Vertäfelung - Wand- & Deckenmontage

Ob an Wänden oder Decken: Holz macht Räume gemütlich.

Ob an Wänden oder Decken: Holz macht Räume gemütlich. Wer es rustikal mag, wählt ein Holz mit lebhafter Maserung.
Wer es gern etwas edler hätte, entscheidet sich vielleicht für ein Paneel. Die Auswahl ist groß – von preiswerten, unbehandelten Fichtenholz-Profilen bis zu Paneelen mit perfekter Oberflächenversiegelung oder speziellen Feuchtraumpaneelen. Bei Ihrem Baumarkt finden Sie sie. Auch Lasuren und Lacke, um rohe Bretter selbst zu veredeln, sowie Befestigungskrallen und das erforderliche Werkzeug finden Sie in dessen Regalen.

Die Stückzahl der benötigten Bretter ermitteln Sie, indem Sie die ganze Breite der zu verkleidenden Fläche ausmessen und das Maß durch die Deckbreite der Profilbretter (Profilmaß minus Nuttiefe) teilen. Damit sie sich akklimatisieren können, lagert man sie nach dem Kauf zunächst einige Tage im Raum. Paneele mit einem Kern aus Holzfaser- oder Spanplatte kann man sofort anbringen. Vorher sollten Sie sich jedoch Decken oder Wände gründlich ansehen: Ob sie konstruktiv einwandfrei sind, ob eventuell noch Rohre, Kabel oder z. B. Telefonleitungen verlegt werden müssen. Brauchen die angrenzenden Wände einen neuen Anstrich, dann sorgen Sie dafür besser vor der Holzverkleidung.

Profilholz und Paneele

Profilhölzer sind massive Bretter, deren Längskanten zum Zusammenstecken profiliert sind: eine als Nut, die andere als Feder.

Paneele besitzen einen Kern aus Holz oder Holzwerkstoff, der furniert oder beschichtet ist. Oft sind auch ihre kurzen Kanten profiliert.

Bei System-Profilholz handelt es sich um massive Bretter, die sowohl an den langen als auch an den kurzen Seiten profiliert sind.

Befestigungstechniken

In den meisten Fällen wird eine Holzverkleidung mit Nägeln oder Profilkrallen auf einer Unterkonstruktion aus Latten befestigt.

In dem Hohlraum zwischen den Latten kann man Installationen verstecken oder auch eine Wärmedämmung einbringen (für Hinterlüftung sorgen!). An trockenen geraden Innenwänden ist auch eine Befestigung der Holzverkleidungen mit Montagekleber möglich. Beachten Sie dazu die Anleitungen auf der Verpackung des Klebers!

Tipp

Wollen Sie Ihre Profilhölzer lasieren oder lackieren, tun Sie das unbedingt, bevor Sie die Bretter anbringen. Nur so lässt sich vermeiden, dass später durch Trocknen und Schrumpfen des Holzes noch unbehandelte Federn sichtbar werden. Auch die Rückseiten streichen!

Nicht zu empfehlen: die Befestigung mit Hammer und Nagel. Die Kante nimmt leicht Schaden, wenn der Nagel in der Nut versenkt wird.

Ganz bequem gehts mit einem Elektrotacker. Auch hierbei die Nägel oder Klammern in die Brett- bzw. Paneelnut setzen.

Ungefährdet sind die Kanten bei der Befestigung mit Krallen. Hierfür werden die Stifte per Hammer und Nagler erst hinter dem Brett in die Latten getrieben.

Außer den normalen Montagekrallen (unten) gibt es auch Spezialisten: a) für beidseitig genutete Paneele (mit loser Feder), b) für Anfangsbretter.

Wand-Montage

Die Unterkonstruktion und die Befestigung für Profilbretter und Paneele ist gleich, abgesehen davon, dass manche Paneele allseitig genutet und mit losen Federn verbunden werden. Für kleine „Kurskorrekturen“ steckt man die Federn nicht ganz in die Nuten ein. Zum Kontrollieren sollten Sie immer wieder eine Wasserwaage anlegen. Die Montage unter Dachschrägen erfolgt auf dieselbe Art wie an Wänden.

