Ziergehölze

Laub- und Nadelgehölze sind nicht nur eine nahezu unverzichtbare Gartenzierde, sondern auch ein natürlicher Lebensraum für zahlreiche Tiere.

1. VORÜBERLEGUNGEN

Haushohe Natur im eigenen Garten oder Zwergformen bei geringerem Platzangebot: Laub- und Nadelgehölze sind nicht nur eine nahezu unverzichtbare Gartenzierde, sondern auch ein natürlicher Lebensraum für zahlreiche Tiere.

Grundsätzlich lässt sich Ziergehölz in verschiedene Kategorien unterteilen:

  • Immergrünes Gehölz: Nadelgehölz (Koniferen, Tannen) und Laubgehölz (Buchsbaum, Rhododendron).
  • Laub abwerfendes Gehölz: Bäume und Sträucher, Blütengehölz, Kletterpflanzen (Efeu, Wein).

Wie Sie Ihren Garten gestalten, hängt in erster Linie von Ihrem individuellen Geschmack und dem Platzangebot ab. Die Vielfalt an Pflanzen ist so riesig, dass wirklich für jeden Stil, jede Sonnenlage und jede Gartenform eine große Auswahl bereit steht.
Zwei Dinge sollten Sie in jedem Fall bei Ihrer Planung beachten:

  • Viele Ziergehölze wachsen sehr langsam, sind dafür aber ausgesprochen langlebig.
  • Die meisten Bäume und Sträucher benötigen mit der Zeit viel Platz für Blätterwerk, Kronen und Wurzeln.

Daher kann sich Ihr Garten ganz ohne Ihr Zutun im Laufe der Jahre dramatisch verändern: Der freie Platz reduziert sich, Schattenflächen wachsen an und verdrängen Sonnenbereiche, das Herbstlaub wird mit jeder Wachstumsperiode mehr.
Deshalb folgende Tipps:

  • Pflanzen Sie in den ersten Jahren nur wenige Bäume und Sträucher und ggf. mehr Blumen. Diese lassen sich später einfacher umpflanzen oder entfernen als zu dicht gesetztes Gehölz.
  • Oder entscheiden Sie sich ganz bewusst für kleinformatig gezüchtetes Gehölz. Viele klassisch hochwachsende Baumarten, wie Ahorn, Birke, Goldregen, Walnuss, Haselnuss, Wacholder, Weißdorn, Magnolie, Zierapfel u.a., sind inzwischen auch in eher strauchartiger Wuchsform erhältlich.
  • Auch ökologisch ist ein einzelner, großer Baum wenig sinnvoll – er bietet Vögeln, Insekten und Klein- lebewesen im Gegensatz zu einem dichten Straucharrangement keinen Lebensraum

2. ZIERGEHÖLZ PFLANZEN

WERKZEUG UND MATERIAL

  • Spaten
  • Zuschlaghammer
  • Baumpfahl/Stützpfahl
  • Baumanbinder
  • Kompost
  • Gartenschlauch

Für Ihre Gartengehölze empfehlen sich zwei Pflanzzeiten:

Oktober/November:
Hauptpflanzzeit, vor allem für Laubabwerfende Gehölze. Lebensfunktionen sind bereits eingeschränkt, Verpflanzung wird leichter überstanden, Wurzeln können sich vor der Frostphase bereits akklimatisieren.
März/April:
Frostempfindliche Gehölze und immergrüne Bäume und Sträucher möglichst erst jetzt einpflanzen.

Gehölz ohne Wurzelballen vor dem Einpflanzen 120 Minuten in Wasser stellen. Bei im Container aufgezogenen Pflanzen darauf achten, dass sie nicht zu lange dort gezüchtet wurden. Je älter, desto schwieriger wird das Anpflanzen, weil sich die Wurzeln nur langsam im Boden verankern.

SCHRITT 1:

Heben Sie zunächst mit dem Spaten ein Loch aus. Bei Wurzelballen sollte es etwa 1,5-mal Ballengröße erreichen. In der Tiefe so ausheben, dass sich über die eingesetzten Ballen- und Containergewächse noch ca. 20 cm Erdreich auffüllen lässt. Je nach Baumwuchs halten Sie genügend Abstand zum Nachbargrundstück. Sträucher nicht zu eng stellen.

