Waschbecken einbauen

Händewaschen, Zähneputzen, Rasieren – ein Waschbecken ist das Tag für Tag am häufigsten benutzte Sanitärobjekt.

Händewaschen, Zähneputzen, Rasieren – ein Waschbecken ist das Tag für Tag am häufigsten benutzte Sanitärobjekt. Umso mehr Beachtung sollten Sie ihm bei einem Neueinbau schenken. Und weil es zudem auf eine wasserdichte Montage und auf Hygiene ankommt, wird Sorgfalt bei der Arbeit besonders großgeschrieben. Dagegen stellen die Einbauarbeiten versierte Heimwerker vor eine nur mittelschwere Herausforderung.

1. VORAB

ENTSCHEIDUNGSHILFEN

Bevor Sie ein neues Waschbecken anbringen, sollten Sie sich ein paar Gedanken über wichtige Fragen machen:

  • Form und Farbe: Waschbecken sind nicht nur nützliche, sondern auch dekorative Elemente des Badezimmers. Oval, halbrund oder eckig? Weiß oder farbig? Was harmoniert am besten mit dem Design Ihrer Badezimmer-Einrichtung, z.B. der Fliesenfarbe und der Form der Badewanne?
  • Waschbecken sind in Größen von 35 cm bis 155 cm und mehr erhältlich. Wie groß darf es in Ihrem Badezimmer sein?
  • Und fast noch wichtiger: Waschbecken sind ziemlich schwer. Trägt die Wand dahinter ein größeres und schwereres Objekt?
  • Für Familien: Wie wäre es bei entsprechendem Platz mit einem familienfreundlichen Doppelwaschbecken?
  • Für Familien: Was ist die richtige Höhe, damit die Kleinen sich nicht strecken und die Großen sich nicht zu sehr bücken müssen?

Folgende Richtmaße bieten Ihnen Einbau-Anhaltspunkte:

  • Höhe des Siphons: ca. 50-55 cm.
  • Höhe der Ventile: ca. 60-63 cm.
  • Höhe der Waschbecken-
  • Oberkante: 82-86 cm.
  • Höhe des Spiegels bzw. des Wandschranks (Unterkante): ab 130-135 cm.

VORARBEITEN

So entfernen Sie das alte Waschbecken:

  1. Haupthahn zudrehen.
  2. Ventile unter dem Waschbecken (Heißwasser/Kaltwasser) zudrehen.
  3. Dann die Anschlussröhrchen von den Ventilen lösen und den Ablauf aus dem Standrohr ziehen.
  4. Dieses mit einem Blindstopfen verschließen.
  5. Die Mutter am Armaturengewinde auf der Unterseite des Waschbeckens lösen, den Dichtring abnehmen, die Verschraubung des Exzentergestänges lösen und die Armatur einschließlich Exzentergestänge, Weichkupferröhrchen und flexiblen Anschlussröhrchen nach oben komplett herausziehen.
  6. Nun den Ablauf samt Siphon entfernen.
  7. Dazu zunächst die Verschraubung zwischen Ablaufventil und Ablaufrohr im Waschbecken lösen.
  8. Das „nackte“ Waschbecken können Sie nun mit passenden Schraubenschlüsseln von der Wandhalterung lösen und abnehmen.

2. WASCHBECKEN MONTIEREN UND ANSCHLIESSEN

MONTAGE

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Schraubenschlüssel
  • Schraubendreher
  • Pumpenzange
  • Bohrmaschine
  • Stein-/Fliesenbohrer
  • Bleistift
  • Wasserwaage
  • Zollstock
  • Metallsäge
  • Waschbecken
  • Mischbatterie (Ein- oder Zweihebel) mit Exzentergestänge
  • Siphon
  • Ablaufventil
  • Ablaufrohr flexibel
  • Anschlussröhrchen
  • Sanitär-Silikon
  • Dichtungspaste
  • Kreppband
  • Stockschrauben und Muttern
  • Unterlegscheiben (gummiert oder aus Kunststoff)

