Wandfliesen schneiden, kleben & verfugen

Wandfliesen sind für Küche, Bad, WC und Hauswirtschaftsraum – aber auch für Kellerräume – ausgesprochen praktisch.

Wandfliesen sind für Küche, Bad, WC und Hauswirtschaftsraum – aber auch für Kellerräume – ausgesprochen praktisch: Sie sind wasserfest, unempfindlich gegen Fettspritzer und leicht sauber zu halten. Um Wandfliesen zu verlegen, brauchte man früher unbedingt einen Fliesenleger. Heute können Sie diese Arbeiten problemlos selbst erledigen – das
Dünnbett-Verfahren ist fast so einfach wie das Tapezieren.

Wandfliesen gibt es in vielen Größen und Farben. Machen Sie Ihre Auswahl ggf. nicht nur von der Einrichtung des Raumes abhängig, sondern auch von der Funktion. Denken Sie beim Kauf an das nötige Zubehör und Werkzeug.

Fliesen verteilen und Wände gestalten

Fliesen werden symmetrisch auf den Wandflächen verteilt. Beginnen Sie in der Mitte (rote Linie) entweder – wie hier – mit einer Fuge oder mit einer mittig gesetzten ganzen Fliese.

An Außenecken beginnen Sie immer mit ganzen Fliesen. Dann arbeiten Sie Richtung Innenecken weiter. Die Fliesen außen (rote Felder) werden passend geschnitten.

Die Oberkante eines Fliesensockels wird mit ganzen Fliesen bestückt. Läßt sich die gewünschte Höhe nur mit geschnittenen Fliesen erreichen, kommen sie in die unterste Reihe.

Bei Säulen oder Nischen werden Fliesen symmetrisch angesetzt. Schnittstücke kommen an die Seiten. Statt zweier schmaler Streifen einen mittig (roter Bereich) setzen.

Mit Bordüren – oder auch mit Dekorfliesen – können Sie Fliesenflächen individuell gestalten. Besonders dekorativ wirken Bordüren als oberer Fliesenabschluß.

Werkzeuge

  • Glasschneider
  • Fliesen- Schneidegerät
  • Spezialsäge
  • Fliesen-Lochzange
  • Hauschiene
  • Fliesen-Brechzange
  • Fliesenhammer
  • Zahnspachtel
  • Zahnglätter
  • Wasserwaage
  • Gummirakel
  • Eimer / Schwamm
  • Gummi-Handschuhe
  • Kartuschenpistole

Fliesen-Klebetechnik: Dünnbett oder Dickbett

Dickbett-Verfahren: Die Fliesen werden einzeln mit Mörtelbatzen versehen und an die Wand gesetzt. Unterschiedliche Schichtdicken gleichen auch grobe Unebenheiten aus.

Dünnbett-Verfahren: Dispersionskleber wird direkt auf die glatte Wand aufgetragen und mit dem Zahnspachtel durchkämmt, bevor man die Fliesen andrückt. Die Dünnbett-Technik ist viel leichter zu handhaben.

Vorbereitungen

Bereiten Sie Ihre Fliesenarbeiten sorgfältig vor. Dann geht die Arbeit leichter von der Hand und führt zu einem guten Ergebnis.

Die wichtigsten Arbeitsschritte:

  1. Aufmaß der Wandflächen,
  2.  Auswahl der Fliesen, 
  3. Kauf von Material und Werkzeug,
  4. Leitungen und Steckdosen unter Putz legen,
  5. Wände glätten und ggf. grundieren,
  6. Setzlatten montieren,
  7. Kleber ansetzen und Fliesen einlegen,
  8. Verfugen und Abwaschen,
  9. Dehnungsfugen ausspritzen.

Materialbedarf: Wenn Sie die benötigte Fliesenmenge errechnet haben, nehmen Sie etwa 5 Prozent für den Verschnitt dazu. Kaufen Sie als Reserve 1 bis 2 m2 mehr.

Farbtöne: Feine Farbabweichungen in der Glasur kann es bei Fliesen immer geben.Achten Sie beim Kauf auf gleiche Brand-Nummern. Zusätzlich empfiehlt es sich, beim Verlegen die Fliesen aus unterschiedlichen Kartons zu mischen.