SCHRITT 2:

Boden mit Kompost oder Torf anreichern, Baum gerade einstellen, Ballentuch lösen und Loch mit einem Gemisch aus Aushub und Kompost wieder auffüllen (bei Containerpflanzen: vor dem Einsetzen alle beschädigten, abgeknickten und abgestorbenen Wurzeln wegschneiden). Dabei gelegentlich das Bäumchen leicht rütteln, damit sich das Erdreich ohne Hohlräume um die Wurzeln schließt

Nach dem Auffüllen Baum gerade festhalten und Erde fest antreten. Gießrand anlegen und kräftig wässern.

SCHRITT 3:

Falls notwendig, nun einen Stützpfahl einschlagen, senkrecht ausrichten und mit Baumanbinder am Baumstamm fixieren. Bei Baumsträuchern sollten Sie erst den Stützpfahl in den Boden treiben und dann den Strauch einpflanzen. Den Pfahl immer auf der Nordseite setzen. Das stützt den Strauch besser bei Windböen. Bei jungen Immergrünen wie Rhododendron achten Sie auf eine leichte Schattierung. So verhindern Sie zu frühen Austrieb und Verdunstung.

TIPP 1: KLASSISCHES GARTENGEHÖLZ

Bäume und Sträucher (Auswahl, mit einigen Größenangaben)

  1. Immergrüne Bäume: Koniferen/Nadelhölzer (Tanne über 20 m), Hemlocktanne (4 m), Zeder (20 m), Fichte, Kiefer (bis 20 m), Scheinzypresse, Eibe, Wacholder, Buchsbaum
  2. Laub abwerfende Bäume: Hainbuche (12 m), Kastanie (15 m), Ahorn, Fächerahorn (3 m), Linde, Eiche, Birke (20 m), Felsenbirne (10 m), Eberesche (15 m), Lärche
  3. Immergrüne Sträucher: Rhododendron, Berberitze, Stechpalme
  4. Laub abwerfende Sträucher: Mandelbaum, Forsythie, Sanddorn, Haselnuss, Holunder, Zierkirsche, Flieder (4 – 5 m), Ginster (3 m), Hartriegel (5 m)
  5. Blütengehölz (für besonders schön blühende Farbenpracht): Felsenbirne, Forsythie, Sommerflieder, Zierkirsche, Heidekraut, Magnolie, Berberitze, Zaubernuss (4 m), Jasmin (2 – 5 m), Goldregen (8 m)

3. KLETTERPFLANZEN

Immergrüne, farbenfrohe oder blühende Wanddekoration: Klassische Vertreter der Kletterpflanzen sind Efeu, Clematis, Wein, Kletterrose und Kletterhortensie. Doch auch Trompeterblume, Kiwi oder Glyzine verwandeln Pfosten und Wände in lebendige Gartendekorationen.

Kletterpflanzen werden unterteilt in

  • Wurzelkletterer, die mit ihren Haftwurzeln auch ohne Gerüst den Weg nach oben finden (Efeu, Kletterhortensie),
  • Rankpflanzen mit nach Halt suchenden, rotierenden Blättern und Sprossen (Clematis, Wilder Wein) bevorzugen ganz dünne Gitter aus Holz oder Metall, z.B. Baustahlmatten,
  • Schlingpflanzen, die sich mit ihren Trieben um senkrechte Stützen hochwinden (Knöterich, Geißblatt)
  • und Spreizklimmer, die Haltegerüste aus Holz mit vielen waagerechten Streben brauchen (Kletterrose).

Rank- und Schlingpflanzen benötigen in jedem Fall ein Gerüst. Ob als fertig gekauftes oder selbst entworfenes Rankengitter, als Stange an der Hauswand entlang oder in Form einfacher befestigter Drähte, bleibt Ihrem Geschmack überlassen. Zaun, Garagen- und Hauswand, Gartenmauer, Pergola, Stützpfosten – jeder Garten bietet zahllose Möglichkeiten, kahle Flächen mit Kletterpflanzen zu verschönern.