BEI BEDARF – FALLS KEIN HEISSWASSER-ZULAUF VORHANDEN IST:

  • Elektro-Niederdruckspeicher mit entsprechender Armatur

BEI BEDARF – FALLS NEUE ECKVENTILE MONTIERT WERDEN MÜSSEN:

  • Eckventile, Hanf

SCHRITT 1:

Müssen Eckventile angebracht oder ausgetauscht werden, sollten Sie dies als Erstes tun. Umwickeln Sie das Gewinde zuvor mit Hanf, um eine optimale Abdichtung zu gewährleisten.

SCHRITT 2:

Nachdem Sie die gewünschte Höhe des Waschbeckens (Oberkante) festgelegt haben, werden die Bohrlöcher mit Bleistift auf den Fliesen markiert. Hierzu entweder

  1. die Maße von hinterer Waschbecken-Oberkante zu Montagelöcher sowie zwischen den Montagelöchern am Waschbecken mit dem Zollstock abmessen und auf die Wand übertragen.
  2. kleine und leichte Waschbecken zu zweit an die Wand halten, mit der Wasserwaage ausrichten und Bohrlöcher markieren.
  3. bei großen und schweren Waschbecken von der Rückseite eine Schablone aus Pappe fertigen und mit dieser unter Einsatz von Wasserwaage und Zollstock die Markierungen festlegen.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass sich das aus der Wand ragende Abflussrohr mittig zu den Bohrlöchern und die Bohrlöcher selbst sich möglichst mitten auf einer Fliese befinden (auf keinen Fall in Fugen bohren!).

SCHRITT 3:

Nun geht es ans Bohren. Bohren Sie zunächst ohne Schlag, weil sonst die Fliesen brechen würden. Gehen Sie am Anfang vorsichtig und mit geringer Drehzahl zu Werke. Erst wenn das Mauerwerk erreicht ist, kann auf Hammerschlag umgestellt und die Drehzahl erhöht werden. Bohren Sie tief genug (mind. 80 mm) und absolut waagerecht. In der Regel werden 14 mm Stein- oder Fliesenbohrer und entsprechende Dübel benötigt.

Damit Sie auf den glatten Fliesen beim Ansetzen der Bohrmaschine nicht abrutschen, empfiehlt es sich, das Bohrloch rundherum mit Kreppband abzukleben.

SCHRITT 4:

Nach dem Einsetzen der Dübel, die vollständig hinter den Fliesen sitzen müssen, werden die beiden Stockschrauben mit einem passenden Ring- oder Maulschlüssel bis zum metrischen Gewinde eingedreht (bis sie nur noch ca. 5 cm herausragen).

SCHRITT 5:

Nun wird die Waschbeckenrückseite mit einem Streifen Dichtungskitt oder Sanitär-Silikon versehen. Das verhindert Zugspannung beim Festschrauben und dichtet das Waschbecken zu den Fliesen hin ab.

Anschließend kann es zu zweit auf die Stockschrauben geschoben werden. Ihr Helfer stützt es dann ab, und Sie können Kunststoffscheiben und Muttern aufsetzen und diese dann mit einem Schraubenschlüssel handfest anziehen.

Kontrollieren Sie den richtigen Sitz mit der Wasserwaage und ziehen Sie die Muttern schließlich fest an. Doch denken Sie dabei an den alten Handwerkerspruch: „Nach fest kommt ab!“. Denn die Keramik kann bei zu hohem Anpressdruck reißen.