Vor einer senkrechten Unterkonstruktion können die Paneele oder Bretter waagerecht angebracht werden. (Achtung, in Feuchträumen möglichst mit der Nut nach unten!) Ein Profilrest dient als Klopfholz.

Für senkrechte Profilbretter oder Paneele werden die Latten waagerecht angeschraubt. Eine Konterlattung, Abstandshalter oder Kerben in den Latten sorgen für die notwendige Hinterlüftung.

Das letzte Brett in einer Ecke muß in der Breite passend gesägt werden. Vom nächsten entfernt man die Feder. Dann mit dem anderen rechtwinklig zusammennageln und gemeinsam einsetzen.

Bei Außenecken müssen beide aneinanderstoßenden Bretter geschnitten werden: Bei einem auf der Nut-, beim anderen auf der Federseite. Die stumpfe Verbindung wird verleimt. Möglich ist auch eine Verbindung mit Schattenfuge.

Eine elegante Lösung, die sich besonders bei Außenecken von waagerechten Wandverkleidungen anbietet: Die Bretter oder Paneele so zuschneiden, daß sie knapp aneinanderstoßen. Dann die kleine Ecke mit einer Leiste schließen.

Wandverkleidungen bieten ein gutes Versteck für Installationen. Die kreisrunden Löcher, die Sie für Steckdosen oder Lichtschalter brauchen, können Sie mit einer Lochsäge auf der Bohrmaschine sauber aussägen.

Tipp

Nehmen Sie für die Zuschnitte eine scharfe feingezahnte Säge. Mit einer Elektrosäge (Handkreis- oder Stichsäge) wird der Schnitt auf der Oberseite sauberer, wenn Sie die Bretter oder Paneele von der Rückseite sägen. Sehen Sie sich beide Brettenden an, bevor Sie ein Stück abschneiden und womöglich das schlechtere Ende dranbleibt.

Decken-Montage

Latten, in 50 bis 60 cm Abständen, quer zum späteren Verlauf der Profilhölzer oder Paneele unter die Decke gedübelt, dienen als Unterkonstruktion für Deckenverkleidungen. Unebenheiten werden durch Klötze ausgeglichen.

Bei hohen oder sehr schiefen Decken empfiehlt es sich, sie abzuhängen. Die Abstände zwischen den hölzernen Abhängern sollten nicht über 60 cm betragen. Die unteren Traghölzer werden mit der Wasserwaage ausgerichtet.

Das erste Brett kann man an der Vorderseite mit Anfangskrallen festsetzen. Die Feder wird dazu vorher abgesägt. Die Nut weist bei der Befestigung nach hinten.

Paneelzangen nehmen Ihnen Haltearbeit ab. So können Sie sich ganz auf das Zusammenschieben und Anheften der Bretter oder Paneele konzentrieren und sie ohne einen Helfer allein anbringen.

Für einen sauberen Randabschluss gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine gleichmäßige Schattenfuge erzielt man, indem man gleich zu Beginn der Arbeiten Bretter provisorisch vor die Wände nagelt.

Auch Deckenleisten sorgen für elegante Übergänge von der Decke zur Wand. In den Ecken werden sie auf Gehrung geschitten (45°). Danach vorsichtig annnageln und die Stifte gründlich versenken.

Gardinenleisten können in die Deckengestaltung gleich mit einbezogen werden. Ein hochkant angebrachter Brettstreifen dient als Sichtblende, beim nächsten Profilbrett wird die Feder entfernt.

Kabel für Deckenleuchten müssen rechtzeitig verlegt werden (die Anschlüsse darf nur ein Fachmann ausführen!). Zwei Lattenstücke neben dem Ende der Kabel erleichtern später die Leuchtenmontage.

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