtschlämme auf die Beton- oder Estrichunterlage.
Die Dichtschlämme bildet einen wasserdichten und flexiblen Untergrund.

  • Dazu zunächst Eck- und Seitendichtungen aus Kunststoff für die Ränder des Untergrunds zuschneiden und mit Dicht schlämme auf den Beton- oder Estrichrändern fixieren.
  • Dann erste Schicht Dichtschlämme mit Lammfellrolle lückenlos und gründlich auftragen und trocknen lassen.
  • Danach die zweite Schicht aufbringen und trocknen lassen. Die Schichtdicke beträgt jeweils ca. 2 mm.
  • Erst auf der ausgehärteten Dichtschlämme die Fliesen mit Kleber verlegen.

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