TIPP 1: DAMIT ES HÄLT

Wand ist nicht Wand, aber Gewicht bleibt Gewicht
Damit Ihr schweres Waschbecken hält, müssen Sie in jedem Fall die für die jeweilige Wand optimalen Dübel verwenden:

  • Massives Mauerwerk (z.B. Kalksandstein): besonders stabile 14-mm-Dübel.
  • Mürber Ziegel (z.B. bei Altbauten): extra lange und dicke Spezialdübel.
  • Gips- und Porenbetonsteinwände: Spezialdübel mit großflächigen Flügeln.
  • Gipskarton- und Gipsfaserplatten (z.B. bei nachträglich eingebauten Trennwänden): Hohlraum,- Kipp- oder Federklappdübel.

ARMATUREN ANSCHLIESSEN

Das Wichtigste bei dieser relativ unkomplizierten Arbeit ist, dass am Schluss alle Anschlüsse absolut dicht sind.
Eine Armaturengarnitur besteht aus

  • Mischbatterie (dem Wasserhahn-System)
  • Exzenterstangen (zum Öffnen und Schließen des Ablaufs)
  • Weichkupferröhrchen (für
  • Warm- und Kaltwasserzulauf)
  • Ablaufventil, Siphon mit Überlauf, Ablaufrohr
  • Flexible Anschluss-Schläuche (zur verlängerten Verbindung von Kupferröhrchen und Ventil – falls notwendig)
  • Eckventile (falls nicht bereits vorinstalliert)
  • Dichtungen

TIPP 2: ELEKTRO-NIEDER-DRUCKSPEICHER

Vor allem in Altbauten kommt es immer wieder vor, dass Sie keine Warmwasserzuleitung für Ihr Waschbecken vorfinden.

In diesem Fall hilft ein elektrisch betriebener Niederdruckspeicher, der zwischen Zulaufventil und Mischbatterie zwischen- geschaltet wird und das kalte Wasser in einstellbaren Temperaturstufen erhitzt.
Er wird unter dem Waschbecken aufgestellt (z.B. unsichtbar in einem Unterschrank).

Zur Montage beachten Sie: Niederdruckspeicher benötigen spezielle Armaturgarnituren mit drei Anschlussröhrchen:

  1. Zum direkten Anschluss der Armatur an das Kaltwasser-Eckventil.
  2. Zum Anschluss Armatur – Speicher für den Zulauf von Kaltwasser in den Speicher.
  3. Zum Anschluss Speicher – Armatur für den Zulauf Heißwasser vom Speicher zum Wasserhahn.

Die korrekten Anschlüsse sind durch farbliche Kennzeichnungen einfach zu montieren.
Aber Achtung: Schließen Sie den Niederdruckspeicher erst an das Stromnetz an, wenn er mit Wasser gefüllt ist. Da meist kein Überhitzungsschutz integriert ist, droht sonst das Durchbrennen der Heizspirale.

SCHRITT 1:

Zunächst müssen Sie das Hahnloch des Waschbeckens von der Oberseite mit dem vorgesehenen Dichtungsring abdichten. Dann wird die Armaturengarnitur mit Mischbatterie, Exzenterstangen und Anschlussröhrchen von oben durchgeschoben.

SCHRITT 2:

Nun wird auf der Waschbecken-Unterseite ein Dichtring über die durchgeschobenen Röhrchen und Stangen geschoben und das Hahnloch von unten abgedichtet. Dann die Überwurfmutter darüberschieben und von unten mit der Pumpenzange festziehen.

SCHRITT 3:

Falls die Länge ausreicht, werden nun die Anschlussröhrchen exakt senkrecht in die Eckventile gesteckt. Keine Sorge, falls Sie sie ein wenig biegen müssen: Sie bestehen genau dazu aus Weichkupfer. Wichtig ist, dass sie in jedem Fall gerade in dem Ventil stecken.

Schieben Sie vor dem Einstecken´die Verbindungsschrauben (inkl. Dichtring) über die Rohrenden. Dann das Rohrende in das Ventil einstecken und verschrauben.