Untergrund vorbereiten: Mit Wasserwaage und Richtlatte prüfen, ob die Wände gerade und lotrecht sind. Lose Putzbrocken werden entfernt. Staub mit Bürste von den Wänden entfernen. Sandenden Untergrund müssen Sie mit Tiefengrund festigen. Löcher oder Risse mit Spachtelmasse auffüllen und glätten. Für Feuchträume Spezialputz einsetzen.

Fliesen schneiden

(1) Zuerst die Glasur der Fliese mit dem Rädchen von Glasschneider oder Fliesen-Brechzange anritzen. Dann die Fliese über einer geraden Kante oder mit der Zange brechen.

(2) Fliesen werden mit einem Glasoder einem Steinbohrer gebohrt. Für große Löcher bis 90 mm Durchmesser gibt es verstellbare Fliesen- Kreisschneider mit Zentrierbohrer.

(3) Formschnitte – z.B. zwei halbkreisförmige Aussparungen um einen Rohraustritt – sind auch mit einer Bügelsäge möglich. Benutzt wird dabei ein Spezial-Sägedraht.

(4) Für gerade Schnitte – vor allem von härteren Platten – bietet sich ein Fliesen-Schneidegerät an. Mit dem Schneidehebel läßt sich die Kraft gut auf die Fliese übertragen.

(5) Die Fliesen-Lochzange verwenden Sie für Ausschnitte am Fliesenrand. Stückchen für Stückchen knabbern Sie sich damit an die angezeichnete Kontur heran.

(6) Leichter geht die Arbeit mit Maschinenkraft: Sie können sogar eine Stichsäge zum Fliesenschneiden einsetzen. Für keramisches Material gibt es spezielle Sägeblätter.

Fliesen kleben

(1) Kleber mit der Glättkelle gleichmäßig dick (3 bis 6 mm) auftragen, dann durchkämmen. Je nach Fliesengröße nehmen Sie unterschiedliche Zahnungen: 4 mm für Kantenlängen von 6 bis 10 cm, 6 mm für 11 bis 20 cm, 8 mm für über 20 cm.

(2) Gefliest wird immer von unten nach oben. Zuerst wird eine Richtlatte an die Wand genagelt. Um sie zu justieren, nehmen Sie eine Fliese als Höhenmarkierung. Berücksichtigen Sie dabei den Abstand für Bodenfliesen und Fuge.

(3) Fliesenkreuze aus Kunststoff gibt es in Größen wie 2, 3, 5 oder auch 6 mm. Sie erleichtern das Fliesen, weil sie für gleichmäßige Fugenbreiten sorgen. Fliesenkreuze bleiben an der Wand und werden beim Verfugen einfach übergespachtelt.

(4) Schutz für stoßgefährdete Außenecken bieten Abschlußschienen, die einfach ins Kleberbett gedrückt werden. Achten Sie darauf, daß sie im Lot bleiben. Dann die Fliesen ins Kleberbett legen und bis an die Kante der Schiene schieben.

Tip

Abschluß-Schienen: Stoßgefährdete Wandkanten sollten Sie unbedingt mit einer Profilschiene schützen. Abschluß-
Schienen gibt es für unterschiedliche Fliesenstärken. Auf das richtige Längenmaß zuschneiden und an der Wandkante in das Kleberbett drücken. Dann die Fliesen kleben und vorsichtig bis an die Schienenkante schieben.

Fliesen verfugen

(1) Mit einer Gummirakel wird die Fugenmasse – Fugenmörtel, Fugenweiß oder Fugenbunt – diagonal in die Fugen eingearbeitet. Überschüssiges Material ziehen Sie ebenfalls diagonal zur Fuge wieder ab.

(2) Reste der Fugenmasse auf den Fliesen mit Schwamm und sauberem Wasser entfernen. Reinigung beginnen, wenn die Fugenmasse zu trocknen beginnt und blaß wird. Später trocken nachwischen.

(3) Alle Fugen – zwischen Fliesen und Sanitärobjekten, zwischen Wand- und Bodenfliesen sowie zwischen den Wandflächen – werden mit dauerelastischer Masse, beispielsweise Silicon, gefüllt.

Zurück

© 2018 Praktiker.de Alle Rechte vorbehalten.