TIPP 2: KLETTERPFLANZEN ALS HAUSGRÜN: SCHÄDLICH ODER NÜTZLICH?

Vielfach sieht man Hausfassaden, die mit dichtem, grünem Efeu oder Wildem Wein zugewachsen sind.
Über Nutzen und Schaden wird lebhaft diskutiert.
Fest steht:

Alte oder rissige Mauern können ernsthaft geschädigt werden:

  • Haftwurzeln schieben sich in die Risse von Fugen und Putz, vergrößern sie und können den Putz absprengen
  • Fassade daher vor Anpflanzung immer optimal in Stand setzen
  • die Haftwurzeln lassen sich kaum rückstandsfrei beseitigen
  • auf dem Dach suchen sich die Pflanzen einen Weg unter den Dachziegeln hindurch oder verstopfen Regenrinnen

Andererseits:

Efeufassaden sehen nicht nur sehr romantisch aus:

  • die Pflanzenwand hält den Wohnbereich im Sommer angenehm kühl
  • sie lässt im Winter weniger Wärme durch das Mauerwerk entweichen
  • sie schützt vor Wärmeentzug durch Wind
  • sie dämmt sogar den Straßenlärm

4. ZIERGEHÖLZ-PFLEGE

BODENBESCHAFFENHEIT

In der Regel vertragen die meisten Bäume und Sträucher die üblichen, nicht zu feuchten Gartenböden sehr gut. Mulchschichten gegen Austrocknen und Kompostzugaben beim Einpflanzen genügen neben sinnvoller Bewässerung meistens schon. Manche Sträucher sind besonders hart im Nehmen und daher erste Wahl bei Problemböden. Schwere, nasse Böden: Für Hartriegel, Holunder und Schneeball kein Problem. Saure Böden:
Besenginster, Lavendelheide, Rhododendron und Zaubernuss kommen damit klar. Leichte, trockene Böden: Machen Perückenstrauch, Sanddorn, Sommerflieder und Ölweide wenig aus.

FROSTSCHUTZ

Die meisten Sträucher vertragen Winterfrost recht gut. Immergrüne wie Rhododendron, Koniferen und Buchsbaum aber auch im Winter an frostfreien Tagen gelegentlich gießen. Mulchschichten oder Kokosmatten können bei im Herbst frisch gepflanztem Gehölz nicht schaden. Empfindlich auf Frost reagieren nur wenige Sträucher, wie Eibisch, Strauchpfingstrose und Säckelblume. Diese sollten Sie – vor allem, wenn sie freistehend sind – mit einem Zelt aus Bambusstangen und Strohmatten oder Sackleinen schützen.

BAUMWUNDEN

Schnitt- und Sägewunden, Astbrüche durch Sturm und Frostrisse – Baumwunden müssen versorgt werden, damit sich kein Baumkrebs bildet (Plizerkrankungen, Eindringen von Holzschädlingen).

Wunde mit einem scharfen Messer glatt schneiden, Schäden bis auf das gesunde Gewebe herausschneiden und schließlich mit speziellem Wundverschlussmittel bestreichen.

TIPP 3: GELBE BLÄTTER BEIM RHODODENDRON?

Als immergrünes Gehölz sollte der Rhododendron seiner Pflanzengattung eigentlich immer Ehre machen.
Häufig jedoch sind gelblich verfärbte Blätter zu sehen. Dies kann ein Zeichen sein für

  • Staunässe im Boden,
  • Stickstoffmangel oder
  • zu große Trockenheit.

In den meisten Fällen jedoch bedeutet diese Verfärbung zu viel Kalk.
Die Pflanze verträgt eher saure Böden mit einem pH-Wert von 4–5,5.
Abhilfe schafft ein Eisen- und Magnesiumdünger.
Im Notfall müssen Sie zudem den Boden rund um den Strauch tatsächlich gegen neue, saure und gut gedüngte Erde austauschen.

Zurück

© 2018 Praktiker.de Alle Rechte vorbehalten.