Sind die Röhrchen zu lang: mit der Metallsäge kürzen. Sind sie zu kurz: verlängern Sie sie mit den fl exiblen Anschlussschläuchen. Für die Verbindung an Röhrchen und Eckventil gehören Überwurfmuttern und Kupplungen mit Dichtgummiringen zum Lieferumfang dazu.

SCHRITT 4:

Der mit einem Dichtring versehene obere Teil des Ablaufventils wird nun von oben in die Ablauföffnung des Waschbeckens eingesetzt und die untere Ventilhälfte von der Waschbecken-Unterseite her daran verschraubt. Verbinden Sie nun Ablaufrohr und Siphon mit dem aus der Wand ragenden Abflussrohr sowie mit der Unterseite des Ablaufventils.

SCHRITT 5:

Schließlich müssen Sie noch die Exzenterstangen befestigen, um das Ablaufventil mit einem Hebel öffnen und schließen zu können.
Manche Waschbecken haben hierfür hinter der Ablauföffnung noch eine separate zweite Öffnung vorgesehen, durch die das Gestänge geführt wird. Dann kann diese Arbeit gänzlich zum Schluss vorgenommen werden.
Ansonsten müssen Ventil-Hebelzug und Armaturgarnitur durch die gleiche Öffnung geführt werden. Hierbei kann es sein, dass Sie beides frühzeitig in einem Arbeitsgang vornehmen müssen. Achten Sie daher bitte auf Montageanleitung und Waschbeckenkonstruktion.
Zur Befestigung der Exzenterstangen werden Zugstange und Kugelstange unterhalb des Waschbeckens verbunden und die Kugelstange in die Öffnung des Ablaufventils eingeführt.

TIPP 3: PFLEGE

Kalkflecken, tropfender Wasserhahn, verstopfter Abfluss – so halten Sie Ihr Waschbecken hygienisch sauber und in Schuss:

Siebstrahlregler reinigen
Der Siebstrahlregler sitzt im Kopf des Wasserhahns und mischt dem Wasser Luft bei. Ist er verkalkt oder verschmutzt, spritzt das Wasser unregelmäßig oder sogar in zu geringer Dosierung heraus.

  1. Lösen Sie den Schraubring am Wasserhahnkopf (z.B. mit einem Tuch umwickeln und vorsichtig mit einer Pumpenzange losdrehen).
  2. Nehmen Sie Dichtring und Sieb heraus und legen Sie beides 15 Minuten in eine Entkalkerlösung.
  3. Danach wieder einsetzen und auf die gleiche Weise den Schraubring wieder festdrehen.

Kalkflecken an der Armatur lassen sich mit Zitronensäure, Essigwasser oder dem Klarspüler für den Geschirrspüler entfernen.
Tropfender Wasserhahn

  • Eckventile schließen, Restwasser ablaufen lassen.
  • Dann den Wasserhahn mit einem Tuch umwickeln und mit der Pumpenzange losschrauben (neuste Wasserhähne lassen sich auch einfach von der Konstruktion abziehen).
  • Nun das offen liegende Ventil lösen und die kleine Dichtung durch Abschrauben der Sicherungsmutter gegen eine neue Dichtung austauschen.

Verstopfter Abfluss
Haare, Schmutz etc. sammeln sich mit der Zeit im Siphon, verklumpen dort und verstopfen den Ablauf wie ein Korken. Wenn alte Hausrezepte wie Essigwasser, selbst chemische Abflussreiniger und auch der gute alte „Pümpel“, also die Gummiglocke, nichts mehr ausrichten:

  • Eckventile schließen, Hahn aufdrehen und Restwasser ablaufen lassen.
  • Ablaufrohr oberhalb des Siphons aufdrehen.
  • Ende des Ablaufrohres aus dem Ablaufrohr an der Wand ziehen (Eimer unterstellen).
  • Siphon separieren, Haar- und Schmutzstopfen entfernen.
  • Siphon sowie das gesamte ausgebaute Abflusssystem mit heißem Wasser reinigen und wieder einbauen.

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